Aus für deutschen Reisekonzern Thomas Cook

Aus für deutschen Reisekonzern Thomas Cook

Geschätzte Kosten von 6,8 Millionen Euro

Neues Rathaus in Forstern: Die Kosten steigen und steigen

  • schließen

Anstelle des Horts soll ins neue Forsterner Rathaus die Bücherei einziehen. Die Kostenschätzung liegt inzwischen bei 6,8 Millionen Euro.

Forstern – Neues Feuerwehrhaus, neuer Bauhof, neues Kinderhaus, neues Rathaus. Und dann steht noch nicht fest, ob die Grund- und Mittelschule saniert, ein Teil- oder sogar ein kompletter Neubau nötig sein wird. Es sind Millionenprojekte, die sich die Gemeinde Forstern für die nächsten Jahre vorgenommen hat. So mancher Gemeinderat befürchtet, dass sich die Kommune damit finanziell übernimmt.

Bereits seit 2013 plant Architekt Florentin Messner aus München die gemeindlichen Gebäude im neuen Dorfzentrum. War damals noch von einer Rathauserweiterung samt Hort die Rede, soll nun die Gemeindeverwaltung mit Bücherei komplett in den Neubau einziehen.

Mehrfach war Messner schon zu Gast im Gemeinderat. Zuletzt hatte er 2016 eine Kostenschätzung vorgestellt. Doch seit damals ist diese enorm gestiegen – von knapp fünf Millionen auf bereits 5,9 Millionen Euro im Herbst 2017. „Frühestens im September 2019, was schon sehr sportlich wäre, eher im Frühjahr/Sommer 2020 könnte man mit dem Baubeginn rechnen“, erklärte Messner. Ein dann realistischer Preis könne bei 6,8 Millionen Euro liegen.

„Das ist schon eine enorme Zahl“, meinte Sebastian Hohentanner (SPD/Die Grünen) und schlug vor, die vielen Projekte zu priorisieren. Dafür plädierte auch Sebastian Klinger (CSU). Eine solche Rangfolge nehme der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen vor, wenn es um den Investitionsplan für die nächsten fünf Jahre geht, sagte Bürgermeister Georg Els (AWG). „In dieser Zeit müssen wir das auf jeden Fall angehen.“ Keine Barrierefreiheit, Platzmangel und ein immer schwierigerer Brandschutz ließen kaum Spielraum mehr zu. „Das wird die Gemeinde an ihre finanzielle Belastungsgrenze führen. Aber wir kommen an den Summen nicht vorbei. Das werden wir immer aus Krediten finanzieren müssen“, stellte Els klar.

„Bis wir das finanziell stemmen können, werden Jahre vergehen“, meinte unter anderem Stefan Ganghofer (CSU). „Die Kosten sehe ich nicht so schwarz“, sagte hingegen Franz-Josef Obermaier (AWG). Er befand zudem den Rathausneubau als genauso wichtig wie die anderen Projekte. Erwin Nominacher (SPD/Die Grünen) erinnerte daran, dass Messner bereits 2013 den Auftrag erhalten hatte. „Wir waren immer zögerlich, und jetzt laufen uns Zeit und Baupreise davon“, monierte er.

Im aktuellen Entwurf umfasst das neue Rathaus erstmals die Bücherei. Unverändert ist der Plan, im Erdgeschoss das Bürgerbüro mit Kasse und Einwohnermeldeamt unterzubringen. Geschäftsleiterin Petra Süsens verwies darauf, dass eine Infostelle oder ein Empfang für Besucher ebenfalls am Eingang zu finden sein müsse.

Im Obergeschoss entstehen die klassischen Verwaltungsräume sowie Büros und Vorzimmer von Bürgermeister und Geschäftsleitung, außerdem Teeküche und Besprechungsräume. Das Dachgeschoss beherbergt den Sitzungssaal sowie das Trauzimmer mit einer Loggia in Richtung Westen. Im Keller findet das Archiv viel Platz.

Die Bücherei soll sich auf Teile von Erd- und Untergeschoss erstrecken. Mit einem Kaffeeautomaten zur Selbstbedienung könnte das Kulturcafé mit Sitzgelegenheiten auch auf dem Dorfplatz realisiert werden. „Und man könnte den angrenzenden Hof, der als Garten für den Hort geplant war, wie ein Amphitheater gestalten und für Veranstaltungen nutzen“, schlug Messner vor. Zudem wäre denkbar, den Hof seitlich oder gar komplett zu unterbauen und so die Bücherei zu vergrößern. Beides würde die Gemeinde jedoch zwischen 200 000 und 800 000 Euro mehr kosten. „Das, was man sich wünscht, ist etwas anderes als das, was man sich leisten kann“, sagte Els dazu.

Annett Taubert (CSU) vermisste in der Planung Räume, die auch Vereine nutzen können. Laut Els sollen im neuen Pfarrzentrum derartige Räumlichkeiten entstehen, aber auch im alten Rathaus. Diese möchte die Kommune bekanntermaßen in Sachen Barrierefreiheit auf Vordermann bringen und dann als Kulturhaus nutzen.

„Stimmig ist das Ganze, aber teuer auf jeden Fall“, sagte Herbert Berger (AWG). Für ihn sei wichtig, dass mit langlebigen Materialien gebaut werde und dass das Platzangebot an Büros auch in 20 Jahren noch reiche. Laut Messner hat man hier ausreichend Reserven. Els erinnerte zudem daran, dass sich die Gemeinde als Familienstützpunkt im Landkreis beworben habe. Auch dafür wären Räume vorhanden.

Rainer Streu (AWG) bemängelte, dass Menschen mit körperlicher Behinderung im Untergeschoss vom Aufzug quasi durch die Sanitärräume geschoben werden müssten, um in die Bücherei zu kommen: „Das ist entwürdigend.“ Messner nahm als Aufgabe mit, den Lift anders zu platzieren.

Die Verwaltung soll nun ermitteln, wie viel Platz das Archiv samt Puffer tatsächlich braucht. Wird Raum frei, könnte er der Bücherei als Lager dienen. Auch über die Mauer um den Hof will man noch mal nachdenken. Die (ursprünglich für den Hort) geplante Höhe von 1,80 Meter war den Räten zu wuchtig. Nicht zuletzt will Els auch mit der Kirche Gespräche führen, um Abläufe und Planungen abzustimmen.

Rubriklistenbild: © dpa / Jens Wolf

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Elisabeth und Franz Faltermeier feiern Diamanthochzeit
Vor 60 Jahren heirateten Elisabeth und Franz Faltermeier und heute würden sie es sofort wieder machen.
Elisabeth und Franz Faltermeier feiern Diamanthochzeit
Carla Marx kandidiert für die Neue Mitte Wartenberg
In der Aufstellungsversammlung präsentiert die Neue Mitte Wartenberg Exkpunkte ihres Wahlprogramms und wählt Carla Marx zur Bürgermeisterkandidatin.
Carla Marx kandidiert für die Neue Mitte Wartenberg
Dorle Kastenmeier ist 95: Eine resolute und unermüdliche Helferin
Zum einen feierte Dorle Kastenmeier aus Dorfen ihren 95. Geburtstag und zum anderen ihre 60-jährige Mitgliedschaft beim BRK. Eine Abordnung des Roten Kreuzes gratulierte …
Dorle Kastenmeier ist 95: Eine resolute und unermüdliche Helferin
Drei Christbäumefür Dorfen
In Dorfen stehen jetzt drei große Christbäume. Noch undekoriert, aber das wird sich bald auch ändern.
Drei Christbäumefür Dorfen

Kommentare