Gemeinderat Forstern

Grundschule: Statik stoppt Ausbaupläne

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Forstern – Große Enttäuschung im Forsterner Gemeinderat: Die Grundschule kann nicht aufgestockt werden, um dort den Kinderhort unterzubringen. Die Statik spielt nicht mit. Jetzt wird neu gebaut.

Es wäre nicht nur elegant, sondern auch praktisch gewesen: Der Altbau der Grundschule Forstern wird aufgestockt, ins neue Geschoß ziehen die beiden Gruppen des gemeindlichen Kinderhorts ein. Wasser- und Stromanschlüsse sind vorhanden, die Betreuungseinrichtung wäre ins Schulgebäude integriert. Doch jetzt macht die Statik dieser Planung einen Strich durch die Rechnung.

Architekt Martin Hubner war mit Statik- und Brandschutzexperten vor Ort und hat unter die Deckenverkleidungen geschaut. Ergebnis: Der Brandschutz wäre einigermaßen zu meistern. Die Geschossdecken jedoch sind anders, als in den Unterlagen vermerkt. Sie sind aus Fertigteilen zusammengesetzt und haben „laut Aussage des Statikers keinerlei Reserven. Sie sind augenscheinlich nur für die Schneelasten auf dem Dach bemessen“, erklärte Hubner.

Weitere Lasten könnten ohnehin nicht mehr untergebracht werden. Komplett neue Tragdecken wären nötig – technisch zwar machbar, aber „sehr, sehr aufwendig“. Auch in Sachen Feuerwiderstandsdauer müsste nachgebessert werden.

Ein weiteres Problem: Durch die Aufstockung falle die Schule in eine andere Gebäudeklasse. Dann müsste auch die Decke über dem Erdgeschoss feuerbeständig sein. Die Aussage des Statikers ist eindeutig: Eine Aufstockung ist nicht wirtschaftlich.

Jetzt muss also doch ein Neubau her. Dafür hatte Architekt Hubner zwei Alternativen vorbereitet. In beiden Fällen würde der Hort auf der Freifläche zwischen Turnhalle, Schule, Hartplatz und Wörlanger entstehen. Variante eins sieht ein aufgeständertes Bauwerk in Nord-Süd-Richtung vor. Die Haupträume sollen im ersten Stock über dem Treppenhaus untergebracht werden.

Der Rest des Baus steht auf Stelzen, sodass darunter ein 3,50 Meter hoher Durchlass entsteht. Über diesen „Finger“, in dem die Nebenräume samt Flur geplant sind, wäre der Hort direkt ans Grundschulgebäude angeschlossen. Inklusive Baukosten, Aufzug, Außenanlagen, Einrichtung und Baunebenkosten werden dafür etwa 1,65 Millionen Euro fällig.

„Die Alternative ist die simpelste Lösung für einen zweigruppigen Hort“, berichtete Hubner: Ein erdgeschossiger Bau, jedoch ohne Verbindung zur Grundschule. Dafür müsste allerdings der Pausenhof umgestaltet werden, der bei den Schülern beliebte Hügel samt Baum weichen. Etwa 1,25 Millionen Euro würde diese Variante kosten – noch ohne die Hofgestaltung.

Das Raumangebot sei in beiden Vorschlägen gleich, erklärte Hubner auf Nachfrage von Annett Taubert (CSU). Neben den beiden Gruppenräumen werden unter anderem ein Mehrzweckraum, eine kleine Küche, Personalzimmer sowie ein Therapieraum entstehen. Hinzu kommen WCs, Garderobe, Abstellräume. Insgesamt geht es um eine Fläche von etwa 450 Quadratmetern. Hubner rechnet mit einem knappen Jahr von Spatenstich bis Fertigstellung.

„Die aufgeständerte Variante hat einen Charme und einen Nutzen, wenn der Hort dann mit dem restlichen Schulgebäude verbunden wäre“, sagte Franz-Josef Obermaier (AWG). Auch Simona Loupal (SPD/Die Grünen) sprach sich für die Stelzen-Version aus – vor allem wegen des Pausenhofs. „Den Schülern den Hügel wegzunehmen fände ich ganz fürchterlich“, sagte sie.

Eine Entscheidung fällte das Forsterner Gremium noch nicht. Zunächst sollen die Fraktionen beraten, bevor sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung festlegt. „Teuer wird es so und so“, sagte Els.

von Vroni Macht 

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