Gemeinde Forstern 

Allein das Personal kostet 2,7 Millionen

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Neues Feuerwehrhaus, neuer Bauhof, neues Rathaus: Forstern hat sich für 2018 und die folgenden Jahre einiges vorgenommen. Entsprechend ambitioniert ist der Haushalt der Kommune. An der Steuerschraube wird aber nicht gedreht.

Von Vroni Macht

Forstern– Den zweithöchsten Haushaltsansatz in der Geschichte Forsterns hat der Gemeinderat verabschiedet. Der Etat 2018 hat ein Gesamtvolumen von 13,64 Millionen Euro (2017: 13,72 Mio.).„Auch in diesem Jahr sind die Einnahmen und Ausgaben knapp berechnet und vorsichtig geschätzt. Sparsamkeit war oberstes Gebot“, fasste Kämmerer Jochen Goldammer zusammen.

Den größten Anteil an den Ausgaben im Verwaltungshaushalt machen mit 2,7 Millionen Euro die Personalkosten aus, erklärte Bürgermeister Georg Els (AWG). Aktuell beschäftigt die Gemeinde 83 Mitarbeiter – vom Bauhof bis zur Bücherei. Zweitgrößter Posten ist die Kreisumlage, die mit 1,8 Millionen Euro so hoch ist wie nie.

Nach den Anteilen an der Einkommensteuer ist die Gewerbesteuer die größte Einnahmequelle. Sebastian Hohentanner (SPD/Die Grünen) sprach in diesem Zusammenhang an, ob die Gemeinde nicht den Hebesatz für die Gewerbesteuer anheben sollte. „Das würde ein bisschen Geld in die Kasse bringen“, meinte er.

Els hatte für diesen Vorstoß kein Verständnis. „Das sollte man nur diskutieren, wenn die Haushaltslage so dramatisch ist, dass man keine andere Wahl hat.“ Man fahre mit dem aktuellen Hebesatz seit Jahrzehnten sehr gut. Freilich zahlten von den rund 450 Betrieben in Forstern nicht alle Gewerbesteuer. Betroffen seien aber in jedem Fall die 57 GmbHs – „lauter Mittelständler, lauter Familienbetriebe“, so Els.

Er wies zudem darauf hin, dass es erst ab einer Erhöhung um mindestens 100 Punkte effektiv sei. „Aber dann haben wir einen Aufstand in Forstern“, warnte Els. Dem schloss sich das Gremium an und votierte dafür, den Hebesatz bei 330 v.H. zu belassen. Lediglich Hohentanner stimmte dagegen. Einstimmig fiel der Beschluss, die Hebesätze für die Grundsteuern A und B weiterhin bei jeweils 340 Punkten festzusetzen.

Im Vermögenshaushalt hat der Neubau des Feuerwehrhauses oberste Priorität. Weitere Entscheidungen dazu sollen in der ersten Januar-Sitzung fallen. Zeitnah soll auch der Bauhof realisiert werden. Fürs neue Kinderhaus in Karlsdorf sind vorerst nur 250 000 Euro vorgesehen. „Wir kommen voraussichtlich nicht zum Bauen. Erst müssen Bebauungs- und Flächennutzungsplan geändert und die Eingabeplanung erstellt werden. Die Baukosten ereilen uns wohl ab 2019“, sagte Els.

Hohentanner vermisste im Haushalt Geld für die offene Jugendarbeit. „Es muss mal etwas passieren“, forderte er. Els erklärte, „wir müssen erst wissen, wo wir die Jugendlichen unterbringen, bevor wir uns Gedanken über Personal machen“. Ob diese Reihenfolge so sein müsse, bezweifelte Hohentanner. „Es passiert halt nichts. Aber wenn jemand da wäre, könnte die Arbeit mit den Jugendlichen auch ohne Räume beginnen.“

Annett Taubert (CSU) plädierte dafür, die Raum- und Personalsuche müsse parallel passieren. „In diesem Jahr haben wir leider gar nichts zusammengebracht.“ Und Simona Loupal (SPD/Die Grünen) meinte, man finde vielleicht leichter einen Raum, wenn schon jemand da sei, der ihn betreut.

Tatsächlich hat Kämmerer Goldammer 10 000 Euro für Sozialarbeit und Jugend verplant. „Wichtig ist es, dass schon mal ein Ansatz da ist“, sagte Els. Mitte Januar will man sich weiter Gedanken machen – unter anderem über einen Standort für den Bauwagen, den die Gemeinde vor einiger Zeit bereits erstanden hat.

Eckdaten Haushalt 2018

Verwaltungshaushalt: Wichtigste Einnahmen:

Einkommensteuer: 2,9 Mio. Euro

Gewerbesteuer: 1,3 Mio. Euro

Wichtigste Ausgaben:

Personal: 2,7 Mio. Euro

Kreisumlage: 1,8 Mio. Euro

Vermögenshaushalt: Wichtigste Einnahmen:

Zuschuss FF-Haus: 300 000 Euro

Städtebauförderung Ortsmitte: 262 000 Euro

Grundverkauf: 500 000 Euro

Gewerbegrundverkauf: 1,45 Mio. Euro

Rücklagen-Entnahme: 968 000 Euro

Wichtigste Ausgaben:

Neubau FF-Haus: 1,4 Mio. Euro

Hochwasserschutz: 252 000 Euro

Neubau Kita Karlsdorf: 250 000 Euro

Neubau Bauhof: 200 000 Euro

Abriss Wörlsaal: 200 000 Euro

Planung Rathaus neu: 100 000 Euro

Schulhaussanierung: 100 000 Euro

Schuldenstand:

Darlehensaufnahme: 2 Mio. Euro

Kredittilgung: 892 700 Euro

Schulden Ende 2018: 5,4 Mio. Euro

Pro-Kopf-Verschuldung: 1416 Euro

Rubriklistenbild: © dpa

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