Neues Feuerwehrhaus in Forstern

Kostenexplosion bei den Erdarbeiten

Schon nächste Woche sollen die Arbeiten für das neue Forsterner Feuerwehrhaus starten. Bei den Kosten hat der Gemeinderat jetzt aber eine böse Überraschung erlebt.

ForsternEs geht zügig voran mit dem Neubau des Forsterner Feuerwehrhauses. Der Gemeinderat hat nun die Baumeisterarbeiten dafür vergeben – und ist dabei böse überrascht worden. Denn sogar das günstigste Angebot lag mit gut 1,47 Millionen Euro weit über der Kostenberechnung von 880 000 Euro. Bürgermeister Georg Els (AWG) erklärte in der Ratssitzung, dass die Arbeiten im April/Mai im Bayerischen Staatsanzeiger ausgeschrieben worden waren. Zehn Firmen hatten die Unterlagen abgerufen, vier Angebote gingen ein. Das günstigste legte die Firma Schwarzenbeck aus Gars am Inn mit gut 1,47 Millionen Euro vor. Die teuerste Offerte lag bei mehr als zwei Millionen Euro.

Els erklärte, dass die Berechnung von 880 000 Euro bereits ein Jahr alt sei und die Kosten seitdem enorm angezogen hätten. „Alleine im letzten halben Jahr sind die Preise für Erdbewegungs- und Maurerarbeiten um zehn Prozent gestiegen“, erklärte Els. Günstigere Angebote seien bei der derzeitigen Marktlage nicht zu erwarten, zumal ohnehin öffentlich ausgeschrieben worden war.

Also hat sich die Gemeinde auf die Suche nach Einsparmöglichkeiten begeben. „Dabei stellte sich heraus, dass vor allem die Abfuhr und Entsorgung des Oberbodens vom preisgünstigsten Bieter sehr kostenintensiv angeboten wurden“, erklärte Els. Demnach war es ursprünglich vorgesehen, dass der gesamte Oberboden für Feuerwehr und Bauhof abgetragen sowie bis auf einen kleinen Teil abtransportiert und entsorgt wird. Nach zwischenzeitlicher Absprache wurde jedoch festgelegt, dass nur der Oberboden im Bereich Feuerwehr abgetragen und auf dem Baufeld für den Bauhof zwischengelagert wird.

Hier möchte die Gemeinde ihren Bürgern die Möglichkeit geben, unentgeltlich Humus abzuholen. Els: „Die Erdbewegung ist ein sehr großer Posten. Da geht es um etliche tausend Kubikmeter, und jeder Kubikmeter, der direkt abgeholt wird, spart uns Geld.“

Daneben konnten noch bei weiteren Leistungen die Kosten reduziert werden, sodass sich die Angebotssumme auf 1,09 Millionen Euro verkleinert hat. Darin enthalten sind rund 17 000 Euro, die aus Gründen des Synergieeffekts bereits jetzt mit dem Bau des Gerätehauses ausgeführt werden. Konkret geht es um die Herstellung des Schmutzwasserkanals und die Ausführung des notwendigen Koaleszenzabscheiders. Diese Kosten sind zu je 50 Prozent bei Feuerwehr und Bauhof anzusetzen.

Laut Els hat im Rathaus ein sogenanntes Bieteraufklärungsgespräch mit der Firma, mit dem Büro kplan und mit dem Architekten, der die Ausschreibungen betreut, stattgefunden. Demnach sieht sich der Bieter in der Lage, die Leistungen „fach- und termingerecht“ zu erbringen. Mit den Erdarbeiten könnte schon am 18. Juni begonnen werden, der Hochbau könnte in der ersten Septemberwoche, eventuell sogar in der letzten Augustwoche, anlaufen. Bis dahin werden die Fertigteile produziert.

Um Kosten zu sparen, hat die Firma vorgeschlagen, auch die vom Tragwerkplaner vorgesehenen Ortbetonwände mit Hohlwand-Fertigteilen auszuführen, soweit statisch möglich. Das soll noch geklärt werden. Alle weiteren Gewerke will die Kommune zusammen ausschreiben, um die Gesamtkosten besser im Blick haben zu können. Den Auftrag für die Baumeisterarbeiten hat das Gremium einstimmig vergeben. Gleich tags drauf ging die Auftragsbestätigung per Fax an die Firma Schwarzenbeck.

Rubriklistenbild: © dpa / Julian Stähle

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