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Die Schwillach aus der Vogelperspektive hat Hans Eckert mit Hilfe einer Drohne aufgenommen. Zuhause hat er den Heimatfilm produziert.

Heimatfilm von Anton Eckert 

Eine Hommage ans Schwillachtal

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Anton Eckert hat mit einer Drohne die Schwillach von der Quelle bis zur Mündung gefilmt. Sein Heimatfilm ist eine Hommage ans Schwillachtal – und an das Schwillachlied, das Hans Hamann vor mehr als 70 Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft geschrieben hat.

Preisendorf Es ist ein Text voller Melancholie, Sehnsucht und Liebe zur Heimat. „Es ruht ein Tal verträumt und stille, ein Dörflein liegt im hellen Sonnenschein. Ein Bächlein glänzt und blitzt so silberhelle, und Hügel betten sanft die beiden ein.“ Mit diesen Worten beginnt das Schwillachlied, das vor vielen Jahrzehnten geschrieben worden ist (siehe Kasten).

Anton Eckert (78) aus Preisendorf hat dieses Lied vor einem Jahr zum ersten Mal gehört. Der Reithofener Zwoagsang mit dem Brandl Wast aus Reithofen und Gerhard Nußrainer aus Katterloh singt es ab und zu. „Das hat mich so fasziniert, dass ich unbedingt wissen wollte, wer es geschrieben hat. Das konnte nur einer sein, der in der Ferne vom Schwillachtal schwärmt“, erzählt Eckert.

Und tatsächlich war der Komponist ein junger Mann, der in Kriegsgefangenschaft von der Heimat träumte. Hans Hamann ist neben der Schwillach in Maiszagl aufgewachsen. 1940 musste er im Alter von 22 Jahren in den Krieg. Er geriet 1944 in russische Gefangenschaft und wurde weit hinter dem Ural in ein Gefangenenlager verschleppt. „Dort in der Ferne träumte er von der Heimat, von seinem schönen Schwillachtal. Und er begann, auf die Schwillach ein Lied zu dichten und zu komponieren“, erklärt Eckert.

Als Hamann 1947 heim kam, sang und spielte er dieses Lied. „Es wurde so beliebt, dass es bald zum Nationallied des Schwillachtals wurde“, weiß der Preisendorfer, der die Geschichte Hamanns recherchiert hat. Anfangs sei es nur im Stillen in der Wirtschaft, 1955 dann in der Pause einer Theateraufführung erstmals öffentlich gesungen worden.

In den 70er Jahren sei das Lied ein wenig untergegangen. Erst 2002 bei einem Fest, Hamann lebte da bereits nicht mehr, sei es wieder gesungen worden – und so gut angekommen, dass Brandl und Nußrainer es seitdem öfter singen.

Um mehr über das Lied und seinen Schöpfer zu erfahren, ist Eckert in Unterschwillach von Haus zu Haus gezogen. „Aber man kannte mich nicht und war zunächst skeptisch“, berichtet der Hobbyfilmer, der schon bald die Idee hatte, den Reithofener Zwoagsang beim Singen zu filmen.

„Das war mir aber zu kurz, ich wollte einen längeren Film machen“, sagt Eckert, der auf Drohnenflieger Christian Berger aus Reithofen stieß. Mit Eckerts Kamera auf dessen Drohne montiert, wurde die Schwillach von der Quelle bei Ödenbach bis zur Mündung bei Niederwörth, knapp zehn Kilometer, gefilmt. „Zwei Tage lang waren wir unterwegs. Und wir haben tolle Aufnahmen gefunden, die man am Boden nicht sieht“, schwärmt Eckert. Zum Beispiel von den fünf Mühlen auf der Strecke, von denen nur noch eine aktiv sei.

„Gott sei Dank hat sich das Lied erhalten und wurde gepflegt“, sagt Sänger Brandl, der in Eckerts Film gemeinsam mit Nußrainer zu hören ist. Zu Beginn des knapp einstündigen Videos singen zudem Nußrainer und Max Thalhammer aus Grund. Die beiden sowie der inzwischen verstorbene Wirt z’Schwillach, Georg Neumüller, haben das Lied über Jahre gesungen – und so dazu beigetragen, dass es erhalten blieb.

„Es mag für die Jugend kitschig oder sentimental wirken. Aber ich finde es großartig. Es gibt ein Stück Zeitgeschichte wieder“, sagt Eckert. Die Zugehörigkeit zur Heimat komme richtig raus.

Dieses Gefühl will Eckert mit seinen Aufnahmen noch verstärken. Filmen ist seit 40 Jahren sein Hobby, erzählt der ehemalige Kreisbaumeister im Landkreis Erding. Von der Schmalspurkamera über Super 8 – vor allem seine Bergtouren, etwa aufs Matterhorn und den Mont Blanc, hat er filmisch festgehalten. Heute macht der sportliche 78-Jährige, der gern große Radtouren zum Beispiel nach Paris, Amsterdam oder Rom unternimmt, auch Familienfilme sowie Kurzfilme mit Musikauftritten für Youtube.

Den Schwillach-Film

zeigt Anton Eckert am Sonntag, 6. Mai, um 19 Uhr im Pfarrheim in Pastetten.

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