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Ein besonderes Kleinod ist die Orgel in d er Kirche St. Stephanus in Preisendorf. Das prächtige Instrument ist mehr als 300 Jahre alt und wurde in den vergangenen Jahren aufwändig hergerichtet.

Orgel in St. Stephanus Preisendorf

Klingendes Kulturgut ersten Ranges

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Preisendorf – Die Orgel in der Kirche St. Stephanus in Preisendorf ist mehr als 300 Jahre alt und ein besonderes Kleinod. Gerade wurde das Instrument aufwändig saniert – und wird am zweiten Weihnachtsfeiertag gesegnet.

Einen besonderen Festtag neben Weihnachten wird es in der Kirche St. Stephanus in Preisendorf am zweiten Weihnachtsfeiertag geben. Dann können die Gläubigen und alle Liebhaber alter Musikinstrumente nicht nur das Patrozinium des Gotteshauses feiern, sondern auch die Segnung der inzwischen aufwändig restaurierten Orgel begleiten. Der Festgottesdienst beginnt um 19.15 Uhr.

Die Orgel in St. Stephanus gilt als ein besonderes Kleinod. Die oft schon zitierte „Königin unter den Musikinstrumenten“ macht dieser Bezeichnung im Fall Preisendorf alle Ehre. Der Erbauer Johann Casper König schuf 1711/12 diese Orgel für das damalige Freisinger Franziskanerkloster. „Dies belegen alte Handwerksrechnungen“, berichtet Hohenlindens Kirchenpfleger Josef Gallenberger. Vom Spielwerk (1712) her ist die Orgel dem Spätbarock, vom Ornament und Gehäuse (1774) dem Rokoko zugehörig.

Um 1834 wurde dann diese „König-Orgel“ verkauft, in die neu erbaute Kirche von Hallbergmoos gebracht und dort von Max Maerz (München) aufgestellt. 1864 hat man ein neues Gebläse an der Rückseite der Orgel angebaut. Als Hallbergmoos 1887 eine neue und größere Orgel bekam, verkaufte Maerz das Instrument für 300 Mark an die Kirche in Preisendorf. Das gehört politisch zur Gemeinde Forstern, kirchlich aber zur Pfarrei Hohenlinden im Kreis Ebersberg und damit zum Pfarrverband Maria Tading.

Doch die wechselhafte Geschichte der Orgel geht noch weiter, so Gallenberger: Im Jahr 1917 fallen die Metall-Prospektpfeifen der Orgel Kriegszwecken zum Opfer und werden eingeschmolzen. Fortan wurde die Orgel bis 1976 nur mit den restlichen Holzpfeifen gespielt, bis man wieder neue Pfeifen eingebaut hat.

Das Gehäuse des Instruments ist mit ausgezeichneten Rokokoschnitzereien in Muscheldekor ausgestattet. Die niedrigen Außentürme sind als Harfenfelder, der Mittlere Turm als Rundtürmchen gestaltet. Diese ehemalige Freisinger Franziskanerorgel stellt heute eine der kostbarsten Denkmalorgeln in der Region dar. Ein baugleiches Gehäuse steht noch in der Schlosskapelle in Schleißheim.

Gallenberger: „Die Orgel, nun über 300 Jahre alt, ist ein wertvolles Kulturgut, das erhaltenswert ist.“ Mit der feierlichen Segnung der Orgel am Patroziniumstag der Filialkirche St. Stephanus am Montag, 26. Dezember, findet nun eine aufwändige und langjährige Restaurierung ihren Abschluss. Unter anderem hatte der Holzwurm Gänge und Löcher in den Holzelementen der Orgel hinterlassen, Ledermanschetten, Dichtungen und Tasten gehörten hergerichtet.

Insgesamt wurden etwa 1200 Arbeitsstunden investiert, wobei nicht alle theoretisch möglichen Maßnahmen durchgeführt wurden, wie es in einem Abschlussbericht des Orgelsachverständigen Wolfgang Kiechle vom Erzbischöflichen Ordinariat München heißt. „Nicht ausgeführt wurden neue Registerschildchen und eine Gehäuserückwand. Die alte Rückwand stört nicht, aber vielleicht können die alten Registerschildchen später durch schönere ausgetauscht werden. Diese Aktion ist auf Wunsch jederzeit möglich“, schreibt Kiechle.

Die Abnahmeprüfung erfolgte bereits am 12. Oktober. Der Fachmann bestätigt nochmals, dass es sich bei dem Preisendorfer Instrument um ein orgelgeschichtlich wertvolles und recht interessantes Instrument handele, das ein besonders schönes Beispiel historischer Orgelbaukunst in Bayern aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts darstelle.

Finanziert wurde die Restaurierung durch Spenden von Preisendorfer Bürgern und Vereinen sowie durch Zuwendungen, unter anderem von den Gemeinden Forstern und Hohenlinden.

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