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Mit ihrem intensiven und sensiblen Spiel zogen Oni Maurer und Giorgio Buraggi vom Theater „Eukitea“ die Grundschulkinder der Forsterner Schule in ihren Bann.

Grundschule Forstern

Raus aus der Mobbing-Falle

Forstern - Jeder kann in eine Opfer- oder Täterrolle geraten, doch wie kommt man raus aus der Mobbing-Falle? Darum ging es in einem präventiven Theaterprojekt an der Grundschule Forstern.

Ein nachhaltiges Präventionsprojekt zum Thema Mobbing fand für alle Forsterner Grundschulkinder in der Turnhalle statt. Das Schauspielerduo Oni Maurer und Giorgio Buraggi vom Theater „Eukitea“ zeigte in einer eindrucksvollen, interaktiven Aufführung des Theaterstücks „Gut so!“ den Schülern der ersten bis vierten Klassen, wie leicht sich eine Gruppe in der Mobbing-Falle verfangen kann – aber auch, wie sich jeder einzelne wieder daraus befreien kann. Abends sahen die Eltern diese Inszenierung mit anschließender Diskussion. Am nächsten Tag besuchten die Akteure die Schule erneut, um mit den Kindern der zweiten bis vierten Klassen das Thema in Workshops nachzubearbeiten.

Es sei darum gegangen, „präventiv etwas an der Schule zu machen“, erläuterte Petra Kölbl, Lehrerin der Klasse 4a. Sie hat gemeinsam mit der Schülermutter Marlene Pawelczyk das Projekt maßgeblich betreut. Letztere engagiert sich in der Mittagsbetreuung und ist Mitarbeiterin der Sparda-Bank, deren Sponsoring das Theater ermöglicht hat. Über sie kam der Kontakt zustande.

„Es ist gut, dass das Thema aufgeweitet und vertieft wird“, sagte Kölbl zu dem umfassenden Angebot, das die Eltern mit einbezieht. Im aussagekräftigen und zugleich unterhaltsamen Stück erlebte man zwischenmenschliche Abläufe, die auch den Erwachsenen nicht fremd sind, vielleicht bei den „Großen“ nur verbrämter daherkommen. Mit großem schauspielerischen Einsatz, minimalen Bühnenmitteln, einer starken Körpersprache, sensiblem Spiel und gutem Kontakt zum Publikum schlüpften Oni Maurer und Giorgio Buraggi in verschiedene Kinderrollen einer imaginären Klasse 4a. Sie entführten die Zuschauer in die Lebenswelt von sechs Schülerinnen und Schülern, die mit schwierigen Gefühlen zu kämpfen haben.

So entwickelt sich aus einer vermeintlich harmlosen Frotzelei über die Verliebtheit zwischen zwei Kindern über die Gruppendynamik für den Buben ein Klima der Ausgrenzung, Verspottung und Erniedrigung. Das Stück „Gut so!“, das Theaterleiter Stephan Eckl in enger Abstimmung mit dem Ensemble geschrieben hat, verzichtet jedoch auf den moralischen Zeigefinger und auf Schwarz-Weiß-Malerei. Vielmehr wird gezeigt, dass jeder in eine Opfer- oder Täterrolle geraten kann.

Diese ganzheitliche Sicht ist erhellend und wirklichkeitsnah. Der Weg aus der Mobbing-Falle führt demnach über innere Stärken wie Selbstvertrauen, Zuneigung zu sich und den anderen, Einfühlungsvermögen, Zivilcourage, Solidarität und warmherzigen Humor – Eigenschaften, die für jeden der Schlüssel zu geglückter Gemeinschaft und aufrechter Selbstbestimmung sein können.

Vroni Vogel

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