Kommunales Carsharing 

Forstern tendiert zum Elektroauto

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Ein Siebensitzer mit Elektromotor, den sich Vereine, Gruppierungen und Privatleute unkompliziert und günstig ausleihen können: Diese Idee des Carsharings gefällt dem Forsterner Gemeinderat. Auch andere Kommunen sind angetan.

Forstern– Seit einigen Wochen sind die Geschäftsführer der Mikar GmbH mit Sitz in Deggendorf auf Werbetour im Landkreis unterwegs. Sie stellen den Gemeinden ihr kommunales Carsharing vor. Nun waren Karl-Heinz Kaiser und seine Kollegin Tina Krieger auch in Forstern zu Gast – und stießen beim Gremium auf offene Ohren. Die Gemeinderäte waren angetan von dem Angebot und nutzten den Abend, um sich ausführlich über Versicherung, Verleihmodalitäten & Co. zu informieren.

„Carsharing ist der Versuch, den Individualverkehr zurückzudrängen“, fasste Georg Els (AWG) zusammen. Sich ein Auto zu teilen, sei eine gute Alternative – auch für den Seniorenbeirat, wie der Bürgermeister in Richtung Reinhard Anger und Rudi Püchner anmerkte, die im Zuschauerraum saßen. „Der Beirat könnte zum Beispiel Fahrten zum Einkaufen organisieren“, schlug Els vor.

Kaiser stellte das Mikar-Konzept ausführlich vor. Das hatte er bereits unter anderem in Pastetten, Neuching und Ottenhofen getan. Diese drei Kommunen stehen dem Projekt ebenfalls positiv gegenüber .

Wie berichtet, stehen zwei Fahrzeuge zur Auswahl: ein Diesel-Neunsitzer und ein Siebensitzer mit Elektromotor. Entscheidet sich die Gemeinde zur Kooperation, muss sie einen zentralen Standort für das Auto zur Verfügung stellen. Dort kann es jeder abholen, der es gebucht hat. Wer fahren will, muss zuvor eine kostenlose Schlüsselkarte beantragen, um das Auto überhaupt öffnen zu können.

Finanziert werden die Autos mit Hilfe lokaler Firmen, die einen Werbeplatz auf dem Fahrzeug buchen – und zwar für vier Jahre. Solange gibt das Unternehmen eine Standortgarantie. „Finden sich jedoch nicht genügend Sponsoren, können wir das Angebot nicht realisieren“, machte Kaiser deutlich.

Zielgruppe sind laut dem Geschäftsführer in erster Linie Vereinsvorstände. „Sie sind Vorbilder für junge Nutzer und haben eine gewisse Hebelwirkung“, erklärte er. Auch Elternbeiräte oder die Pfarrei könnten von dem Angebot profitieren. Grundsätzlich aber könne jeder das Fahrzeug buchen – solange er einen gültigen Führerschein besitzt und mindestens 18 Jahre alt ist.

Dass schon die Fahranfänger mit den großen Fahrzeugen unterwegs sein können, störte einige Gemeinderäte. „Was ist, wenn ein 18-Jähriger sich den Wagen ausleiht, um mit seinen Spezln zum Feiern zu fahren?“, wollte zum Beispiel Sebastian Klinger (CSU) wissen. Grundsätzlich komme es nicht aufs Alter des Fahrers an, sondern auf dessen Verlässlichkeit, meinte Kaiser. Dieser Fall sei zwar bisher noch nicht vorgekommen. Aber er will Klingers Anregung aufnehmen und prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, auszuschließen, „dass mit dem Wagen Mist gebaut wird“.

Er könne sich gut vorstellen, dass in Forstern genügend Potenzial für Carsharing vorhanden ist, meinte Els, dem vor allem das Elektrofahrzeug gefiel. Aktuell gebe es für ähnliche Zwecke in der Gemeinde nur den Mannschaftsbus des Sportvereins und das Einsatzfahrzeug der Nachbarschaftshilfe. Ein Auto mit mehreren Sitzen könnte dies sinnvoll ergänzen.

Einstimmig ermächtigte der Gemeinderat die Verwaltung damit, abzuklären, ob ein Elektrofahrzeug möglich wäre. Dafür müsste zunächst eine Schnellladesäule installiert werden. Außerdem will Els bei den potenziellen Nutzern, sprich Vereinen und Gruppierungen, nachfragen, ob von ihrer Seite überhaupt Interesse besteht. Erst dann kann sich Mikar an die Sponsoren-Akquise machen.

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