Gemeinderat Forstern

Kinderbetreuung: Alle Gebühren steigen

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Forstern – Die Kinderbetreuung in der Gemeinde Forstern wird teurer. Der Gemeinderat hat die Gebühren für sämtliche Kindertageseinrichtungen angehoben.

Für die Gemeinde Forstern sind die Kindertageseinrichtungen ein Draufzahlgeschäft. Geht man von einer Kostendeckung von 80 Prozent aus, weisen Kinderhaus, Kindergarten, Krippe und Hort zusammen ein Defizit von rund einer halben Million Euro auf. Jedoch ist „Kindererziehung auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die zum Teil von der Gemeinde getragen werden sollte“, findet Bürgermeister Georg Els (AWG). Außerdem nehme man ein Defizit bewusst in Kauf, um einen besonders guten Betreuungsschlüssel bieten zu können und in erster Linie Erzieherinnen zu beschäftigen.

Für diese Qualität sollten die Eltern bereit sein, mehr zu zahlen, fand Herbert Berger (AWG). Und das werden sie müssen, denn nach dem Tarifabschluss 2015, durch den die Löhne für das Kita-Personal im öffentlichen Sektor deutlich gestiegen sind, muss die Kommune rund 200 000 Euro mehr ausgeben. „Das ist nicht mehr alleine aus dem Haushalt zu finanzieren“, erklärte Els in der Gemeinderatssitzung. Die Forsterner Kindertagesstätten seien derzeit „besser mit Personal ausgestattet als viele andere Einrichtungen im Landkreis“, merkte er an.

Der Gemeinde sei es wichtig, dass die Kinder gut betreut werden und dass Personalausfälle jederzeit kompensiert werden können. Ausfälle durch Elternzeit oder Krankheit müssten ohnehin innerhalb weniger Wochen ausgeglichen werden, um die Förderung nicht zu gefährden. In Notfällen könnte derzeit für insgesamt zwei Mitarbeiter ein Ausgleich erfolgen, indem man vorübergehend Personal aus anderen Einrichtungen abzieht.

Die Gebühren für die Kindergärten wurden zuletzt 2012 erhöht, für die Krippe 2015. „Bei den Kindergärten sind wir bereits eine der teureren Gemeinden im Landkreis, bei der Krippe liegen wir unter dem Durchschnitt“, erklärte Els. Nachdem der Kindertagesstättenausschuss sich bereits mit der Erhöhung befasst hatte, fiel es dem Gremium leicht, seiner Empfehlung zu folgen und die Gebühren um acht Prozent anzuheben.

Die Betreuung in der Krippe kostet ab dem kommenden Kindergartenjahr pro Stunde 1,84 Euro (vorher: 1,70 Euro), in den gemeindlichen Kindergärten 1,30 Euro (1,20 Euro). Laut Els wird auch der kirchliche Kindergarten seine Beiträge so anheben. Im Hort steigt die Gebühr auf 1,51 Euro (1,40 Euro). „Für eine Kostendeckung müssten wir vier Euro verlangen“, so Els. Aus sozialen Gründen habe man sich dagegen entschieden.

Teurer wird auch die außerschulische Mittagsbetreuung, die mit 64 Kindern voll ausgelastet ist. Da dieses Angebot von Anfang an stets kostendeckend war, wurde hier noch nie an der Gebührenschraube gedreht. „Das hat sich jetzt aber geändert, weil wir zwei vorher geringfügig Beschäftigte aufgrund der sehr hohen Belegungszahl in ein festes Arbeitsverhältnis mit mehr Stunden übernommen haben“, erklärte Els. Die Kurzzeitbetreuung bis 14 Uhr wurde um 50 Cent auf drei Euro pro Tag angehoben, die Langzeitbetreuung bis 16 Uhr steigt von vier auf fünf Euro pro Tag.

Unverändert bleibt hingegen das Essensgeld. Die Firma Oskar Catering bereitet für 3,90 Euro pro Person täglich Mittagessen mit zwei Gängen zu. Davon übernehmen die Eltern in der Krippe 2,75 Euro pro Mahlzeit, in den übrigen Kitas und in der Mittagsbetreuung liegt der Elternanteil bei 3,25 Euro. Die Gemeinde bezuschusst das Essen also mit 1,15 Euro beziehungsweise 65 Cent. Um bei den Gebühren künftig für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, wird überlegt, sie jährlich prozentual anzuheben. So könne man größere Sprünge alle paar Jahre vermeiden.

Vroni Macht

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