Der Rohbau für das neue Kinderhaus in Karlsdorf steht. Jetzt wurden die nächsten Gewerke ausgeschrieben.
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Der Rohbau für das neue Kinderhaus in Karlsdorf steht. Jetzt wurden die nächsten Gewerke ausgeschrieben. 

Die nächsten Gewerke sind ausgeschrieben

Beim Kinderhaus Karlsdorf geht’s weiter

  • Veronika Macht
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Der Nachtragshaushalt der Gemeinde Forstern ist genehmigt. Damit kann es jetzt auch beim Neubau des Kinderhauses in Karlsdorf weitergehen. Dort ist die Gemeinde ziemlich in Verzug geraten.

Forstern – Zum Zeitfenster für den Neubau des Kinderhauses in Karlsdorf hatte Architekt Michael Jaksch vor einem Jahr beim Spatenstich gesagt: „Ab sofort bis Ende nächsten Jahres.“ Der damalige Bürgermeister Georg Els (AWG) hatte schon damals gewarnt: „Das ist ein sehr spannendes Zeitfenster, da darf uns nichts Großes dazwischen kommen.“

Genau das ist aber passiert. Die Ausschreibungen einiger Gewerke mussten zurückgenommen werden. Wie berichtet, hat der Gemeinderat zum Beispiel vorigen November die Ausschreibung der Spenglerarbeiten und der Abdichtung des Flachdachs aufgehoben. Damals war nur ein Angebot eingegangen – und das lag auch noch weit über der Kostenberechnung.

Der Rohbau steht

Inzwischen steht der Rohbau, das Dach ist dicht und begrünt. Von einer Fertigstellung des Kinderhauses in diesem Jahr noch ist man aber weit entfernt: „Nach heutigem Stand wird das Kinderhaus nicht vor Ende 2021 fertig“, hatte Bürgermeister Rainer Streu (AWG) im Mai im Gemeinderat gesagt, als es um den Kauf der Hortcontainer ging.

Zahlreiche Gewerke wurden noch nicht ausgeschrieben, darunter Zimmerer-, Estrich- und Malerarbeiten, Bodenbeläge, die Einrichtung oder auch der Garten- und Landschaftsbau.

Zwei Wochen lang stand nicht fest, ob diese überhaupt so bald ausgeschrieben werden können. Der Grund: Die Genehmigung des Nachtragshaushalts lag noch nicht vor, weshalb die Gemeinde Vorsicht walten ließ. Doch schon in der Juni-Sitzung hatte Streu versichert: „Es ist alles vorbereitet, sodass wir jederzeit ausschreiben können.“ Das ist jetzt für die nächsten Gewerke passiert, denn der Etat ist seit dieser Woche genehmigt (siehe unten).

Gesamtkosten: rund 4,765 Millionen Euro

Ganz aktuell hat man also die Ausschreibungen von Heizung/Lüftung/Sanitär sowie Elektro und Türzargen auf den Weg gebracht, berichtet Streu auf Nachfrage der Heimatzeitung. Die Gebäudetechnik hatte Jaksch in der Gemeinderatssitzung als dringendsten Punkt für den Baufortschritt bezeichnet. Hier werde mit Kosten von 96 000 Euro für Heizung, 210 000 Euro für Sanitär, 249 000 Euro für Lüftung und 266 000 Euro für Elektro gerechnet.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir gute Angebote bekommen und nach der Sommerpause Anfang September die Aufträge vergeben können“, sagt der Bürgermeister der Heimatzeitung.

Für den Neubau rechnet die Gemeinde mit Förderungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Für die Gesamtkosten hatte die jüngste Berechnung aus dem Jahr 2018 bei 4,485 Millionen Euro gelegen. Nach jetzigem Stand geht man von 4,765 Millionen Euro aus. Inwieweit man von der Mehrwertsteuersenkung profitieren kann, darüber herrschte Uneinigkeit im Gremium.

Sebastian Klinger (CSU) forderte eine Übersicht über die Budgetauslastung – „wie viel haben wir schon ausgegeben?“ Auch Gerhard Eicher (CSU) wünschte sich eine Zusammenstellung darüber, welche Gewerke schon fertig sind und was wie viel gekostet hat. „Dann bekommen wir ein Gefühl, wo wir wirklich stehen“, meinte Eicher. Und auch Stefan Ganghofer (CSU) forderte eine „Baukostenverfolgung“. Diese Zahlen und Daten will Architekt Jaksch nun zusammenstellen.

Landratsamt genehmigt Nachtragshaushalt - unter Auflagen

Das Landratsamt Erding hat den ersten Nachtragshaushalt der Gemeinde Forstern im Jahr 2020 genehmigt. Der war, wie bereits berichtet, notwendig geworden, weil es mit dem geplanten Erlös aus dem Verkauf von Gewerbegrund für den neuen Edeka heuer doch nichts wird. Stattdessen muss die Gemeinde Kredite über insgesamt 2,4 Millionen Euro aufnehmen, um alle Ausgaben stemmen zu können. 

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend berichtete Bürgermeister Rainer Streu (AWG), dass der Haushalt „unter Auflagen“ genehmigt und die Fraktionssprecher bereits informiert worden seien. Zu den Auflagen zählt zum Beispiel, dass bei der Vorberatung des nächsten Haushalts das Landratsamt von Anfang an dabei sein werde, um zu schauen, wo man sparen könne, was Pflichtaufgaben und was freiwillige Leistungen sind. 

Bereits Ende April war beschlossen worden, den Bürgermeister zu Darlehensaufnahmen über 2,4 Millionen in diesem Haushaltsjahr zu ermächtigen. Weil das aber noch der alte Gemeinderat getan hat, ließ Streu nun erneut abstimmen. Jedoch soll nicht die ganze Summe auf einmal aufgenommen werden, sondern in zwei Teilbeträgen. Zunächst geht es um 1,4 Millionen Euro, später im Jahr nochmals um eine Million Euro. Die Laufzeit soll jeweils 20 Jahre betragen. Streu wurde einstimmig ermächtigt, die Darlehen bei dem Anbieter mit den für die Gemeinde günstigsten Konditionen aufzunehmen.

vam

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