Der als Radweg genutzte Kiesweg entlang der Hauptstraße ist eines der Sorgenkinder der Gemeinde Forstern. „Der Weg schaut furchtbar aus und wird oft zugeparkt“, sagt Bürgermeister Rainer Streu.
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Der als Radweg genutzte Kiesweg entlang der Hauptstraße ist eines der Sorgenkinder der Gemeinde Forstern. „Der Weg schaut furchtbar aus und wird oft zugeparkt“, sagt Bürgermeister Rainer Streu.

Geschwindigkeitsreduzierung in Forsterns Ortsmitte – Verkehrsschau

Gefahrenzone Hauptstraße: Gemeinderat will Tempo 30

  • Veronika Macht
    VonVeronika Macht
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Coronabedingt war sie mehrmals verschoben worden, jetzt konnte die Verkehrsschau in Forstern stattfinden. Deren Ergebnisse gab Bürgermeister Rainer Streu (AWG) in der Gemeinderatssitzung bekannt.

Forstern - Der Gemeinderat Forstern stellte in seiner Sitzung bei der Präsentation der Ergebnisse der Verkehrsschau Überlegungen an, wie man Gefahrenstellen am besten entschärfen könne.

An der Verkehrsschau hatten Streu, Vize-Bürgermeisterin Simona Loupal (SPD/parteifrei), das Straßenbauamt Freising und die Polizei teilgenommen. „Wir haben uns die Situation in der Ortsmitte angeschaut“, sagte Streu. Die Frage, ob die Hauptstraße auf Tempo 30 beschränkt werden könne, sei negativ bewertet worden. Da Kindergarten und Schule nicht direkt an der Straße lägen, fehle die gesetzliche Grundlage. Diese Einschätzung stieß bei einigen Ratsmitgliedern auf Unverständnis. Maria Feckl (Grüne) etwa verwies auf den schlechten Zustand der Fahrbahn und das hohe Gefahrenpotenzial durch die vielen Lastwagen gerade für Kinder, die mit dem Rad unterwegs seien. „Das ist Wahnsinn“, so Feckl. Das Gefahrenmoment führte Loupal ebenfalls an und nannte als weiteres Argument die hohe Lärmbelastung, die über ein Gutachten genau festgestellt werden soll. Thorsten Scharmatinat (Grüne) regte an, die Kosten hierfür zu ermitteln.

„Immer hat das Auto Vorrang“

Erwin Nominacher (SPD) war ebenfalls dafür, den Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung dennoch zu stellen, und kritisierte: „Immer hat das Auto Vorrang.“ Es gehe um Rücksichtnahme und die Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer. Auch Georg Els jun. (AWG) war für den Antrag, der gut und fachlich fundiert begründet werden müsse. Peter Feckl (AWG) hingegen meinte, es handle sich um eine „ganz normale Staatsstraße“ und keinen Sonderfall. Da müssten Ortsdurchfahrten dann schon deutschlandweit auf 30 km/h begrenzt werden. Einer der nächsten Schritte soll bei dieser Thematik das Lärmschutzgutachten sein.

Situation am Radweg ist ärgerlich

„Was uns ganz viel ärgert“, so Streu, sei die Situation bei dem als Radweg genutzten Kiesweg entlang der Hauptstraße. „Der Weg schaut furchtbar aus und wird oft zugeparkt.“ Die Grundstücksfrage und rechtlichen Grundlagen seien unklar, weil der Weg nur eine Flurnummer besitze und als Anliegerstraße gewidmet sei. Marlene Pawelczyk (AWG) hielt es für sinnvoll, den Bereich zwecks Übersichtlichkeit abzugrenzen. Loupal wies darauf hin, dass es bereits einen Radunfall mit einem Kind gegeben habe. Die Gemeinde will das Gespräch mit den Anliegern suchen.

Keine Einwände habe es gegeben, eine temporäre Ampelanlage auf Höhe Wintermayr und Eicher-Wohnpark für zwei bis vier Wochen aufzustellen und hier auch die Querungen zu zählen. Zusätzlich soll händisch ermittelt werden, wer quere, um Aufschluss über die Altersgruppen zu erhalten. Es spreche auch nichts dagegen, Abstandsschilder zum Schutz der Radfahrer aufzustellen, informierte Streu weiter. Es müsse dazu ein schriftlicher Antrag formuliert werden und die Gemeinde die Kosten für das Schild übernehmen. Diese Schilder, wie sie etwa in Erding stehen, hatte Loupal bereits Anfang 2020 vorgeschlagen (wir berichteten). Scharmatinat fragte, ob diese Schilder verbindlichen Charakter hätten. Es sei ein „Hinweis zur Sicherheit“, erwiderte Streu, und Pawelczyk ergänzte, dass die Abstandseinhaltung inzwischen gesetzlich verpflichtend sei.

Werbetafeln sollen entfernt werden

Die drei Ausfahrten vom Kies-Parkplatz auf dem ehemaligen Wörl-Gelände auf die Staatsstraße sollen auf maximal zwei begrenzt werden. Man müsse „noch mit der Kirche sprechen“, so der Bürgermeister. Dem Vorschlag, an der Tadinger Straße bei der Straßenlaterne einen Verkehrsspiegel anzubringen, um einen besseren Blickwinkel zu erhalten, stimme das Straßenbau nicht zu. Der Spiegel an dieser Stelle erhöhe laut Behörde eher die Unfallgefahr.

Die Werbetafeln in Nähe der Ampel sollen entfernt werden. Das sei bereits weitgehend geschehen. Auch eine Hecke sei zurückzuschneiden, man habe den Besitzer informiert. Die Baustelle an der ehemaligen Metzgerei Wintermayr sei so einzurichten, dass die Sichtachsen eingehalten würden. Die Baumaterialien müssten entsprechend gelagert werden.

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