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Der Rathausneubau im Modell: Deutlich zu sehen sind die klare Trennung von Erdgeschoss und Oberbau sowie der rechts oben angrezende Garten für den Hort. Die Front mit den vielen Fenstern rechts öffnet sich zum Dorfplatz, links führt die Staatstraße vorbei.

Gemeinderat Forstern

Das Fünf-Millionen-Euro-Rathaus

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Forstern – Im Neubau des Forsterner Rathauses kommen Verwaltung und Kinderhort unter. Rund fünf Millionen Euro soll das Projekt kosten.

Die Planungen der neuen Forsterner Ortsmitte nehmen Fahrt auf. Nachdem im März bereits Architekt Thomas Neumann die Entwürfe für den Pfarrsaal vorgestellt hatte, präsentierte nun Architekt Florentin Messner seine Ideen zum Rathausneubau auf dem Wörl-Areal. Inklusive Bauwerk, Erschließung, Ausstattung, Außenanlagen & Co. rechnet Messner derzeit mit fünf Millionen Euro Brutto-Gesamtkosten.

Der Neubau ist nun so ausgelegt, dass die gesamte Verwaltung und ein eingruppiger Hort unterkommen. Die frühere Planung, das alte Rathaus mit einer Brücke über den Franz-Jaksch-Weg mit dem Neubau zu verbinden, hat man verworfen. Zu aufwändig, lautet die Begründung. Also muss nun auch der Sitzungssaal im Neubau einen Platz finden, ebenso das Trauzimmer und das Büro von Bürgermeister Georg Els (AWG), die ursprünglich im historischen Altbau bleiben sollten. „Wir haben schnell festgestellt, dass für das Volksbildungswerk und einen zweigruppigen Hort kein Platz mehr ist“, erklärte Messner in der Gemeinderatssitzung.

Stattdessen wird der weiterhin eingruppige Hort im Erdgeschoss entstehen. Dort ist Platz für Küche, Werk-, Hausaufgaben- und Gruppenräume, angrenzend ist ein 16 mal 16 Meter großer Garten vorgesehen. Über einen separaten Eingang kommt man ins Rathaus, das im Erdgeschoss die Besucher mit einem Bürgerbüro samt Meldeamt und Kasse empfängt. Hier soll passieren, was stark frequentiert ist, zum Beispiel die Anmeldung zum Ferienprogramm oder auch die Abholung von Gelben Säcken.

„Im Obergeschoss findet das Rathaus statt“, erläuterte Architekt Patrick Freund – unter anderem Standesamt, Büros von Bürgermeister und Geschäftsleitung sowie Kämmerei. Das Obergeschoss bleibt Sitzungssaal und Trauzimmer vorbehalten. Ein großes Fensterband im Dach soll für Tageslicht sorgen. Auch die Verwaltungsetage will man möglichst transparent gestalten, um durch Querbeleuchtung viel natürliches Licht zu bekommen.

Geht es nach den Architekten, wird das gesamte Gebäude inklusive Freibereich von einer umlaufenden Mauer eingerahmt. Über dieser Sockelzone soll der Oberbau fast schweben – eine Aufgabe für die Statiker. Die umlaufende Mauer hat Messner mit 2,50 Meter Höhe geplant, was dem Gros der Gemeinderäte zu hoch war. Man müsse eine filigranere Gestaltung finden, die „nicht so festungsartig“ sei, fand Els.

Für die Fassade hatte Messner mehrere Vorschläge erarbeitet, von Natursteinmauerwerk bis Putz. Er plädierte für eine „haptisch erfahrbare und handwerklich gestaltete Struktur“. Um die Einheit des Platzes zu stärken, sollte man sich zudem an der Gestaltung von Pfarrheim und Pfarrsaal orientieren. Letzterer könnte, wie berichtet, eine Holzfassade erhalten. Das kam im Gemeinderat nicht allzu gut an. „Es muss nicht Holz sein, nur weil der Pfarrsaal damit verkleidet ist“, sagte Peter Feckl (AWG). Die meisten sprachen sich für Putz aus. „Das ist langfristig am pflegeleichtesten“, meinte etwa Stefan Ganghofer (CSU).

Gerhard Eicher (CSU) monierte, dass an der „schönsten Seite des Neubaus“, der Südseite, im Erdgeschoss die WC-Anlagen untergebracht sind. Eventuell könne man sie in den Keller verlegen, um mehr Platz fürs Bürgerbüro zu schaffen, schlug Messner vor.

Dieses und viele weitere Details wird man nun klären – etwa auch, ob ein zweites Treppenhaus aus Brandschutzgründen unbedingt notwendig sei. Zahlreiche Fachplaner sollen dafür beauftragt werden, unter anderem Bauphysiker, Statiker, Brandschutzexperten und Archäologen. Immerhin liegt das Areal in einer Verdachtsfläche. Werden keine Bodendenkmäler gefunden, und kann der Bau zügig über die Bühne gehen, könnte das neue Rathaus 2018 stehen.

Vroni Macht

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