Sozialpädagogin Rebecca Hofmaier
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„Mir war immer schon klar, dass ich mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten will“, sagt Sozialpädagogin Rebecca Hofmaier.

Sozialpädagogin Rebecca Hofmaier (23) neu in Forstern – Start mitten im Lockdown

Mittlerin an der Mittelschule

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Mitten im Corona-Lockdown hat Rebecca Hofmaier ihre Stelle als Sozialpädagogin an der Mittelschule Forstern angetreten. Kein einfacher Start, wenn die Klienten – also Schüler, Lehrer und Eltern – gar nicht vor Ort sind. Die 23-Jährige hat die Zeit genutzt, um sich einzuarbeiten. Jetzt startet sie – gemeinsam mit den Schülern – ins neue Schuljahr.

Forstern – Am 27. April hatte Hofmaier ihren ersten Arbeitstag. „Schüler waren in der ersten Woche keine da, Lehrer nur vereinzelt. Sie habe ich Tag für Tag kennengelernt. Das war eigentlich ganz gut, um mir die Namen merken zu können“, sagt sie. Außerdem habe sie ihr Vorgänger Kilian Schmid, der sich in den vergangenen Jahren um die Sozialarbeit in der Grund- und Mittelschule gekümmert hatte, so in Ruhe einarbeiten können. Wie berichtet, ist Schmid in Elternzeit, Hofmaier hat die 20-Stunden-Stelle an der Mittelschule übernommen, für die Grundschule wird noch ein Nachfolger gesucht.

Die Sozialpädagogin kommt frisch vom Studium. Nach dem Abschluss der Realschule Taufkirchen hatte sie die FOS in Erding besucht und anschließend an der FH Landshut Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe studiert. Sieben Semester hat der Bachelor-Studiengang gedauert, darunter ein Praxissemester, das sie in einer Jugendwohngruppe in Erding absolviert hat. „Mir war immer schon klar, dass ich mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten will“, erzählt die junge Frau, die gebürtig aus Niederstraubing in der Gemeinde Steinkirchen ist und jetzt mit ihrem Partner in Forstern lebt.

Träger der Jugendsozialarbeit an Schulen ist die Brücke Erding

Hofmaier ist für die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) zuständig – das betrifft nur die Mittelschule. Träger ist die Brücke Erding, Sachaufwandsträger sind Gemeinde Forstern, Landkreis und Regierung von Oberbayern. Der Fokus liegt auf Schülern, die sozial benachteiligt sind, die Förderung brauchen oder aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen. Daneben soll es auch Projekte für alle Schüler geben.

Die Soziale Arbeit umfasst im Wesentlichen Beratung, Prävention und Schulleben. Beratung bietet Hofmaier für Schüler, Eltern und Lehrer. Dabei geht es unter anderem um Krisenintervention, Konflikte untereinander und in der Klasse, aber auch um familiäre Probleme, Beziehungsprobleme, Schwangerschaft, Integrationsschwierigkeiten, Straffälligkeit oder Mobbing.

Corona war ein großes Thema

Als Beispiel nennt Hofmaier das Rauchen. Wird ein Mittelschüler beim Rauchen in der Pause erwischt, folgt ein Beratungsgespräch. Je nach Einzelfall werden Schüler dann weitergeleitet, etwa an die Suchtberatungsstelle. „Außerdem nehme ich Kontakt mit der Schulleitung und den Eltern auf, führe mit ihnen Gespräche und versuchen, das Problem zu lösen.“

Im vergangenen Schuljahr sei auch Corona ein großes Thema gewesen. „Viele waren mit der Situation überfordert, oder ihre finanzielle Lage hat sich verschlechtert“, berichtet Hofmaier. Da habe sie zum Beispiel Kontakt zur Schuldnerberatung hergestellt.

Zur Prävention gehören eine Konfliktlösungskultur bereits ab der ersten Klasse, Gesundheitsförderung und Suchtprävention durch Lebenskompetenztraining und Soziales Lernen in den Klassen. Der Bereich Schulleben umfasst die Unterstützung von Projekten oder die Einbindung externer Referenten zu besonderen Themen. „Im Prinzip bin ich der Mittler und vermittle nach allen Seiten“, sagt Hofmaier.

Mit den Eltern telefonieren wird noch Bedeutung gewinnen

Erste Gespräche mit Schülern und Lehrkräften hat sie im vergangenen Schuljahr geführt. „Das war ganz anders als sonst. Allein schon weil man so weit auseinander sitzt, ist eine gewisse Distanz vorhanden“, berichtet sie. Und weil aufgrund der Corona-Beschränkungen das Schulhaus für externe Besucher geschlossen war, konnten die Elterngespräche nicht dort stattfinden.

„Deshalb war vieles außer Haus oder telefonisch, wobei Telefonieren mit Eltern noch ein ungewohntes Instrument ist, das aber durchaus, so lange wir in Corona-Zeiten leben, an Bedeutung gewinnen wird“, weiß Hofmaier, die auch in den Pausen ein wachsames Auge auf die Schüler hat: „Ich beobachte und passe auf, ob zum Beispiel jemand allein steht oder aggressiv auffällt.“

Kontakt

Rebecca Hofmaier ist per E-Mail unter rebecca.hofmaier@bruecke-erding.de und unter Tel. (0152) 53 02 00 25 erreichbar. Ihr Büro befindet sich im Raum E-9 der Schule, gegenüber vom Sekretariat. Die Bürozeiten sind zu Schulzeiten von Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 13.30 Uhr.

vam

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