Wiesn-Ticker: Fahrgeschäft wegen Störung außer Betrieb - und es ist ausgerechnet dieses

Wiesn-Ticker: Fahrgeschäft wegen Störung außer Betrieb - und es ist ausgerechnet dieses
+
Diese Gebäude sind bald Futter für die Abrissbirne: Das neue Dorfzentrum entsteht, wo jetzt noch links der ehemalige Wörlsaal („Hall of Fame“) und rechts die Musikkneipe Amarillo’s stehen.

Das Jahr 2017 in Forstern

Ortsmitte: Planungen laufen

  • schließen

Was in Forstern heuer ansteht, sind allesamt Projekte, die die Gemeinde in den nächsten zwei, drei Jahren beschäftigen werden. „Und sie werden uns finanziell stark belasten“, prophezeit Bürgermeister Georg Els.

Forstern – Die Feuerwehr Forstern braucht dringend ein neues Gerätehaus. Das steht schon seit Jahren fest. Lange müssen die Aktiven nicht mehr warten: Die Gemeinde packt den Neubau an. „Das Projekt rangiert für mich an oberster Stelle“, erklärt Bürgermeister Georg Els (AWG) im Gespräch und gibt zu: „Es herrscht ein gewisser Druck, den Standort zu verlagern, um die Situation der Feuerwehr zu optimieren.“

Der neue Standort zwischen Gewerbegebiet und Tankstelle an der Staatsstraße 2331 ist längst in Gemeindebesitz. Das Architekturbüro Kplan aus Abensberg wird das Gebäude planen. Die erste Skizze hat der Gemeinderat vor einem halben Jahr abgesegnet. „Auf dieser Basis erfolgt nun ein belastbarer Entwurf mit Kosten“, erklärt Els. Die Eingabeplanung soll im Laufe des Jahres über die Bühne gehen, der Baubeginn ist vermutlich im Winter. So könnte das Haus im Winter 2018/19 in Betrieb gehen.

Erst vorige Woche hat das Gremium zudem beschlossen, auf dem Areal auch den Bauhof anzusiedeln. Dafür soll das Architekturbüro jetzt ebenfalls ein Kostenangebot abgeben, denn „es macht Sinn, das in einer Hand zu belassen“.

Wohnen

Apropos Bauhof und Feuerwehrhaus: Deren bisheriger Standort ist in Els’ Augen ideal für ein generationengerechtes Wohnen und sozialen Wohnungsbau. Mittelfristig will die Gemeinde auch dieses Projekt anpacken.

Ein wichtiger Baustein für die Seniorenarbeit ist der Beirat, der am morgigen Mittwoch gegründet wird (19 Uhr, Hirschbachwirt). „Er soll bei verschiedenen Problemstellungen beratend zur Seite stehen“, erklärt Els. Ein Beispiel dafür ist eine kommunenübergreifende Tagespflege, wie sie der Seniorenbeirat von Hohenlinden angeregt hat (wir berichteten). Für ein mögliches Angebot in Forstern laufen gerade Gespräche mit Investoren, sagt Els. Möglicherweise erfolge heuer die Weichenstellung dafür.

Einzelhandel

In Sachen Einzelhandel rührt sich ebenfalls einiges in Forstern. Wie berichtet, wurde dem Gemeinderat kürzlich das Konzept für das Gebiet an der Staatsstraße vorgestellt. „Die Kaufkraft am Ort halten zu wollen, ist einfach nur legitim“, findet Els.

Denn derzeit fahren die Forsterner nach Erding oder Dorfen, teils sogar nach Grafing, um ihren mittelfristigen Bedarf zu decken. Mit einem Vollsortimenter samt Getränkemarkt und einem Discounter will die Gemeinde das verhindern. Dass nun mit Rossmann auch ein Drogeriemarkt Interesse am Standort Forstern bekundet hat, hat sich laut Els „so ergeben“. Im Laufe des Jahres soll das Projekt weiterentwickelt werden und möglichst schon 2018 in Betrieb gehen.

Dass die Gemeinde dadurch selbst eine Konkurrenz für die Metzgereien und Bäckereien am Ort schafft, sieht Els nicht so. Für ihn ist es schlicht nicht absehbar, wie es mit den Handwerksbetrieben langfristig weitergeht. Werden sie auch in einigen Jahrzehnten noch bestehen? Els befürchtet, dass sie irgendwann mangels Nachfolgern schließen werden. Für diesen Fall könne man mit dem neuen Geschäftszentrum schon heute vorsorgen.

Immerhin, das wisse man aus der Modellstudie „Älterwerden auf dem Lande“ und aus einem Gutachten des Planungsverbands, wünschten sich die Leute Einkaufsmöglichkeiten nahe am Ort.

