Ostern ziehen die ersten Asylbewerber ein

Großes Lob für Forsterner Unterkunft

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Forstern - Die Container stehen schon eine Weile, bis Ostern sollen die ersten Asylbewerber im Forsterner Gewerbegebiet einziehen.

Am Rande des Forsterner Gewerbegebiets, an der Straße Am Steinfeld, werden demnächst 40 Asylsuchende leben. Darüber informierten Bürgermeister Georg Els und der soziale Ansprechpartner Mathias Weigl sowie Christian Blatt und Anja Wosch vom Fachbereich Asylmanagement am Mittwoch rund 50 Interessierte. Im Raum des Volksbildungswerks hatte man sich zum Infoabend getroffen.

Fachbereichsleiter Blatt hatte sich zuvor mit Vertretern von Gemeinde und Helferkreis ein Bild vor Ort gemacht und war begeistert: „Die Containeranlage ist eine der schönsten, wenn nicht die schönste, die ich bisher gesehen habe.“ Das Landratsamt hat die Unterkunft auf Zeit auf Grund errichtet, den es von der Gemeinde für fünf Jahre gepachtet hat.

In zwei Etagen bietet die Anlage 20 Zimmer, jeweils 16 Quadratmeter groß und für je zwei Bewohner. Außerdem gibt es Küchen, Aufenthalts- und Sanitärräume. Die Außenanlagen werden bald hergerichtet, die Zimmer in den nächsten Wochen möbliert. „Wir planen, die Einrichtung vor Ostern sukzessive zu belegen“, erklärte Blatt. Die 40 Asylbewerber sollen also nicht auf einmal, sondern nach und nach einziehen.

Neben Weigl, der sich bereits um die aktuell 14 in Forstern lebenden Flüchtlinge kümmert und den Helferkreis koordiniert, wird auch Wosch regelmäßig vor Ort sein. Die Ethnologin ist vom Landkreis für die sozialpädagogische Betreuung zuständig und wird Hauptansprechpartnerin für die Helfer sein.

An Weigl und Wosch sowie ans Landratsamt solle man sich auch wenden, wenn man Probleme der Asylsuchenden untereinander oder mit anderen Bürgern bemerkt. Nur so könne man auf erste Anzeichen von Gewaltandrohung reagieren, erklärte Blatt, nachdem sich ein Anwesender nach dem richtigen Verhalten in einer derartigen Situation erkundigt hatte.

„In manchen Kulturkreisen besteht ein sonderbares Verhältnis zu Frauen“, äußerte ein anderer Bürger mit Verweis auf die Kölner Silvesternacht seine Sorge vor allem um die Mädchen, die am nahegelegenen Sportplatz trainieren. Er wollte wissen, ob es einen Wachdienst geben werde.

Sicherheitspatrouillen sind nicht vorgesehen, sagte Blatt und versuchte zu beruhigen. Es gebe im Landkreis durchaus Gewalttaten unter Asylbewerbern. Sämtliche Polizeieinsätze passierten aber wegen Auseinandersetzungen der Flüchtlinge untereinander – ob zwischen Männern, Frauen oder wegen häuslicher Gewalt. Prozentual komme das unter Deutschen jedoch genauso oft vor. Seit 1. Dezember 2015 habe es im Kreis Erding „keine einzige Anzeige wegen sexueller Belästigung, Nötigung oder Körperverletzung“ gegeben. „Ich will nichts verharmlosen, aber man darf auch nicht alle über einen Kamm scheren“, sagte Blatt. Auch Weigl erklärte, dass man die Bedenken der Bevölkerung keineswegs herunterspielen wolle, warnte jedoch zugleich vor Vorurteilen. Els könne verstehen, „dass jemand ein flaues Gefühl hat, wenn auf einmal viele Menschen in die Nähe ziehen, mit denen man sich nicht verständigen kann“.

Die Besucher wollten neben vielen allgemeinen Fragen zur Asylthematik auch wissen, was sie konkret dafür tun können, um die neuen Mitbürger zu integrieren und sie über die Sitten und Werte in Deutschland aufzuklären. „Dafür tun wir schon vieles“, sagte Weigl – etwa Sprachkurse, die Mitarbeit im Bauhof, die Integration von Kindern in Krippe und Kindergarten oder aktives Mitmachen im Sportverein. „Vor allem jetzt am Anfang ist es wichtig, mit den Leuten in Kontakt zu kommen“, erklärte er – sei es beim gemeinsamen Einkauf oder beim Erklären der Waschmaschine.

„Das sind Leute wie du und ich“, sagte Weigl, der nach dem Abend zum Kern des Helferkreises von rund 25 Bürgern eine handvoll weitere Helfer begrüßen konnte. Ihnen allen dankte Blatt für ihren Einsatz, denn: „Die Integrationsleistung vor Ort kann keine Behörde übernehmen.“

Der Helferkreis Forstern

lädt zum Kennenlernabend am Mittwoch, 9. März, ab 20 Uhr in die kleine Turnhalle in Forstern ein. Unter anderem gibt es Informationen über die aktuelle Flüchtlingssituation, Musik und internationales Fingerfood. Außerdem stellen sich der Helferkreis und die neuen Nachbarn im Ort vor. Alle Infos auf www.helferkreis-forstern.de.

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