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Noch ein Hort-Container

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Für eine zweite Hortgruppe wird in Forstern ein weiterer Container aufgestellt. Zeitgleich will die Gemeinde Planungen für eine neue Kindertagesstätte beginnen – und hat sich dafür ein straffes Zeitfenster gesetzt.

ForsternDass in Sachen Kinderhort in Forstern Handlungsbedarf besteht, ist längst bekannt. Die Villa Kunterbunt platzt aus allen Nähten, und es gibt eine lange Warteliste. Vor gut zwei Monaten schien die ideale Lösung gefunden zu sein, als Bürgermeister Georg Els (AWG) dem Gemeinderat ein Haus in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Hort präsentierte. In dem Gebäude, das die Gemeinde bereits angemietet hat, könne der Hort unterkommen (wir berichteten).

Nun berichtete Els in der Ratssitzung, dass Mitte April ein Ortstermin mit Verwaltung, Landratsamt, Hortleitung und Architekt stattgefunden habe. Dabei ging es sowohl um eine Erweiterung der bestehenden Containeranlage als auch um einen Umbau des Mietshauses zum Hort. „Beides ist möglich“, fasste Els zusammen. „Jedoch muss in jedem Fall sichergestellt sein, dass es sich wirklich nur um eine Übergangslösung handelt und zeitnah mit dem Bau eines richtigen Hortgebäudes begonnen wird.“

Für beide Varianten müsste die Gemeinde einiges tun – bei der Container-Lösung etwa einen eigenen zweiten Rettungsweg für den neuen Container. Das Mietshaus am Feldweg müsste umgebaut werden. Unter anderem wäre es nötig, eine Dusche im Erdgeschoss durch eine Toilette zu ersetzen, sodass jeweils ein WC für Mädchen und für Buben vorhanden ist. Auch in Sachen Brandschutz gebe es Handlungsbedarf. Unterkommen könnte im Haus aber auch nach dem Umbau nur eine Gruppe, erklärte Els. Der Hort wäre also zweigeteilt.

Der Hauseigentümer habe Umnutzung und Umbau zugestimmt – wenn die monatliche Miete und die Nebenkostenpauschale erhöht würden und die Gemeinde den Rückbau erledige, wenn das Mietverhältnis beendet ist.

Die Verwaltung hat sich bereits in Sachen Container auf die Suche begeben und zwei Angebote eingeholt. Das günstigste liegt bei 156 000 Euro inklusive Ausstattung.

Zwölf Wochen Lieferzeit

Die Kosten für das Haus – einschließlich Umbauten, Ausstattung und Rückbau nach Mietende – schätzt die Verwaltung auf etwa 150 000 Euro.

Die weiteren Containermodule, die auch der Wunsch des Hortpersonals sind, haben eine Lieferzeit von zwölf Wochen. „Wenn sie bis September einsatzbereit sein sollen, müsste die Firma noch im Mai den Auftrag bekommen“, so Geschäftsleiterin Christine Pettinger. Diesen Liefertermin hätten beide angefragten Firmen zugesagt. Rechtlich sei zudem eine Bebauungsplanänderung nötig, die ebenfalls drei Monate dauere.

„Ich habe einen Bammel vor der Zeit, dass wir das bis September nicht hinkriegen“, meinte Els. Er wolle „keine Garantie geben, dass wir es fristgerecht hinbekommen“. Dem stimmte Pettinger zu: „Die Container sind als Kindergartenmodule ausgelegt und sollten die Brandschutzauflagen erfüllen. Sollte das Landratsamt aber doch zusätzliche Maßnahmen fordern, kann sich das hinziehen.“

Angesichts dessen plädierte Max Reiser (AWG) für den Hort im Haus. Hier habe die Gemeinde mehr Planungssicherheit. Herbert Berger (AWG) hingegen hielt die Container für besser. „Das Haus gehört der Gemeinde nicht, da finde ich es schwierig, etwas umzubauen.“ Außerdem brauche die Kommune das Mietshaus mit Wohnungen anderweitig – etwa als Obdachlosenunterkunft. Auch Erwin Nominacher (SPD/Die Grünen) erklärte: „Wir haben das Haus gemietet, weil wir einen Bedarf für Obdachlose haben. Und dieses Problem wird nicht weniger.“

Sebastian Klinger (CSU) hielt aus pädagogischen Gründen nichts von einer Aufteilung der Hortgruppen. „Es ist sinnvoller für Kinder und Personal, den Hort nicht auseinanderzureißen“, meinte auch Annett Taubert (CSU).

Eingabeplan für neue Kita noch heuer

Für Anton Oskar (CSU) war es zu riskant, das Mietshaus anzupacken: „Wir müssen da ein altes Haus umbauen. Keiner von uns weiß, was auf uns zukommen kann.“

Einig waren sich die Gemeinderäte, dass jegliche Lösung nur für den Übergang sein soll. Immerhin ist der Grund, auf dem der Hort steht, Teil des neuen Ortszentrums, dessen Planungen sich bekanntermaßen schon seit Jahren hinziehen. Darauf verwies auch Stefan Ganghofer (CSU): „Ich halte es nicht für gut, jetzt in der Ortsmitte wieder etwas zu verändern. So kommen wir nie voran.“

Einstimmig fiel letztlich der Beschluss, weitere Container möglichst bis September zu realisieren. Man will das güngstigste Angebot annehmen und eine Lieferfrist unter Vertragsstrafe festsetzen. Der Mietvertrag soll zunächst über zwei Jahre laufen. Möglichst dann soll schon eine neue Kita stehen, um die Module schnellstmöglich abbauen zu können.

Dafür muss die Kommune zügig arbeiten. Im Gespräch für den Neubau ist eine Fläche in Karlsdorf, die der Gemeinde gehört. Steht dieses Kinderhaus, könnte der Kindergarten Villa Wirbelwind vom Franz-Jaksch-Weg dorthin umziehen und der favorisierte Schulkindergarten mit dem Hort in dessen Räumen unterkommen. „Wenn wir das wollen, muss der Eingabeplan noch heuer fertig sein“, sagte Els. „Das ist eine brisante Sache.“ Darum soll schon in der nächsten Sitzung weiter beraten werden.

Von Vroni Macht

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