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Raser in Karlsdorf

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Auto- und Lastwagenfahrer, die sich nicht ans Tempolimit halten: In Karlsdorf ist das seit längerem ein Problem. An die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h halten sich nicht alle.

Forstern Im Bereich des Forsterner Gemeindeteils Karlsdorf wird gerne gerast. Dieses Problem sprach nun in der Gemeinderatssitzung Herbert Berger (AWG) unter dem Punkt „Verschiedenes“ an: „Dort, wo die 30er-Beschränkung gilt, soll es richtig wild sein“, sagte Berger. Jedes Mal, wenn dort geblitzt wird, seien drei bis sechs Führerscheine weg. „Daran ist ja aber nicht der Blitzer schuld, oder“, fragte der AWG-Rat süffisant.

„Es ist eben ein Spagat“, sagte Bürgermeister Georg Els (AWG) und blickte zurück. Bekanntermaßen hatte die Gemeinde die Beschränkung auf 30 km/h auf der Gemeindeverbindungsstraße Pastetten-Preisendorf im Kreuzungsbereich bis zur Bebauung auch deswegen erlassen, um die Anlieger zu schützen. Sie hatten den zunehmenden Verkehrslärm bemängelt, denn die Straße durch Karlsdorf sei zur Rushhour eine beliebte Umleitungsstrecke der Bundesstraße B 12 (wir berichteten).

„Die Anwohner haben sich beschwert, dass in diesem Bereich regelrecht in den Ort hineingerast wird. Also haben wir diese Stelle mit der Polizei angeschaut und blitzen jetzt“, sagte Els. Er gab zu, er habe anfangs nicht so recht glauben wollen, dass dort tatsächlich rasende Laster und Autos unterwegs sind.

„Lebensgefährlich“

Ernüchterung habe sich jedoch beim Blick auf die ersten Auswertungen eingestellt. „Acht oder zehn Prozent des fließenden Verkehrs, die eine Ordnungswidrigkeit begehen – das ist nicht weiter ungewöhnlich“, erklärte Els. „Wenn es aber über 30 Prozent sind, und das auch noch in einem Bereich, in dem auf eine Kreuzung zu- oder von dort weggefahren wird, dann stimmt einen das schon nachdenklich“, sagte der Bürgermeister. Er erklärte, dass man anfangs trotz des geltenden Tempo 30 erst ab 50 km/h geblitzt habe – und schon dabei „erhebliche Überschreitungen“ registriert worden seien. Der Schnellste sei gar mit 180 Sachen geblitzt worden, berichtete Geschäftsleiterin Christine Pettinger.

Auch Rainer Streu (AWG) sprach die teils sehr gefährliche Situation in Karlsdorf an. Im neuen Baugebiet lebten viele junge Familien, die gerne spazieren gehen. „Der Anstieg an Leuten, die mit dem Kinderwagen aus dem Baugebiet raus, den Lindacher Weg entlang nach Forstern und zurück gehen, ist enorm“, berichtete Streu.

Es sei wichtig, dass nur Tempo 30 gelte, denn „schon wenn 50 gefahren wird, ist das nicht gefährlich, sondern lebensgefährlich“. Abends zwischen 17 und 18 Uhr etwa könne man dort gar nicht gehen: „Da wird man zusammengefahren.“

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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