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Junger Nachwuchstrainer: Benjamin Scharmatinat ist beim FC Forstern und im Kindergarten im Einsatz.

Freiwilliges soziales Jahr beim FC Forstern

„Man lernt besser, wie Kinder ticken“

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Benjamin Scharmatinat (19) absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport beim FC Forstern. Dazu inspiriert hatte ihn sein Bruder Johannes. Er war 2014 der erste FSJler in Forstern.

Forstern – Die Leidenschaft für den Sport scheint bei den Scharmatinats aus Forstern in der Familie zu liegen – zumindest, was die Brüder Johannes und Benjamin angeht. Im Schuljahr 2014/15 war Johannes der erste junge Mann in Forstern, der beim örtlichen FC ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport absolvierte. Ihm folgte im Jahr darauf Dominic Masion, und seit Herbst 2016 ist Benjamin der FSJler in der Gemeinde.

„Ich habe bei meinem Bruder damals gesehen, wie cool das ist“, erzählt der 19-Jährige, der im vergangenen Jahr sein Abitur am Anne-Frank-Gymnasium in Erding gemacht hat. Die Prüfungen hatte er in Englisch, Italienisch und Wirtschaft sowie Deutsch und Mathe abgelegt. Kein Sport? Das dafür nötige Additum, also zusätzliche Unterrichtsstunden in Sporttheorie, „wäre cool gewesen, ist aber leider nicht zustande gekommen“. Obwohl es ihn schon sehr interessiert hätte, beruflich in die Sportrichtung zu gehen, wird’s auch beim Studium vorerst nichts: Im Herbst will Benjamin mit Englisch und Italienisch auf Lehramt für Gymnasium anfangen – „wenn ich genommen werde“, sagt der großgewachsene junge Mann.

Die Bewerbung für den Studiengang an der Uni Tübingen hat er längst abgeschickt, die Zulassungsbescheide werden aber erst nach dem 15. Juli verschickt. Doch Scharmatinat ist guter Dinge, dass es klappt mit einem Platz an seiner Wunsch-Uni in Baden-Württemberg. Ins benachbarte Bundesland zieht es den 19-Jährigen, da seine Wurzeln dort liegen: Als er ein Kind war, zog die Familie aus der Nähe von Stuttgart nach Forstern. „Hier gefällt es mir richtig gut, aber zum Studieren will ich woanders hin und selbstständig in einer WG leben. Das ist eine wichtige Erfahrung“, ist sich Scharmatinat sicher.

Die Entscheidung, sich fürs FSJ zu bewerben, war ihm nicht schwergefallen. „Ich wusste, dass ich so meinen C-Trainerschein machen kann, und das wollte ich auf jeden Fall tun“, erzählt der passionierte Fußballer, der beim FC Forstern auch als aktiver Spieler kein unbeschriebenes Blatt ist: Als Zehner kickt er in der A-Jugend des Vereins.

In den vergangenen Monaten fungierte Scharmatinat in erster Linie als Trainer der F 2- und D 2-Jugend. Letztere Mannschaft hatte er schon vor seinem Freiwilligen-Einsatz in der E-Jugend trainiert. „Das hat mir Spaß gemacht. Darum war mir von Anfang an klar, dass mir das FSJ auch gefallen wird.“ Neben seinem Haupteinsatzgebiet im Fußballtraining der beiden Jugendmannschaften half Scharmatinat auch bei den anderen Jugendteams. Zudem unterstützte er das Kindergartenteam bei Turnstunden und half den Kindern in der Mittagsbetreuung bei den Hausaufgaben.

In der Schule unterstützte er bei Büroarbeiten, im Sportunterricht und bei der zusätzlichen Förderung einiger Schüler. „Das hat immer gut geklappt“, resümiert Scharmatinat, für den das FSJ zwangsweise quasi schon jetzt beendet ist: Verletzungsbedingt ist er für einige Wochen krankgeschrieben und hat dann nur noch wenige Arbeitstage, bevor es in den Urlaub geht.

Den Umgang mit Kindern sei er als Trainer schon gewöhnt gewesen: „Aber man lernt besser, wie die Kinder ticken. Es macht einfach Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Darum denke ich, dass Lehrer ein ganz guter Beruf für mich ist.“ In diese Richtung ist übrigens auch sein Bruder gegangen: Johannes studiert inzwischen Mittelschullehramt in München.

Dass er sich für das Freiwillige Soziale Jahr im Sport entschieden hat, bereut Scharmatinat kein bisschen. „Besonders großen Spaß haben die Bildungstage von der Bayerischen Sportjugend aus mit vielen anderen FSJlern gemacht“, berichtet er. Zudem hätten ihm die Trainerlehrgänge sehr gefallen. „Da habe ich viel für mein eigenes Spiel gelernt und mich als Trainer weitergebildet. Das hat mich ganz gut weitergebracht.“

Für das Schuljahr 2017/18 ist die FSJ-Stelle in Forstern ebenfalls bereits in trockenen Tüchern. Der Gemeinderat hat schon zugestimmt, dass Tobias Keserü aus Tading diese Aufgabe übernehmen wird. Wie gehabt, wird er für eine Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden eingesetzt und bekommt dafür ein Taschengeld von 300 Euro.

Der neue FSJler ist ebenfalls kein Unbekannter in der Forsterner Fußball-Szene: Auch Keserü spielt in der A-Jugend und trainiert mit Scharmatinat bereits die F 2. „Er wird ebenfalls sehr gut für die Stelle geeignet sein“, ist sich Betreuer Jari Houdek sicher.

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