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Dauerparkende Wohnmobile, Anhänger und Autos sind ein Problem in Tading. Sie blockieren die öffentlichen Stellplätze der Gemeinde, die sich nahe der Kirche befinden, wo sich Lärchen- und Eichenstraße treffen.

Mitten in Tading

Kampf den Dauerparkern

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Forstern – Wohnmobile und Anhänger, die dauerhaft auf Gemeindeparkplätzen in Tading abgestellt sind, ärgern Anwohner, Besucher und Kommune. Letztere will dem nun einen Riegel vorschieben.

Parkplätze in Tading, besonders rund um die Kirche, sind rar. Dort, wo sich Lärchen- und Eichenstraße treffen, besitzt die Gemeinde Forstern gut zehn Stellflächen, die für die Öffentlichkeit gedacht sind. Doch meist sind sie von Dauerparkern belegt, die ihre Autos, Wohnmobile oder Anhänger abstellen.

„Es gibt permanent Probleme“, erklärte Bürgermeister Georg Els (AWG) in der Gemeinderatssitzung. Dort war die Situation Thema, nachdem eine Anwohnerin moniert hatte, dass Kirchgänger deswegen auf der Straße oder weiter weg parken müssten. „Der Parkplatz wurde für Kirchenbesucher geschaffen und nicht für Anlieger oder Dauerparker“, stimmte Els zu.

„Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit und Gleichbehandlung. Es sollte niemand jahrein, jahraus Parkplätze unentgeltlich nutzen dürfen, während andere dafür zahlen müssen. Letztendlich ist es paradox. Manche haben einen Anhänger, ein Wohnmobil, mehrere Autos – aber die Garage wird als Lager benutzt“, kritisierte Els und stellte klar: „Was da steht, sind Fahrzeuge, die eigentlich auf Privatgrund untergebracht werden müssten.“

Der Bürgermeister präsentierte in der Sitzung „die ganze Bandbreite an Möglichkeiten“, wie man dem Problem Herr werden könnte. So wäre es denkbar, den Dauernutzern die Stellplätze zum Kauf anzubieten. „Die Ablöse für einen Platz liegt bei knapp 7000 Euro“, erklärte Els und erinnert daran, dass man Am Alten Brunnen ebenso verfahren sei. Franz-Josef Obermaier (AWG) gefiel die Verkaufsidee gar nicht. „Die Flächen werden durch die Kirchenbesucher und die Öffentlichkeit zu sehr benötigt“, erklärte er.

Gerhard Eicher (CSU) warnte vor den Konsequenzen: „Was tun die Leute, wenn sie ihre Fahrzeuge dort nicht mehr hinstellen können? Dann fahren sie zehn Meter weit und stehen auf der Straße.“ Solange sie dabei keine Ein- und Ausfahrten behindern, könne man dagegen nichts machen, erklärte Geschäftsleiterin Christine Pettinger.

Peter Feckl (AWG) schlug eine Kombination vor: ein paar Plätze verkaufen, den Rest öffentlich lassen und per Schild die Nutzung durch Camper und Anhänger verbieten.

Minimallösung jedoch sei die Beschränkung der Parkzeit auf fünf Stunden, wie es bereits am Kirchplatz in Forstern gehandhabt wird. „Die Konsequenz daraus ist aber, dass wir irgendwann den ruhenden Verkehr überwachen lassen müssen – und dann im ganzen Gemeindegebiet“, gab Els zu bedenken.

Bisher lässt Forstern nur den fließenden Verkehr vom Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern kontrollieren. Die Höhe der Kosten für die 15 Stunden pro Monat hänge mit vielen Faktoren zusammen – etwa mit der eingesetzten Messtechnik und mit der Menge an Filmmaterial, das ausgewertet werden muss. Je mehr Verstöße registriert werden, umso mehr bekommt die Gemeinde, aber umso höher sind auch die Ausgaben. Im vergangenen Jahr etwa lagen die Bußgelder bei rund 77 000 Euro, ausgegeben wurden etwa 30 000 Euro.

Entscheidet sich der Gemeinderat für eine zusätzliche Kontrolle des ruhenden Verkehrs, kämen weitere Kosten hinzu. Wie sich diese zusammensetzen, steht auf der Internetseite des Zweckverbands unter www.kvue-suedostbayern.de. Verbandsmitglieder zahlen demnachfür die Park-Überwachung 34 Euro pro Stunde. Hinzu kommen der gleiche Stundensatz für die Sachbearbeitung sowie Porto-, An- und Abfahrtspauschalen.

„Ich kann mir gut vorstellen, einen Teil der Plätze der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und den anderen Teil zur Anmietung anzubieten, zum Beispiel über Jahresmietverträge“, sagt Els auf Nachfrage. Entscheiden muss aber letztlich der Gemeinderat. Dieser beauftragte die Verwaltung damit, genauere Lösungsvorschläge für Tading auszuarbeiten.

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