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„Hier hat das Hochwasser am schlimmsten gewütet“: An diesen Durchlässen am Hirschbach – im Hintergrund das Kriegerdenkmal und der Hirschbachwirt – ist laut Göran Brandhorst vom Planungsbüro Sehlhoff eine der kritischsten Stellen.

Forsterner Hochwasserkonzept

Nur große Rohre reichen nicht

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Forstern - Nicht in der Schublade verschwinden, sondern umgesetzt werden soll das Forsterner Hochwasserschutzkonzept. Um zu ermitteln, wo der meiste Handlungsbedarf besteht, erklärte Göran Brandhorst vom Planungsbüro Sehlhoff den Räten die Ergebnisse im Detail.

Der Brennpunkt, der beim Hochwasser 2013 für die meisten Schäden gesorgt hatte, befindet sich demnach am Hirschbach an der Tadinger Straße etwa auf Höhe des Hirschbachwirts. „Hier hat das Hochwasser am schlimmsten gewütet“, sagte Brandhorst. Die vorhandenen Doppelrohre hätten die Wassermassen nicht mehr aufnehmen können. Das Gewässer sei dort sehr eng und die beiden Durchlässe reichten nicht aus. Das Wasser habe sich dann seinen Weg über den Hirschbachweg gebahnt, zusätzliches Wasser vom Tadinger Feld habe die Situation noch verschlimmert.

Brandhorst schlug eine zusätzliche, größere Verrohrung vor, die man vermutlich ums Wirtshaus herum bauen müsse. „Man muss Wasser ordentlich führen, damit es die Kanäle findet“, erklärte der Experte. Er hat für seine Berechnungen vom Wasserwirtschaftsamt die hundertjährlichen Abflüsse der größten Gewässer bekommen: im Tadinger Graben 1,2 Kubikmeter pro Sekunde, im Unterstaudhamer Graben 1,8 und im Hirschbach sieben Kubikmeter. Bis letzterer Hochwasser führt, brauche es rund drei Stunden kräftigen Regen.

Im Tadinger Graben hingegen gehe das relativ schnell. Hier sollte man den Durchlauf verbessern, schlug Brandhorst vor. Laut den Berechnungen ist auch ein Teil des Gewerbegebiets östlich der Staatsstraße 2331 gefährdet. Wenn das Wasser einmal das Bachbett verlassen habe, finde es nicht mehr den Weg zurück. Eine relativ einfache Lösung wären hier leichte Geländebewegungen – eine Art Damm, der dem Gewässer den Weg zurück zeigt.

Am Wettinger Feld könnten ebenfalls leichte Geländebewegungen helfen, damit das Wasser gezielt in den Einlauf fließt. Eventuell könne man das Gewässer auch naturnah gestalten. Flankierend dazu schlug Brandhorst Rückhaltemaßnahmen vor. Anbieten würde sich, je nach Grunderwerb, eine Fläche zwischen Forstern und Unterstaudham.

Am Tadinger Graben seien ebenfalls eine naturnahe Gestaltung und ein vergrößerter Durchlass sinnvoll. Außerdem schlug Brandhorst vor, das Einzugsgebiet des vorhandenen Rückhaltebeckens bei Tading zu vergrößern, indem man das Oberflächenwasser mit einem Graben auffängt und einleitet. Ein Schutzdamm mit Entwässerungsgraben könnte helfen, um die Bebauung An der Seewiese in Preisendorf zu schützen. Vor allem Anton Oskar (CSU) äußerte Bedenken: „Verlagern wir mit größeren Rohrleitungen nicht einfach das Problem in andere Orte?“ Er sprach sich für mehr Retentionsflächen aus.

Brandhorst hingegen plädierte für eine Kombination aus besserer Abflussleistung und neuen Rückhaltemaßnahmen, denn für jede Verbesserung im Abfluss müsse man auch eine zusätzliche Retention schaffen, um die nachliegenden Orte zu schützen.

Mehr Pflanzen und Hecken auf den Agrarflächen, wie Sebastian Hohentanner (SPD/Die Grünen) anmerkte, könnten ebenfalls helfen. Wald sei am besten, ebenso Wiesen. Mais hingegen halte laut Brandhorst am wenigsten Wasser zurück und lasse sehr viel Schlamm entstehen. Und Schlamm sei „tödlich für jedes Rohr“.

In Sachen Kosten hatte der Fachmann gute Nachrichten: „Die Kosten werden sich in einem überschaubaren Rahmen bewegen.“ Brandhorst rechnet mit rund 600 000 Euro insgesamt. Am Dienstag, 1. März, berät der Gemeinderat über die Umsetzung der vorgeschlagenden Maßnahmen.

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