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Ein Spektakel mit vielen prächtigen Pferden samt Wagen ist der Leonhardi-Umritt in Preisendorf.

Leonhardi-Umritt in Preisendorf 

Zur Segnung geht’s dreimal an der Kirche vorbei

Der Leonhardi-Umritt in Preisendorf ist jedes Jahr ein Spektakel. Am Sonntag, 5. November, ist es ab 13.30 Uhr wieder so weit.

Preisendorf– Der Heilige Leonhard wird seit dem elften Jahrhundert besonders in Altbayern verehrt – als Nothelfer und Schutzpatron für das Vieh. So werden an Leonhardi vor allem die Pferde gesegnet und für deren Gesundheit im kommenden Jahr gebetet.In Preisendorf hat sich diese uralte Tradition erhalten. Seit einigen Wochen laufen die Vorbereitungen für den diesjährigen Leonhardi-Umritt am Sonntag, 5. November.

Viele Helfer kümmern sich um die Verpflegung der Gäste und Pferde-Freunde, den geschmückten Altar vor der Kirche und die Organisation rund um die Feierlichkeiten. Es werden wieder schön hergerichtete Wagen der Trachtler aus Hohenlinden, Markt Schwaben, Isen und Steinhöring dabei sein. Einen besonderen Höhepunkt bildet das legendäre Ochsen-Gespann von Helmut Stocker aus Landsham, das einen aufwändig dekorierten Erntedank-Wagen ziehen wird.

Der Leonhardi-Umritt startet um 13.30 Uhr. Die Gespanne und Reitergruppen ziehen zur Segnung insgesamt dreimal an der Kirche vorbei. Alle teilnehmenden Pferde und Ochsen erhalten neben dem priesterlichen Segen eine schön gestaltete Rosette zur Erinnerung.

Anschließend sind für alle Teilnehmer und Zuschauer Brotzeiten, Glühwein sowie Kaffee und selbst gebackene Kuchen in der Ortsmitte angerichtet. Hier ratscht man gemütlich in lockerer Runde und lässt den Sonntag ausklingen.

Die Geschichte des Leonhardi-Umritts in Preisendorf geht weit zurück. Aus allen Dorfteilen der Pfarrgemeinde Hohenlinden strömten einst die Gläubigen in den Forsterner Gemeindeteil. Zwar ist die Kirche dem Hl. Stephanus geweiht, doch der zweite Heilige, der den Altar flankiert, ist der Hl. Leonhard, welcher bekanntlich für das liebe Vieh zuständig war. Wie die Pfarrchronik berichtet, wurde ihm zu Ehren an seinem Namenstag, dem 6. November, Kirchenumritte durchgeführt. Der prächtigste bekannte Umritt fand 1944 statt. Die bereits verstorbene Zeitzeugin Johanna Zumpf (geb. Boiger) stammte aus der Mesnerfamilie, die jahrhundertelang dieses Amt ausübte. Sie berichtete: „In diesem Kriegsjahr waren in Preisendorf Soldaten mit vielen Pferden einquartiert. Vom Leohardiritt waren sie begeistert. Herausgeputzt ritten die Offiziere und Fahnenträger dem Zug voran, diesem folgten die noch zahlreich vorhandenen Pferde aus der Umgebung.“

Nach dem Krieg ersetzten Traktoren die Pferde. 1954 nahmen nur noch 25 Pferde teil. Damit war das Ende dieser schönen Tradition besiegelt, bis ihn Brauchtumsfreunde wieder aufleben ließen: Sie gründeten am 21. Oktober 2004 den Leonhardi-Verein Preisendorf. Heuer findet das Fest zum 13. Mal in Folge statt. Seit 2007 besitzt der Verein dank zahlreicher Spender eine eigene Standarte, mit der der Umritt angeführt wird.   

Weitere Infos: www.leonhardiritt-preisendorf.de

Birgit Hubner

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