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Erstmals drei Gemeinden sind Mitglied im Zweckverband der Wasserversorgung Forst Nord. Nun traf man sich zur konstituierenden Sitzung (v. l.): Kathrin Alte (2. Vorsitzende, Anzing), Rupert Ostermair (Verbandsvorsitzender, Forstinnin g), Werkleiter Thomas Grögler und Rainer Streu (3. Vorsitzender, Forstern).

Wasserversorgung Forst Nord

Noch mehr Sicherheit

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Forstinning und Anzing kooperieren bei der Wasserversorgung seit Jahrzehnten. Nun ist mit Forstern ein neuer Partner dazugekommen.

Forstinning/Forstern/Anzing–Ein Jahr lang mussten die Forsterner für ihr Wasser 1,14 Euro pro Kubikmeter zahlen. Wie berichtet, hatte die Gemeinde Ende 2018 nach Jahrzehnten erstmals wieder ihre Wassergebühren kalkulieren lassen, was den Preis um 59 Cent steigen ließ. Inzwischen ist er wieder gesunken: Seit 1. Januar kostet der Kubikmeter 1,00 Euro, da Forstern seit Jahresbeginn vollwertiges Verbandsmitglied der Wasserversorgung Forst Nord ist.

„Es wird in den nächsten Jahren aber schwierig sein, den einen Euro zu halten“, prophezeite Werkleiter Thomas Grögler in der ersten Verbandsversammlung aller drei Mitgliedsgemeinden im Sitzungssaal des Forstinninger Rathauses: „Alles wird teurer, und wir liegen bayern- wie deutschlandweit weit unter dem Durchschnitt. Da reden wir von 1,50 Euro.“

„Es geht uns darum, das Wasser in kommunaler Hand zu behalten“, erklärte Forst-innings Bürgermeister Rupert Ostermair, der zuletzt Verbandsvorsitzender war und in diesem Amt bestätigt wurde (siehe Kasten). Die gegenseitige Versorgungssicherheit sei wichtig, fuhr er fort. Sowohl Forstern als auch der bisherige Wasserzweckverband Anzing/Forstinning haben jeweils zwei Brunnen im Ebersberger Forst. Traten bislang in einem Brunnen Verunreinigungen auf, waren Wartungen nötig oder eine Regeneration, konnte jeweils aus dem zweiten Brunnen gefördert werden. Wäre dann aber noch etwas Unvorhergesehenes passiert, wäre ein Notverbund nötig geworden. „Jetzt können wir auf vier statt zwei Brunnen zurückgreifen – das bedeutet einiges mehr an Versorgungssicherheit“, sagte Grögler, und Ostermair ergänzte: „Wir sind auf einem Niveau, um das uns viele beneiden.“

Aktueller Wasserpreis bei einem Euro 

Die Brunnen liegen übrigens in unterschiedlicher Tiefe – die von Forstern in 50 Metern, die anderen beiden in 17,3 beziehungsweise 32,5 Metern. „Auch dadurch sind wir auf einer sichereren Seite, weil wir aus verschiedenen Grundwasserschichten fördern“, erläuterte Grögler. Das erkläre im Übrigen auch die unterschiedlichen Nitratwerte – das Forsterner Wasser lag zuletzt bei rund acht mg/l, das des Zweckverbands bei 27 mg/l (Stand 6. März 2020, Entnahmestelle: Dienstgebäude Wasserversorgung).

Um die Versorgungssicherheit noch weiter zu erhöhen, plant der Zweckverband eine neue Verbundwasserleitung. Sie soll vom Ortskern Forstinnings Richtung Osten bis Höhe Neupullach führen. „Durch die Leitung entsteht die Möglichkeit, dass wir uns gegenseitig vollwertig versorgen können“, erklärte Ostermair. Derzeit würden Angebote für die Bodenuntersuchung eingeholt, der Förderantrag werde noch im Juni gestellt. Der Freistaat bezuschusse die Arbeiten mit maximal 50 Prozent. Läuft alles nach Plan, soll der Bau im Herbst beginnen.

Grögler schätzte die Kosten grob auf insgesamt 2,5 bis drei Millionen Euro. An Ingenieurleistungen sind für heuer 100 000 Euro in den Etat eingestellt. „Das ist eine große Maßnahme für den Zweckverband, aber sinnvoll und richtungsweisend“, meinte Ostermair und betonte, dass es sich nicht um eine Notverbundleitung, sondern um eine Verbundleitung handle.

Verband setzt neue Kredite fest

Zum Zwischenbericht zum 31. Dezember 2019 sagte Grögler: „Wir werden in 2019 leichte Verluste haben gegenüber den letztjährigen positiven Ergebnissen.“ Der Werkleiter wies jedoch darauf hin, dass sich das noch verändern könne, weil der Jahresabschluss gerade erstellt werde. Ostermair ergänzte, dass der Zweckverband im vorigen Jahr doch gut gewirtschaftet habe, weshalb der geplante Kredit über 425 000 Euro nicht gebraucht worden sei.

Grögler berichtete weiter, dass „die Einnahmen aus Baukostenzuschüssen rückläufig sind, weil Baugebiete in den Gemeinden relativ rar sind“. Vermehrt jedoch kämen – „und da haben wir viele pro Jahr“ – Zweitanschlüsse auf den Grundstücken, bedingt durch die Verdichtung der Bauräume in den einzelnen Orten.

Für den Haushalt 2020 sind Kredite in Höhe von rund 864 000 Euro festgesetzt. Unter anderem stehen auch wieder Sanierungen an – jährlich werden etwa zwei Prozent des vorhandenen Leitungsnetzes, das teilweise mehr als 50 Jahre alt sei, erneuert.

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