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Für die Betreuung ihrer Kinder müssen Forsterner Eltern ab dem kommenden Betreuungsjahr mehr zahlen. Die Gebühren für Kindergarten, Krippe und Hort sowie für die Mittagsbetreuung steigen leicht an. Grund dafür sind die sehr guten Betreuungsschlüssel in den Einrichtungen. Unverändert bleibt nur das Essensgeld (Symbolbild).

Gemeinde hebt Gebühren leicht an – Hohe Personalschlüssel in allen Einrichtungen

Kinderbetreuung in Forstern wird teurer

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Für die Betreuung ihrer Kinder müssen Forsterner Eltern ab dem kommenden Betreuungsjahr mehr zahlen. Die Gebühren für Kindergarten, Krippe und Hort sowie für die Mittagsbetreuung steigen leicht an. Grund dafür sind die sehr guten Betreuungsschlüssel in den Einrichtungen. Unverändert bleibt nur das Essensgeld.

Forstern–Seit jeher verfährt die Gemeinde Forstern bei der Betreuung ihrer Kinder nach dem Grundsatz „Qualität kostet“. Die Kommune beschäftigt weit mehr Personal als viele andere Tagesstätten im Landkreis. Nach Angaben der Verwaltung ist derzeit maximal ein Anstellungsschlüssel von 1:11 zulässig, von der Regierung angestrebt wird 1:10. In den Forsterner Kindergärten bewegt sich der Wert zwischen 1:8,49 und 1:7,91, in der Krippe liegt er bei 1:5,99.

Insgesamt weisen Kinderhaus Villa Wirbelwind, Kindergarten Villa Regenbogen und Krippe Villa Rappelkiste bei einer Kostendeckung von 80 Prozent ein Defizit von gut 300 000 Euro auf. Der Kitaausschuss hatte vor gut zwei Wochen die Gebühren beraten und dem Gemeinderat die neuen Sätze empfohlen, der dem einstimmig folgte. Für die Kindergärten werden nun pro Stunde 1,50 Euro fällig, für die Krippe 2,10 Euro.

Rosa Lehrer (AWG) merkte an, dass sie immer wieder von Eltern höre, dass Einrichtungen in den Nachbarkommunen viel günstiger seien. „Man kann freilich den Schlüssel runterfahren und die Kosten senken, aber dann steigt auch die Belastung der Mitarbeiter“, erklärte Bürgermeister Georg Els (AWG).

Nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und den vom Staat vorgegebenen Regeln könnten vom Personalschlüssel her insgesamt sechs Vollzeitkräfte eingespart werden. Dies könnte in der Praxis aber zu Förderkürzungen führen. Denn fallen Mitarbeiterinnen wegen Elternzeit oder Krankheit aus, müsste dies innerhalb weniger Wochen ausgeglichen werden, um die Förderung nicht zu gefährden. Daher wolle man hier bewusst nicht auf Kante genäht sein, erklärte Els. „Die Schlüssel sind sehr großzügig, aber das ist es uns wert. Es gibt nichts zum Nulltarif, Qualität kommt nicht umsonst“, fasste er zusammen.

Franz-Josef Obermaier (AWG) brach ebenfalls eine Lanze für die hohen Anstellungsschlüssel. „Welche Gemeinde hat denn ihre Betreuungseinrichtungen schon in eigener Hand? Forstern ist da schon immer Vorreiter gewesen. Und die Gebühren ergeben sich eben aus den Gehältern für die Mitarbeiter“, sagte er. Laut Geschäftsleiterin Petra Süsens ist der Schlüssel auch ein Grund, warum es kaum Personalwechsel in den Einrichtungen gebe und warum sich die Gemeinde verhältnismäßig leicht tue, neues Personal zu finden.

Beim Hort (Anstellungsschlüssel 1:8,58) liegt das Defizit bei 133 000 Euro. Da der Hort in Containern untergebracht ist, seien die Energiekosten sehr hoch. Außerdem müsse doppeltes Aufsichtspersonal vorgehalten werden, weil es sich bekanntermaßen inzwischen um zwei Container handelt. Die Gebühr wurde von 1,63 Euro auf 1,70 Euro angehoben.

Die zweite Hortgruppe könnte auch der Grund sein, warum in der außerschulischen Mittagsbetreuung derzeit nur 45 Kinder und damit weniger als bisher angemeldet sind. Für 2019 beträgt die Kostendeckung nur 68 Prozent. Die Kämmerei schlug darum vor, die Gebühren für die Kurzzeitgruppe auf vier Euro und für die Langzeitgruppe auf 6,50 Euro anzuheben.

Hinzu kommen jeweils die Kosten fürs Catering, die unverändert bleiben. Die Firma Oskar bereitet für 3,90 Euro pro Person täglich ein Mittagessen mit zwei Gängen zu. Davon übernehmen die Eltern in der Krippe 2,75 Euro pro Mahlzeit, in den übrigen Einrichtungen 3,25 Euro. Den Rest übernimmt die Gemeinde als Zuschuss.

Die Gebühren pro Stunde

Kindergärten: 1,50 Euro (bisher: 1,40 Euro)

Kinderkrippe: 2,10 Euro (1,99 Euro)

Hort: 1,70 Euro (1,63 Euro)

Mittagsbetreuung:

Kurzzeitgruppe: 4 Euro (3,50 Euro)

Langzeitgruppe: 6,50 Euro (6 Euro)

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