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Der geschwungene Bau des Kinderhauses, der dem Gemeinderat sehr gut gefiel, ist in dieser ersten Skizze rosa dargestellt. Nordöstlich ist der Wendehof zu erkennen. Durch den Grünstreifen im Osten führt der Kurzschluss zur Preisendorfer Straße.

Gemeinderat Forstern 

Kinderhaus für fünf Gruppen in Karlsdorf

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Die Gemeinde Forstern baut ein neues Kinderhaus in Karlsdorf. Es soll in der Verlängerung vom Kastanienweg entstehen und Platz für mehr als 100 Kinder in insgesamt fünf Gruppen bieten.

Forstern – Jetzt geht’s richtig flott: Erst in der Ratssitzung Mitte Mai war das Thema „Neubau einer Kindertagesstätte“ in Karlsdorf öffentlich geworden, bereits zwei Wochen später fiel der einstimmige Beschluss: Das neue Kinderhaus soll in Karlsdorf in der Verlängerung vom Kastanienweg, neben der Pferdepension Weizenbeck, entstehen.

In der jüngsten Sitzung stellte Architekt Michael Jaksch seine Ideen für den Neubau vor. Er hatte zwei Varianten vorbereitet: einen Z-Bau und ein Gebäude in geschwungener Form, fast wie ein Viertelkreis. Letztere hatte es den Ratsmitgliedern besonders angetan.

Für seine Planungen hat Jaksch einen Bedarf von insgesamt 105 Betreuungsplätzen zu Grunde gelegt. Im Kinderhaus sollen zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen unterkommen – und damit zwei Gruppen mehr als bisher im Gemeindebereich vorhanden sind. Mittelfristig entstehen also Räume für jeweils eine weitere Krippen- und Kindergartengruppe. „Das ist wichtig für die Zukunft und absolut nicht überzogen, vor allem wenn man bedenkt, dass der Bedarf, auch an Integrations- und Inklusionsplätzen, stetig steigt“, erklärte Bürgermeister Georg Els (AWG).

Das betreffende Areal südlich des Bebauungsplans Karlsdorf Mitte war ursprünglich als dessen Erweiterungsfläche vorgesehen. Jedoch können einige Parzellen aus Immissionsschutzgründen wegen des nebenliegenden Pferdehofs nicht mit Wohnhäusern bebaut werden. Genau dieses Areal ist groß genug für das Kinderhaus mit Garten und ausreichend Parkplätzen. Zusätzlich wäre mindestens noch eine Parzelle für Wohnungsbau möglich.

In der favorisierten Variante ist der Neubau im südlichen Bereich des Umgriffs platziert. Im Nordwesten könnte ein Wendehof entstehen, außerdem ein Verbindungsweg zur Preisendorfer Straße, damit der Verkehr zum Kinderhaus nicht durch die Siedlung führt.

Els schlug vor, ein Grundstück im Norden als Baugrund zu verkaufen. Das weitere Areal, das wegen der Emissionen vom Pferdehof ohnehin nicht für Wohnzwecke bebaut werden kann, solle zunächst eventuell als Puffer für Stellplätze dienen.

Zur Größe des Kinderhauses erklärte Jaksch, dass es staatlich geregelt sei, welche Flächen förderfähig sind – im Forsterner Fall sind das knapp 600 Quadratmeter. Zuzüglich weiterer Räume ergebe sich ein Nettobedarf von 760 Quadratmetern.

Pro Kindergartenkind seien 15 Quadratmeter Außenspielfläche vorgeschrieben, gesamt 1125. Ein Keller sei nicht zwingend nötig, jedoch empfehlenswert, meinte Jaksch mit Blick in die Vergangenheit: „Beim Kindergarten Villa Wirbelwind wurde auch lange überlegt, ob ein Keller gebraucht wird. Im Nachhinein war das Untergeschoss aber genau richtig“, sagte der Architekt und bekam dafür Zustimmung von allen Seiten.

„Es herrscht derzeit eine sehr gute Finanzierungssituation seitens des Freistaats. Das sollten wir nutzen“, sagte Els. Tatsächlich bezuschusst das Land Bayern einen Neubau einer Kindertagesstätte derzeit mit bis zu 90 Prozent – aber nur dann, wenn der Antrag bis spätestens 2018 gestellt wird und das Vorhaben bis 2021 abgerechnet ist. Alleine deshalb sei Eile geboten.

Der geschwungene Bau kam im Gemeinderat durchweg sehr gut an. „Das könnte ein Hingucker werden“, fand Erwin Nominacher (SPD). „Der Baukörper wirkt nicht so wuchtig, und er ist gut als kommunaler Bau erkennbar“, meinte Els.

Vizebürgermeister Sebastian Klinger (CSU) gefiel vor allem die Verkehrsführung mit dem Kurzschluss zur Preisendorfer Straße, der zur Entspannung im Baugebiet beitrage. Er plädierte in jedem Fall für einen Keller – ebenso wie Herbert Berger (AWG), der den Entwurf als „sehr ansprechend“ bezeichnete. Annett Taubert (CSU) erklärte, der Platz – ebenfalls inklusive Keller – sei keineswegs über Gebühr berechnet. Der Bedarf auch an Räumen für Logopäde, Ergotherapeut & Co. nehme stetig zu.

Architekt Jaksch soll nun einen Vorentwurf inklusive Kostenanalyse auf Basis des geschwungenen Baus erstellen. Die Verwaltung leitet derweil die Förderung in die Wege und prüft, ob die Architektenleistungen selbst ausgeschrieben werden müssen.

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