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Volles Haus in Forstern: Zum Wahlkampftermin mit Bürgermeisterkandidatin Maria Feckl und Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag (stehend, v. l.), waren 130 Interessierte gekommen.

Ludwig Hartmann zu Gast in Forstern

Grüne Ideen für die Energiewende

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Rund 130 Besucher lockten die Grünen um Bürgermeisterkandidatin Maria Feckl und MdL Ludwig Hartmann ins Forsterner Sportheim.

Forstern – Das Thema „Erneuerbare Energien“ in all seinen Facetten scheint die Forsterner und Pastettener zu bewegen. Proppenvoll war es am Mittwochabend im Sportheim. Zu Gast war Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, der auf Einladung des Grünen-Ortsverbands Forstern/Pastetten gekommen war. Energiekonzepte der Zukunft standen im Mittelpunkt. Hier gibt es viele Ansätze.

Landwirte empfangen Hartmann

Empfangen wurde Hartmann von einer Delegation von Landwirten aus den Landkreisen Erding und Freising. Sie machten auf die Organisation von „Land schafft Verbindung“ aufmerksam. „Lieber Verbraucher! Ich bin das Lebensmittel aus der Region“ stand auf einem Schild, ebenso „Belastbare Daten statt belastete Familien“, mit dem auch deutschlandweit schon gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung protestiert wurde. Es entwickelte sich ein ruhiges, konstruktives Gespräch.

Hartmann für mehr Windkraft in Bayern

Mit rund 130 Besuchern ging es im Schmankerlwerk weiter. „Wind und Sonne bilden das Rückgrat eines sauberen Energiekonzepts“, ist Hartmann überzeugt, denn diese Ressourcen seien nahezu unerschöpflich. „Wir müssen den Windkraftanlagenteil in Bayern vervierfachen“, forderte der 41-Jährige. Das bedeute aber nicht, dass die Zahl der rund 1100 bestehenden Anlagen vervierfacht werden müsse. Hartmann rechnet mit 1,2 bis 1,5 Anlagen, die pro bestehender Anlage hinzugebaut werden müssten, da die Leistungen immer besser würden: „Das wäre der Beitrag, den Bayern zur Energiewende leisten kann.“

Hartmann sprach sich zudem für Vorranggebiete für Windkraftanlagen aus. Auch die so genannte 10H-Regelung müsse kassiert werden – sie besagt, dass Windkraftanlagen einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden in Gebieten mit Bebauungsplänen, innerhalb bebauter Ortsteile einhalten müssen. Das schmeckte einem Zuhörer gar nicht. Dies schränke die Rechte der Bürger ein, meldete er sich zu Wort.

Bei Neubauten sollte Solarnutzung zur Pflicht werden

Der Immissionsschutz zur Wohnbebauung muss eingehalten werden, antwortete Hartmann und plädierte für eine sinnvolle Ausweisung entsprechender Anlagen, etwa auf Anhöhen. „Das ist dann auch Anwohnerschutz“, sagte er. Ein weiterer Ansatzpunkt seien Solaranlagen. Bei Neubauten solle eine Solarnutzung zur Pflicht werden, regte er an und bekam dafür viel Beifall.

Maria Feckl: Warum keine Solarnutzung auf dem Dach des Feuerwehrhauses?

Forsterns grüne Bürgermeisterkandidatin Maria Feckl würde gerne noch mehr Dächer von kommunalen Gebäuden mit Solaranlagen bestücken. Das Kinderhaus in Karlsdorf wird als erstes mit einer Solaranlage ausgestattet. Feckl aber sieht noch mehr Handlungsbedarf. So kann die 55-Jährige nicht verstehen, warum das Dach des neuen Feuerwehrgerätehauses ungenutzt bleibt. Hier werde ein Antrag kommen, dass das noch einmal überprüft werde, kündigte Feckl an. „Es ist auf kommunalen wie privaten Dächern noch viel, viel Platz für Solarthermie oder Photovoltaik“, sagte die Betriebswirtin. Es müssten aber auch die Einspeisevergütungen über 2024 hinaus klar geregelt werden, damit nach dem Wegfall der Förderung niemand finanzielle Einschnitte habe.

Forstern soll bis 2030 klimaneutrale Kommune werden

„Wenn wir den Klimawandel stoppen wollen, müssen wir es jetzt tun“, ist Feckl überzeugt, die das Ziel ausgab, Forstern bis 2030 zur klimaneutralen Kommune zu machen. Dafür brauche es einen Klimamanager, bevorzugt in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden wie Pastetten oder Hohenlinden, oder auch kostenfreie Energieberatung für alle Bürger. Die Abwärme von Biogasanlagen nutzen und eine weiterführende staatliche Förderung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz seien unabdingbar. Dann könnten auch Landwirte vernünftig finanziell planen.

Ein großes Ziel sei zudem eine Mobilitätsgarantie für den ländlichen Raum. Hartmann, der mit dem Zug nach Markt Schwaben gekommen war, stach das gut gefüllte Parkhaus am Bahnhof ins Auge. „Wir brauchen auch eine gute, verlässliche Busanbindung zu den Bahnhöfen“, forderte er. Das sei eine soziale Aufgabe und besonders wichtig für ältere Menschen und die Jugend. Und: „Das ist eine kommunale Pflichtaufgabe, aber auch der Freistaat muss Geld zur Verfügung stellen.“

Bessere Busverbindungen zu den Bahnhöfen

Hartmanns Konzept sieht vor, dass jeder Ort ab 200 Einwohnern eine stündliche Busverbindung von 5 bis 24 Uhr zum Bahnhof bekommt – am Wochenende im Zwei-Stunden-Takt. „Dafür würde ein großer Batzen Geld anfallen, was auch der Landkreis nicht allein stemmen kann“, sagte Feckl. Hier müssten auch Bund und Land in die Pflicht genommen werden.

Daniela Oldach

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