+
Persönlich hat Donald Polzin den Offenen Brief in der CSU-Landesleitung in München abgegeben.

Interessengemeinschaft Drainagen Tading

Offener Brief an Söder: „Wirken Sie auf den AZV ein“

  • schließen

Die Interessengemeinschaft Drainagen Tading hat einen offen Brief an Ministerpräsident Markus Söder geschrieben.

Tading/München – Der Anschluss von Drainagen ans Leitungsnetz des Abwasserzweckverbands (AZV) Erdinger Moos ist per Satzung verboten. Doch bei vielen Häusern in Tading war das lange gängige und unbeanstandete Praxis. Deswegen gibt es Ärger zwischen AZV und Anwohnern. Es haben sich gar 40 Familien zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen.

Diese IG Drainagen Tading hat nun einen offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder geschrieben, den Sprecher Donald Polzin persönlich bei der CSU in München abgegeben hat. Tenor des Schreibens, das unserer Redaktion vorliegt: „Uns IG-Mitgliedern geht es vordringlich um eine dauerhafte und gerechte Lösung für die notwendige Einleitung des Drainagenwassers.“

Mit „Bürgerfeindliche Entwässerungssatzung“ des AZV ist der Brief überschrieben. Darin wird auf die Geschichte der Entwässerung in Tading eingegangen, angefangen beim 1962er Bebauungsplan. Damals hätten die Grundstücke inklusive der im Lehmboden notwendigen Drainagen ans Kanalsystem der Gemeinde angeschlossen werden müssen. Nach dem Beitritt zum AZV 1989 sei versichert worden, dass alle Entwässerungsanlagen wie gehabt betrieben werden könnten.

„Selbstverständlich ist uns klar, dass im Laufe der Zeit geänderte gesetzliche Vorgaben solche Zusagen einschränken können“, schreibt die IG. Jedoch dürften dadurch die Bürger nicht „mit exorbitanten Kosten belastet werden“. Damit gemeint sind Forderungen in der jetzigen AZV-Satzung mit befristeter Sondervereinbarung.

Demnach kämen etwa für den Einbau von Hebeanlagen und Rückstausicherungen Kosten von 10 000 bis 15 000 Euro auf die Anlieger zu. Auch stehe eine pauschale Zahlung von 50 Euro im Monat in keinem Verhältnis zu den erzeugten Kosten von maximal 50 Euro im Jahr.

Laut AZV müssten die Drainagenanschlüsse verschlossen werden, da dies eine unzulässige Einleitung von Grund- und Quellwasser darstelle. „Genau solch eine permanente Einleitung ist aber aufgrund des erheblich tiefer liegenden Grundwasserspiegels in Tading nicht gegeben.“ Das Verbot des Anschlusses sei eine Gefahr für die Häuser: Da der Lehmboden nicht versickerungsfähig sei, würden die Gebäude ohne Drainagen bei starken Niederschlägen beschädigt.

Anfang 2017 habe man dem AZV das Angebot unterbreitet, das Drainagenwasser zu schätzen und kostenpflichtig über das Abwassernetz zu entsorgen. Die Menge entspreche etwa acht Prozent der Wassermenge einer Dachfläche eines Wohngebäudes. Polzin: „Auf dieses Angebot wurde nicht eingegangen.“ Als „Zeichen des konstruktiven Bemühens um eine Lösung“ habe die IG sogar einen Drainagen-Verschluss mit Sensor entwickelt, um das Durchfeuchtungsrisiko bei Verschluss der Drainagen näher abzuschätzen. Diesen Verschluss habe man dem AZV zur Prüfung überlassen, kommentarlos sei er zurückgekommen, moniert die IG.

Deren Appell an Söder: Er solle sich in seiner Aufgabe als Ministerpräsident für das Wohl der Bürger einsetzen und auf den AZV einwirken – für eine praktikable, bezahlbare und dauerhafte Lösung für die Entsorgung des Drainagenwassers. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gelungener Ausflug zum Priesterjubiläum
Zu seinem Goldenen Priesterjubiläum reiste Peter Edward Lipiec mit seinen langjährigen Weggefährten nach Nordrhein-Westfalen. Sie besuchten unter anderem das Musical …
Gelungener Ausflug zum Priesterjubiläum
21-Jähriger hat Einhandmesser im Auto dabei
Als die Polizei ihn im Auto kontrollierte, wollte ein 21-Jähriger in Taufkirchen sein Einhandmesser unter dem Beifahrersitz verstecken.
21-Jähriger hat Einhandmesser im Auto dabei
Mehr Anreize für den Gemeindebus
Den Betriebskosten des Taufkirchner Gemeindebusses von jährlich 50 000 Euro stehen nur 10 000 Euro Einnahmen gegenüber. Mit vergünstigten Zeitkarten und einer Ausweitung …
Mehr Anreize für den Gemeindebus
Sechs Hotels für bedrohte Insekten
Am Skulpturenweg am Hochwasser-Rückhaltebecken, am Isen-Vilstal-Radweg und vier anderen Standorten befinden sich nun Insektenhotels. Dieses Projekt wurde vom Rotary Club …
Sechs Hotels für bedrohte Insekten

Kommentare