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Nicht nur lernen steht in der Offenen Ganztagesschule (OGS) an der Mittelschule Forstern auf dem Programm. „Die Schüler gehen gerne in die OGS“, sagt Schulleiterin Annett Taubert (o.).

Mittelschule Forstern 

Unter Freunden lernt es sich besser

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Vor einem Jahr ist an der Mittelschule Forstern die Offene Ganztagsschule (OGS) gestartet. Die Rektorin, Dr. Annett Taubert zieht Bilanz.

Forstern– Vor einem Jahr ist an der Mittelschule Forstern die Offene Ganztagsschule (OGS) gestartet. Besonders Schulleiterin Dr. Annett Taubert hatte sich für deren Einführung stark gemacht – aus pädagogischen Gründen, aber auch, um den Mittelschulstandort zu sichern. Im Gespräch zieht die Rektorin Bilanz über das erste OGS-Jahr und erklärt, was sich an dem Angebot im aktuellen Schuljahr ändern soll.

-Frau Taubert, die Offene Ganztagsschule hat das erste Jahr hinter sich. Wie lautet Ihre Bilanz?

Annett Taubert: Es war ein erfolgreiches erstes Jahr. So gut wie alle Schüler haben sich freiwillig wieder angemeldet. Sie gehen gerne hin, auch weil sie dort andere Schüler treffen, mit denen sie gerne zusammen sind und Spaß haben.Besonders das warme Mittagessen, die Unterstützung bei Hausaufgaben und dass jemand da ist, der ein offenes Ohr für die Probleme der Jugendlichen hat, ist für sie sehr wichtig. Aber auch von den Eltern und auch von den Bürgermeistern haben wir durchweg gute Rückmeldungen bekommen.

-Wie haben sich die Anmeldezahlen entwickelt?

Taubert: 2017 sind wir mit 57 Schülern in zwei Gruppen gestartet. Für das neue Schuljahr haben wir bis jetzt 50 Anmeldungen. Durch zwei neue fünfte Klassen vermuten wir, dass noch einige dazukommen werden. Was gestiegen ist, ist die Anzahl der gebuchten Nachmittage: Haben sich voriges Jahre viele für die Mindestzahl von zwei Nachmittagen angemeldet, sind es heuer mehr mit drei oder gar vier Tagen.

-Hat das Vorteile?

Taubert: Das ist für unser Konzept sehr gut, denn das Arbeiten ist leichter, je mehr Nachmittage die Schüler da sind. So kennen sie die Regeln, können sie sich kontinuierlich auf Proben vorbereiten und bei den Aktivitäten besser mitbestimmen. Denn wir versuchen, deren Wünsche umzusetzen – etwa Backen in der Weihnachtszeit.

-Waren bauliche Veränderungen für die OGS nötig?

Taubert: Ja, es mussten bestehende Räume umgebaut werden. Unsere Offenen Ganztagsschule besteht aus zwei Gruppenräumen, einem Chillraum und einer großen Mensa, die wir neu möbliert haben: Statt einer langen Tafel gibt es jetzt, angepasst an die Bedürfnisse der Jugendlichen, kleinere Tischgruppen.

-Wie schaut der Tagesablauf an der OGS aus?

Taubert: Beginn ist um 13.05 Uhr mit Mittagessen, das der Caterer Gourmet liefert. Gemeinsam mit den Schülern werden die Speisepläne zusammengestellt, sie können auch Wünsche äußern. Ab13.30 Uhr haben die Schüler Freizeit am Pausenhof, bevor um 14 Uhr die Hausaufgaben- und Lernzeit beginnt. Von 14.45 Uhr bis zum Schluss um 15.30 Uhr steht gezielte und individuelle Freizeitgestaltung an. Im Chillraum können die Jugendlichen entspannen und Musik hören, ratschen oder Spiele spielen. Bei schlechtem Wetter steht die Turnhalle zur Verfügung. Außerdem gibt es ein großes Angebot an Arbeitsgruppen.

-Welche AGs sind das?

Taubert: Zum Beispiel die AG Gitarre in Zusammenarbeit mit der Musikschule Konrad Huber. Die Kosten trägt der Schulverband, die Schüler können sich auch ein Instrument leihen. Andreas Preuschl aus der erweiterten Schulleitung ist ausgebildeter Rettungssanitäter und gibt einen Schulsanitätsdienstkurs. Wir hoffen, auch wieder die Theater-AG anbieten zu können, und ein Wunsch der Schüler wäre eine Tanzgruppe. Auf jeden Fall wird es den Quali-Vorbereitungskurs wieder geben, da haben voriges Jahr fast alle Neuntklässler in der OGS mitgemacht.

-Wie funktioniert der Kurs?

Taubert:Die Schüler werden ab Dezember bis zu den Qualiprüfungen an einem Nachmittag pro Woche mit Hilfe einer Lehrkraft und teilweise auch einer Förderlehrerin vorbereitet. Haben sie in Deutsch oder Mathe Förderbedarf, wird gezielt in diesen Bereichen gearbeitet. Die Jugendlichen üben auch Aufgaben von älteren Quali-Prüfungen. Wir haben gemerkt, dass das voriges Jahr viel gebracht hat. Wenn noch Plätze frei sind, können das Angebot auch Schüler nutzen, die nicht in die OGS gehen. Das ist eine Besonderheit, die es meines Wissens so an anderen Schulen nicht gibt.

-Warum ist die OGS ein solcher Erfolg?

Taubert: Ich denke, der Hauptgrund dafür ist dieenge Zusammenarbeit zwischen mir als Schulleiterin, Andreas Preuschl, der die OGS koordiniert, und deren Leiterin Johanna Obermayer. Das wollen wir durch feste Besprechungstermine noch intensivieren. Für mich als Schulleiterin ist diese Zusammenarbeit, auch mit den Lehrkräften, das Allerwichtigste. Nur wenn diese regelmäßig, wertschätzend und mit dem Ziel, unsere Schüler in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung zu fördern, passiert, stärken wir sie auch im Ganztag.

-Wie viele Mitarbeiter umfasst die OGS?

Taubert: Neben dem Koordinator und der Leitung kommt ab Oktober als Zweitkraft die Erzieherin Daniela Kölbl-Krönauer hinzu. Ab November verstärkt Erzieher Dominik Rehbein als Gruppenleiter das Team, zu dem auch die Ergänzungskräfte Barbara Ganter, Marion Angermair-Rusack und Petra Mann gehören. Sie kommen über die Brücke Erding e.V. als Trägerin zu uns. Obermayer,Rehbein und Kölbl-Krönauer hingegen sind bei der Gemeinde angestellt, die uns damit sehr unterstützt. Schulsozialpädagoge Kilian Schmid ist ebenfalls im Boot.

-Was ist in diesem Schuljahr neu?

Taubert: Neu ist das verpflichtende Mittagessen für alle OGS-Schüler. Zudem gibt es ein Schulverpflegungscoaching mit Ernährungsberatern, die Mitarbeiter und Schüler über das Jahr begleiten, um das Angebot zu optimieren.

Das Gespräch führte Vroni Macht.

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