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Der Entwurf fürs neue Kinderhaus in Karlsdorf. Die Anlieger des Kastanienwegs befürchten, dass die Eltern vermehrt ihre Straße zur Anfahrt nutzen.

Neues Kinderhaus in Karlsdorf

Kastanienweg-Anwohner befürchten mehr Verkehr

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Wenn in Karlsdorf das neue Kinderhaus in Betrieb geht, wird zwangsläufig der Verkehr zunehmen. Davor haben die Anwohner des Kastanienwegs Angst.

Forstern – „Wir erwarten ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen in unserer Straße zu den Hol- und Bringzeiten“, heißt es in einer von allen Anliegern des Karlsdorfer Kastanienwegs unterzeichneten Stellungnahme zur Änderung des Bebauungsplans Karlsdorf Mitte, um den es in der jüngsten Gemeinderatssitzung ging.

„Da der Kastanienweg die erste Zufahrt ist, wenn man aus Richtung Forstern kommt, befürchten wir, dass automatisch von den meisten Eltern unsere Straße benutzt wird“, formulieren die Unterzeichner ihre Bedenken. Die Anwohner seien junge Familien mit größtenteils kleinen Kindern, die ab und zu auf der Straße spielen. „Dies wäre auch bei Beaufsichtigung mit der Zufahrt über unsere Straße nicht mehr möglich.“

Ebenso gebe es am Kastanienweg keinen Bürgersteig, und die Straße sei ohnehin schon sehr eng – insbesondere bei parkenden Autos. Die Anwohner fordern deshalb, die direkte Zufahrt vom Kastanienweg zum Kinderhaus zu unterbinden und schlagen dafür Poller vor, die im Einsatzfall von der Feuerwehr leicht entfernt werden könnten. Zusätzlich solle der Kastanienweg zur Spielstraße werden, und an der Preisendorfer Straße solle ein Gehweg entstehen, da das Verkehrsaufkommen hier sehr hoch sei.

„Die Befürchtungen der Anlieger sind grundsätzlich nachvollziehbar“, sagte Bürgermeister Georg Els (AWG). Um die Zufahrt nicht ausschließlich über den tatsächlich schmalen und mit engen Kurvenradien versehenen Kastanienweg zu realisieren, habe die Gemeinde „mit nicht unerheblichem Aufwand“ die Planung und Realisierung einer Zufahrt von der Preisendorfer Straße aus angestoßen. Diese Verkehrsanbindung übernehme den Verkehrsfluss zum neuen Kindergarten fast vollständig.

Die Verwaltung hatte sich vorab mit den Vorschlägen der Anlieger befasst und auch über ein Absperren durch reversible Poller nachgedacht. „Diese Lösung ist aber aufgrund einer dann fehlenden Wendemöglichkeit für Lieferfahrzeuge oder Müllabfuhr nicht wirklich praktikabel“, heißt es dazu in der Tischvorlage.

Der Vorschlag zur Einrichtung einer Spielstraße mit Schrittgeschwindigkeit sei durchaus vorstellbar. Jedoch müsse den Anliegern bewusst sein, dass dann nicht mehr auf der Fahrbahn geparkt werden darf. Aufgrund der Besitzverhältnisse bleibe es zu prüfen, ob ein Gehweg an der Preisendorfer Straße möglich ist.

„Es gibt also viele Varianten, wie man hier vorgehen könnte“, fasste Els zusammen. Sie alle sollen in einer Anliegerversammlung mit Betroffenen und Planern, die für die zweite Oktober-Woche geplant ist, durchgesprochen werden.

Insgesamt war man sich im Gremium einig, dass man erst einmal abwarten solle, wie die neue Straße angenommen wird. Diese Zufahrt sei wesentlich kürzer und bequemer zum Rein- und Rausfahren als der enge Kastanienweg. „Wenn die neue Straße entsprechend komfortabel und sicher gestaltet ist, ist die Akzeptanz auch höher“, war sich Els sicher.

Größere Änderungen am Bebauungsplan ergaben sich durch die darüber hinaus eingegangenen Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange nicht. Mehrere Schreiben, unter anderem von der Unteren Immissionsschutzbehörde im Landratsamt und vom Bauernverband, verwiesen darauf, dass vom Betrieb mit Pferdehaltung in unmittelbarer Nähe unter anderem Geruchsbelästigungen ausgehen könnten. Hier hatte die Gemeinde beim TÜV Süd ein Gutachten beauftragt. Ergebnis: „Es kann ausgeschlossen werden, dass erhebliche Belästigungen durch Gerüche auftreten.“

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