Rainer Streu (39, AWG) ist neuer Bürgermeister von Forstern.

AWG-Mann mit 66 Prozent zum Bürgermeister gewählt

Rainer Streu übernimmt in Forstern das Kommando

  • Veronika Macht
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Rainer Streu (39, AWG) führt ab Mai die Geschicke der Gemeinde Forstern. Er hat sich in der Stichwahl gegen Maria Feckl von den Grünen durchgesetzt.

Forstern – Gerade mal 15 Stimmen hatten ihm im ersten Wahlgang gefehlt. In der Stichwahl gestern konnte sich Rainer Streu von der Alten Wählergemeinschaft (AWG) Forstern klar gegen Maria Feckl (Bündnis 90/Die Grünen) durchsetzen. Feiern darf die 55-Jährige aber dennoch: Als Newcomerin konnte sie ein Drittel der Bürger für sich gewinnen und gestaltet zudem mit zwei Fraktionskollegen künftig die Gemeinde mit.

Zwei Drittel der Wähler stimmen für Streu

Die Heimatzeitung erreicht den neugewählten Bürgermeister Streu am Wahlabend per Telefon zuhause. Aufgrund von Corona-Erkrankungen in der Verwandtschaft ist er mit seiner Lebensgefährtin und den zwei Söhnen derzeit in häuslicher Quarantäne. Die Familie wurde zwar negativ getestet, „aber uns ist es absolut wichtig, daheim zu bleiben“.

Zwei Drittel der Wähler in Forstern, exakt 66,2 Prozent, haben dem 39-Jährigen ihre Stimme gegeben – „ich bin total stolz, glücklich, zufrieden und freue mich auf die neue Herausforderung. Es war eine anstrengende Zeit, wobei ich sagen muss, dass die Spannung in den letzten Tage nicht mehr so präsent war, weil Corona derart in unseren Köpfen drin ist“, sagt Streu. Deshalb habe er in den zwei Wochen bis zur Stichwahl auch kaum noch Wahlwerbung gemacht. „Die Leute haben andere Sorgen. Außerdem wussten sie aus dem Wahlkampf schon, wer ich bin und was mir wichtig ist“, meint der Schreinermeister, der ab Mai hauptamtlicher Bürgermeister sein wird und damit eine jahrzehntelange Tradition fortsetzt: Die AWG stellt in Forstern seit 1948 das Gemeindeoberhaupt.

Maria Feckl: „Ich hätte es schrecklich gern gemacht“

Beim Auszählen in den Turnhallen der Gemeinde dabei war Feckl, die auch zur Stichwahl in den Sozialen Medien noch einen engagierten Wahlkampf geführt hat. Dass sie ein Drittel der Wähler von sich überzeugen konnte, freut die Grünen-Politikerin, die ihren Wählern dankt und gesteht: „Ich hätte es schrecklich gern gemacht.“ Doch Feckl sieht den Ausgang der Wahl pragmatisch: Jetzt könne sie sich als Gemeinderätin für Themen wie klimaneutrale Kommune oder Seniorenzentrum in kommunaler Hand einsetzen, ohne die Verwaltungsaufgaben des Bürgermeisteramts. Beruflich hatte die 55-Jährige alles auf eine Karte gesetzt und ihren Job beim Erzbischöflichen Ordinariat München gekündigt. Wie es jetzt weitergeht, weiß sie noch nicht genau, strebt aber eine selbstständige Tätigkeit im sozialen Bereich an.

Maria Feckl (Grüne)

Feckl wie auch Streu freuen sich, dass die Wahlbeteiligung im Vergleich zum 15. März nochmals gestiegen ist – von 68,5 auf 73,5 Prozent. Nun gelte es, dieses Interesse der Bürger an der Gemeinde weiter hochzuhalten, so Feckl.

vam

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