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Nicht mehr zeitgemäß ist das Forsterner Feuerwehrhaus am Hirschbachweg. Fünf Fahrzeuge hat die Wehr aktuell – darunter das Hilfelöschgruppenfahrzeug (HLF) 20 und der Kommandowagen der First Responder, die beide im Jahr 2014 angeschafft wurden.

Gemeinderat Forstern

Fünf Ausfahrten fürs neue Feuerwehrhaus

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Forstern - Die Feuerwehr Forstern bekommt ein neues Gerätehaus. Der erste Plan steht – und kommt beim Gemeinderat im Großen und Ganzen gut an. Jetzt sollen die Kosten ermittelt werden.

Forsterns Bürgermeister Georg Els (AWG) hat einst einen denkwürdigen Satz gesagt: „Wir haben das schlechteste Feuerwehrhaus im Landkreis.“ Diese Zeiten sind bald vorbei, denn die Kommune baut neu (wir berichteten). Die Firma kplan übernimmt die Planung – und hat nun einen Entwurf vorgelegt.

„Das Haus hat eine sehr moderne Kubatur, ohne großes Schnickschnack“, erklärte Els in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Das 24 mal 48 Meter große Gebäude beinhaltet Erdgeschoss und ersten Stock, jedoch keinen Keller. Vorgesehen sind fünf Stellplätze für Einsatzfahrzeuge samt Ausfahrten, für die man mit einer Förderung von insgesamt maximal 350 000 Euro rechnet.

Im ersten Stock kommen Räume für Verwaltung, Vereinsarchiv, Schulungen, First Responder und die Jugend unter. Im Erdgeschoss sind Umkleiden, Werkstatt, Atemschutzpflege und Bereitschaftsraum geplant. Bis auf letzteren entsprechen alle Räume der DIN-Norm, erklärte Kommandant Rainer Streu (AWG). Nur das Floriansstüberl wurde mit 80 statt 50 Quadratmetern geplant, da es fürs Vereinsleben wichtig sei und auch beim Dorffest weiterhin genutzt werde.

Der zweite Wunsch der Feuerwehr ist ein eigenes Lager für Vereinsinventar wie die Biertischgarnituren, die auch andere Vereine und Einrichtungen der Gemeinde verwenden. An der Halle in der Größe eines Stellplatzes (60 Quadratmeter) sowie am Stüberl will sich der Verein finanziell beteiligen. „Es wäre super, wenn das Lager dort unterkommen würde“, sagte Streu. Man könne aber auch damit leben, wenn es etwa im neuen Bauhof integriert werde.

Als „zwingend erforderlich“ bezeichnete der Kommandant hingegen das zweite, ebenfalls mit 60 Quadratmetern eingeplante Lager für Feuerwehrequipment wie Sandsäcke oder Tauchpumpen. Daneben soll eine 80 Quadratmeter große Waschhalle entstehen, auf die man nur ungern verzichten würde. „Wenn wir, wie kürzlich beim Hochwasser in Wetting, um 2 Uhr nachts vom Einsatz zurück kommen, muss die Ausrüstung noch gewaschen werden“, erklärte Streu. Das in einer eigenen Halle zu tun, wäre ein großer Vorteil.

Für die Nordseite des Gebäudes hat die Firma kplan eine einheitliche Front gezeichnet: Die fünf Ausfahrten sowie die Lager und Waschhalle sind mit Rolltoren geplant. So könnte man in einigen Jahren, sollten weitere Fahrzeuge gebraucht werden, die Lager auch in Stellplätze mit Ausfahrten umwandeln, erklärte Streu.

Das neue Gerätehaus entsteht im Gewerbegebiet, östlich der Staatsstraße 2331, zwischen Larcher- Busbetriebshof im Norden und Tankstelle im Süden.

„Fünf Stellplätze werden derzeit gefördert, also müssen wir fünf bauen“, fand Herbert Berger (AWG). Er schlug vor, das Gebäude um die beiden Lager zu verkürzen, es aber gleich so zu konstruieren, dass man bei Bedarf anbauen kann. Die Lager könne man anders im Haus positionieren. Auch Sebastian Hohentanner (SPD/Die Grünen) sprach sich für einen bedarfsgerechten Bau aus. Peter Feckl (AWG) fand, man sollte es nicht übertreiben: „Alle Feuerwehren in der Gegend rüsten nach, wir sind relativ gut versorgt.“ Franz-Josef Obermaier (AWG) war der Meinung, das Vereinslager sei „ein bisschen Luxus, aber vom hochwertigen Vereinsinventar profitiert die gesamte Gemeinde“.

Sebastian Klinger (CSU) brachte die Kosten ins Spiel. Rathaus, Hort, Feuerwehrhaus, Bauhof – da kämen insgesamt mehr als zehn Millionen Euro leicht zusammen. Auch Anton Oskar (CSU) sprach die finanzielle Lage der Gemeinde an, räumte jedoch ein: „Das Haus wirkt jetzt überdimensioniert, aber wir planen ja für die Zukunft“ – das Gebäude ist für mindestens 35 Jahre ausgelegt.

Els rechnet mit der Eingabeplanung zur Jahreswende. Bis dahin soll kplan ermitteln, wie viel das Haus wie im ersten Entwurf kosten würde. Als Alternative soll das Büro berechnen, wie teuer ein Haus ohne Vereinslager und mit anders positioniertem Feuerwehrlager wäre.

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