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Zwischen Bäumen, Straßenlaterne und Maibaum in Karlsdorf wäre ein guter Standort für die neue Sirene. Die Anwohner fürchten neben dem Lärm auch, dass der Maibaumstandort entwertet wird.

Gemeinderat Forstern

Wohin mit der neuen Sirene?

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Forstern – Karlsdorf bekommt eine neue Sirene. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat Ende Oktober verschiedene Standorte dafür diskutiert. Als idealen Platz für den freistehenden Mast sahen die Räte in der Sitzung eine Fläche beim Maibaum, im Bereich der Bushaltstelle. Das sorgte nun für Aufregung bei den Anliegern.

„Deren Befürchtung ist es, dass der Sirenenmast den Maibaumstandort entwertet“, erklärte Bürgermeister Georg Els (AWG) in der Gemeinderatssitzung, zu der viele Karlsdorfer gekommen waren. Zudem hätten einige Betroffene gehofft, dass die Alarmierung künftig anderweitig erfolge – etwa über Funkmeldeempfänger. So gebe es keine Lärmbelästigung mehr.

„Mir ist bewusst, dass ein Sirenenstandort nie große Freude erregt“, sagte Els. Die Kommunen hätten immer größere Probleme damit, einen passenden Standort zu finden. Der Rathauschef zeigte dennoch Verständnis für die Kritik an der Vorgehensweise des Gemeinderats.

„Ich war der Meinung, dass der Standort mit den Anliegern abgesprochen worden ist“, meinte Vizebürgermeister Sebastian Klinger (CSU) und plädierte für eine andere Art der Alarmierung. Immerhin wolle niemand eine Sirene vor der eigenen Haustür haben. „Sicher ist das eine Einrichtung, die stört. Die wird niemand freiwillig in seiner Nähe haben wollen“, sagte Els. Hier schaltete sich Max Reiser (AWG) ein. Dass der Standort am Maibaum aus ästhetischen Gründen nicht perfekt sei, verstehe er. Er könne aber nicht akzeptieren, dass jemand sage: „Bei mir soll die Sirene nicht stehen, sondern bitte woanders.“

AWG-Ratsmitglied und Feuerwehrkommandant Rainer Streu erklärte, der Lärmeinwand sei gerechtfertigt, bei der Optik habe man sich aber vielleicht keine Gedanken gemacht. „Wir als Feuerwehr hängen nicht an dem Standort“, stellte er klar und schlug eine Probebeschallung vor.

Eine Funk-Alarmierung mache aus seiner Sicht vor allem in Städten mit mehreren Einsätzen am Tag Sinn. In Forstern sei 2015 nicht einmal 20 Mal per Sirene alarmiert worden. „Man kann überlegen, ob wir mittelfristig komplett auf Funkmelder umsteigen. Wir sind jedoch skeptisch, ob es sinnvoll ist, ganz auf die Sirene zu verzichten“, sagte Streu. „Solange wir im Gemeindegebiet Sirenen haben, soll auch in Karlsdorf eine stehen“, meinte Sebastian Hohentanner (SPD/Die Grünen). Und Franz Wintermayr (CSU) fand, man sollte „absolut nicht auf laute Alarmierung verzichten. Im schlimmsten Fall leidet eben die Optik.“

Stefan Ganghofer (CSU) hingegen war der Meinung, dass der Mast den Platz verschandeln würde. „Wir sollten schauen, ob wir nicht jemanden finden, der sich die Sirene aufs Dach montieren lässt“, meinte er. Rosa Lehrer erinnerte an die Zeit, als die Sirene in Preisendorf versetzt wurde. „Da hat’s auch viele schimpfende Leute gegeben“, sagte die AWG-Rätin. Sie selbst sei mit der Sirene aufgewachsen und bei jedem Alarm froh, dass es in der Gemeinde Menschen gibt, die im Ernstfall helfen.

„Ich lebe seit 46 Jahren mit einer Sirene, die 80 Meter vom Schlafzimmer entfernt ist“, erklärte Franz-Josef Obermaier (AWG). Er sah als Problem weniger die Lautstärke, als den Heulton – und das Wissen, dass etwas passiert sei. In Sachen Standortfrage brachte er die Möglichkeit ins Spiel, die Sirene an eine Straßenlaterne auf Gemeindegrund zu montieren.

Bevor eine endgültige Entscheidung fällt, prüft die Verwaltung alternative Standorte. Wird einer gefunden, soll diesmal zunächst mit den Anwohnern gesprochen werden.

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