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Fesch und fleißig: Die Damen des Frauenbunds Forstern-Tading hatten 720 Kräuterbuschen gebunden. Sie wurden geweiht und anschließend verkauft.

Mariä Himmelfahrt

Tading: Ein Tag im Zeichen der Gottesmutter

Tading – Pünktlich zum Festgottesdienst am Donnerstag hellte sich der Himmel auf. Sonnenschein begleitete die Feier zu Ehren der Gottesmutter Maria und ihrer Aufnahme in den Himmel. Der Frauenbund Forstern-Tading war besonders fleißig.

720 Kräuterbuschen haben die emsigen Damen für den Frauentag in Tading gebunden. Nach dem feierlichen Einzug der Fahnenabordnungen begann der Gottesdienst in der übervollen Wallfahrtskirche mit Pfarrverbandsleiter Christoph Stürzer und Jugenddiözesanpfarrer Richard Greul, der die Festpredigt hielt. Nicht wenige Besucher nahmen draußen vor den geöffneten Türen daran teil.

Greul ging auf die Bewegung „Maria 2.0“ ein, die eine Reform der Kirche fordert, um zukunftsfähig zu bleiben. Prompt sei die Gegenbewegung „Maria 1.0“ entstanden, für die es „kein Up-Date“ brauche. Greul plädierte für einen Mittelweg und sprach von einer „Kurskorrektur mit dem Kompass Evangelium“. Kirche müsse sich immer wieder erneuern. Der Diözesanjugendpfarrer betonte, dass das ehrenamtliche Engagement der kirchlichen Laien keineswegs selbstverständlich, sondern mit Blick auf das fehlende Personal an Hauptamtlichen umso wichtiger und wunderbar sei. Für diese Einsatzbereitschaft müsse man dankbar sein und sie weiter fördern.

„Wir haben in unserem Land eine grundlegende Glaubenskrise“, stellte Greul fest. Maria als Wegbegleiterin „kann uns Hilfestellung geben“. Sie sei für die Botschaft Gottes offen gewesen. Es sei wichtig, in den Pfarreien immer wieder ins Gespräch zu kommen und zu klären, „was der Glaube für mich persönlich bedeutet“, sich auch zu vergegenwärtigen, wo man von Gott berührt und von ihm bereichert worden sei, sei es in glücklichen oder schweren Zeiten. Man solle „dafür einstehen, was unsere Hoffnung, unser Glaube ist“, sagte Greul: „Maria will die Menschen zu Jesus führen.“ Ob man sich für einen Schüler, der gehänselt werde oder für geflüchtete Menschen einsetze – all das seien Wege, um Jesus begegnen zu können.

Für Greul war es zentral, den Gottesdienst mit Kindern und Jugendlichen zu feiern. Wenn sich die Kleinen während der Messe nicht ganz still halten könnten, sollte man sich nicht ärgern, sondern sich freuen. Denn sie seien es, „die Zukunft in die Kirche bringen“, sagte er. Die klangvolle Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen von Regina Maier, die mit dem Kirchenchor und einem Instrumentalensemble für eine berührende und festliche Musik sorgte.

Erstmals hatte heuer der Schützenverein Edelweiß Tading mit seinem Schützenmeister Egon Regauer die Getränkebewirtung übernommen. Der Förderverein der Schützen sorgte mit Hilfe der Metzgerei Wohlmuth für das Essen, die Feuerwehr Forstern für Kaffee und Kuchen. Das Gelände rund ums Schützenheim war für den Besucheransturm in einen idyllischen Biergarten verwandelt worden. „Der neue Platz ist wunderbar“, schwärmte Kirchenpfleger Anton Grill und lobte das Engagement aller Beteiligten. Am späteren Mittag trübte sich der Himmel ein. Das Hochfest ging abends mit einer vom Tadinger Fünfg’sang musikalisch gestalteten Marienandacht ins Finale.

Der Frauentag in Tading fiel heuer auf ein Jubeljahr, das im Herbst beginnt. Denn die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt wurde vor 300 Jahren, am 5. Oktober 1719, vom Freisinger Fürstbischof Johann Franz Ecker von Kapfing und Lichteneck geweiht. Auch der 50. Jahrestag der Erhebung der Pfarrei Mariä Himmelfahrt wird heuer begangen. (Vroni Vogel)

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