Die Gemeinde Forstern unterstützt das Busunternehmen Larcher Touristik GmbH, das für die Schülerbeförderung zuständig ist, finanziell. Dieser Beschluss fiel in der jüngsten Sitzung bei drei Gegenstimmen (Symbolbild).
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Die Gemeinde Forstern unterstützt das Busunternehmen Larcher Touristik GmbH, das für die Schülerbeförderung zuständig ist, finanziell. Dieser Beschluss fiel in der jüngsten Sitzung bei drei Gegenstimmen (Symbolbild).

Kommune übernimmt Teil der ausgefallenen Kosten

Keine Schülerbeförderung zur Corona-Zeit: Forstern unterstützt Busunternehmen

  • Veronika Macht
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Die Gemeinde Forstern unterstützt das Busunternehmen Larcher Touristik GmbH, das für die Schülerbeförderung zuständig ist, finanziell. Dieser Beschluss fiel in der jüngsten Sitzung bei drei Gegenstimmen.

Forstern– Das Busunternehmen Larcher hatte bereits Anfang April nach einer Finanzhilfe gefragt, weil durch die Corona-Situation nach wie vor feste Kosten wie Fahrerlöhne, Gehälter und Fahrzeugfinanzierungen anfallen würden, obwohl man nicht für die Gemeinde fahren könne. Laut einem Schreiben des Unternehmens würden weiterhin 85 Prozent der Gesamtkosten anfallen. Die restlichen 15 Prozent könne man einsparen – dabei handele es sich um sogenannte laufleistungsabhängige Kosten, also vor allem Diesel.

Übernahme von 77 Prozent beantragt

Bürgermeister Rainer Streu (AWG) erklärte, dass die Fahrzeuge alle durchgängig angemeldet gewesen seien, um spontan reagieren zu können. Immerhin sei nie ganz klar gewesen, wie lange die Situation dauern wird und wann wieder Kinder für die Gemeinde befördert werden müssen. Auch seien keine Fahrer ausgestellt worden, sie hätten auch nicht in Kurzarbeit geschickt werden können, um auch hier spontan reagieren zu können, als beispielsweise die Notbetreuung in der Schule ausgeweitet wurde.

Zunächst hatte Larcher beantragt, dass die Gemeinde die 85 Prozent ab 16. März bis zur Wiederaufnahme des regulären Schulbusbetriebs übernehmen solle. In einem zweiten Schreiben war aufgrund von weiteren Reduzierungen unter anderem bei der Steuer nur noch von gut 77 Prozent die Rede. Laut Streu zahlen andere Kommunen zwischen 50 und 70 Prozent, Stadt und Landkreis Erding gar 85 Prozent.

Schulverband hat für Bereich der Mittelschule schon 40 Prozent beschlossen

Für den Bereich der Mittelschule war das Thema bereits in der Schulverbandsversammlung Ende April zur Sprache gekommen. Damals hatte man sich auf 40 Prozent geeinigt. Diese Summe schlägt die Verwaltung auch für den Grundschulbereich vor. Rechnet das Unternehmen für einen vollen Monat also 40 Prozent ab, wären das für die Gemeinde Kosten von 1000 Euro. Insgesamt kostet die Beförderung der Grundschüler monatlich etwa 2500 Euro.

Simona Loupal (SPD/Parteifrei) bezeichnete dies als „faires Angebot“ und meinte, man teile sich so den Verlust, immerhin bestehe ja ein Vertrag zwischen Gemeinde und Busunternehmen. Franz-Josef Obermaier (AWG) erklärte, der Busverkehr sei eine der Sparten, die besonders stark von der Krise betroffen sei.

Scharmatinat (Grüne): Warum greift man diese Sparte raus?

„Mir ist nicht ganz klar, warum man diese Sparte raus greift“, äußerte hingegen Thorsten Scharmatinat (Grüne) Unverständnis. Immerhin gebe es viele andere Unternehmen – „Was machen wir zum Beispiel mit den Gaststätten im Dorf? Zahlen wir denen auch 40 Prozent?“ Dies sei eine berechtigte Frage, meinte Streu, wies jedoch darauf hin, dass die Regierung die Kommunen gebeten habe, die Busunternehmen zu unterstützen. Dafür werde eigens ein Finanzpaket geschnürt.

Gerhard Eicher (CSU) wiederholte, dass im Schulverband angeführt worden sei, dass man „in guten wie in schlechten Zeiten“ zusammenhalte. „Der Larcher hat uns nie im Stich gelassen, deshalb sollten wir ihm hier entgegenkommen“, meinte er und wertete die 40 Prozent auch als Signal für die zukünftige Zusammenarbeit. Dem stimmten Streu und Peter Feckl (AWG) zu: Das Unternehmen habe stets schnell reagiert. „Das sollte belohnt werden“, meinte Feckl.

Gegen die Stimmen der Grünen – Scharmatinat, Maria Feckl und Sina Kiel – fiel der Beschluss, das Unternehmen mit einer Übernahme von 40 Prozent der anfallenden Kosten zu unterstützen.

Auch in Pastetten

steht ein Antrag der Firma Larcher Touristik zur Schülerbeförderung der Grundschule Pastetten zur Debatte. Der Schulverband befasst sich damit in seiner Sitzung am Donnerstag, 4. Juni, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Pastetten. Dort werden auch der Verbandsvorsitzende und sein Stellvertreter bis 2026 gewählt sowie die Geschäftsordnung erlassen.

vam

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