Ortszentrum

Noch in weiterer Ferne steht das neue Ortszentrum. Die Gemeinde jedenfalls steht für ihren Teil in den Startlöchern: „Unsere Planungen fürs Rathaus samt Hort laufen.“ Die Fachplaner seien beauftragt, die Eingabeplanung werde erstellt.

Sorgen bereitet Els in diesem Zusammenhang die Zukunft der Musikkneipe Amarillo’s. Er sieht keine alternativen Standorte, um sie in Forstern neu zu etablieren. „Außerdem lebt das Amarillo’s vom Charme des Gebäudes“, sagt Els. Er findet, „so eine Kneipe ist auch sozial eine wichtige Einrichtung. Wenn es sie nicht mehr gibt, wird das ein Nachteil für Forstern sein.“

Weniger weit gediehen als die der Kommune sind die Planungen der Kirche in Sachen Ortszentrum. Eigentlich wollte sich Forstern am Pfarrsaal finanziell beteiligen. Auf konkrete Aussagen, wie hoch dieser Anteil wäre, hat man jedoch bislang vergeblich gewartet. „Darum hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen, dass wir beim Pfarrsaal aussteigen“, erklärt Els, der prompt auf diesen Beschluss hin eine Reaktion seitens des Ordinariats bekommen habe: Für den heutigen Dienstag ist nach seinen Worten ein gemeinsamer Termin anberaumt.

Aufgabenfeld Schule

Die Mittelschule Forstern will zum kommenden Schuljahr die Offene Ganztagsschule einführen. Schulleiterin Annett Taubert hat dafür vor einem Monat die Werbetrommel gerührt – mit beachtlichem Erfolg, wie Els berichtet. „Von den Anmeldungen her schaut es sehr gut aus.“ Für den März ist eine Schulverbandssitzung geplant, in der auch von dieser Seite der Weg frei gemacht werden soll. Für die Gemeinde bedeutet die OGS neben einer Standortsicherung auch, dass einige Räume umgebaut werden müssen. Damit noch nicht genug: „Ich vermute, wenn es gut läuft, wäre der Offene Ganztag auch für die Grundschule denkbar“, blickt Els vorsichtig in die Zukunft.

Dazu kommt die Generalsanierung des Schulgebäudes, das aus den 1960er Jahren stammt: In Sachen Brandschutz, Energie und Barrierefreiheit muss die Schule auf Vordermann gebracht werden. Kostenpunkt: rund fünf Millionen Euro, verteilt auf mehrere Jahre. „Da bewegen wir uns gefühlt im Bereich des Neubaus“, so Els.

Kinderbetreuung

In Sachen Nachwuchs sind die Forsterner sehr fleißig: „Wir haben für das nächste Hortjahr wesentlich mehr Anmeldungen, und bei der Mittagsbetreuung platzen wir aus allen Nähten. Es gibt Wartelisten“, berichtet Els. Auch die Kindergärten und Krippen seien voll: „Bei uns leben Gottseidank viele Kinder, aber es gibt auch immer mehr, die zusätzlichen Förderbedarf haben.“

Das Thema einer zweiten Hortgruppe war kürzlich Thema im Kindertagesstättenausschuss. Für die Zukunft kann Els sich gut vorstellen, eine Art Schulkindergarten einzurichten – für Kinder, die zwar alt genug, aber noch nicht reif für die Einschulung sind. Zusätzlich wäre ein weiterer Kindergarten denkbar, beispielsweise im stetig wachsenden Gemeindeteil Karlsdorf. „Dieses Problemfeld werden wir heuer schon anpacken“, sagt Els.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Europas größte Indoor-Garnelen-Zucht
Das Langenpreisinger Unternehmen Crusta Nova wurde mit dem Bayerischen Gründerpreis 2017 ausgezeichnet. Für Geschäftsführer Fabian Riedel ist das nur ein weiterer Grund, …
Europas größte Indoor-Garnelen-Zucht
Ein Stück Erding in Australien
In einer Woche zeigen die Langengeislinger Burschen den Australiern, wie man in Bayern einen Maibaum aufstellt. Eine Delegation des Vereins ist dafür nach Brisbane …
Ein Stück Erding in Australien
Fliegerhorst: Bund bestätigt Freigabe Ende 2021
Es soll beim vierten Quartal 2021 bleiben: Laut OB Max Gotz hat der Bund nun die Freigabe des Fliegerhorsts zu diesem Datum bestätigt. 
Fliegerhorst: Bund bestätigt Freigabe Ende 2021
Rettungsdienste arbeiten gut zusammen
Im Notfall sind die Retter schnell zur Stelle. Eine Großübung am Betreuungzentrum St. Wolfgang zeigt das gute Zusammenspiel der Feuerwehren und Rettungsdienste.
Rettungsdienste arbeiten gut zusammen

Kommentare