Obstbaumkataster im Landkreis Erding

Pfannkuchenapfel, Butterbirne und Co.

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Der Landkreis schreibt seinen Obstbaumkataster fort. Auch die Gemeinde Forstern beteiligt sich - und lädt am Samstag bei der Pflanzentauschbörse zur Sortenbestimmung ein.

Forstern– Welche Obstbäume gibt es eigentlich im Landkreis? Welche Sorten sind besonders beliebt, welche besonders alt? Diesen Fragen gehen derzeit der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege sowie Michael Klinger, Kreisfachberater vom Landratsamt, nach.

Es soll ein Obstbaumkataster für den Landkreis erstellt werden, also ein Register, in dem möglichst flächendeckend diejenigen Obstsorten verzeichnet sind, die im Erdinger Land zu finden sind. Ein Ziel ist es, alte und einheimische Obstsorten, die sich über Jahrzehnte bewährt haben, zu erhalten. „Man will aufzeichnen, welche Obstbäume es gibt und auch über die Zeit verfolgen, wie sich die Landschaft der Obstbäume verändert“, erklärt Ludwig Hiebinger, Vorsitzender des Vereins für Gartenbau und Heimatpflege Forstern.

Welches Obst ist attraktiver, welches verschwindet? „Daraus kann man eine Entwicklung ableiten“, sagt Hiebinger. Auch sein Verein beteiligt sich an der Aktion.

Vor rund 15 Jahren wurden die Obstsorten im Landkreis zuletzt erfasst. Aus Forstern hatten damals nur zwei Familien ihre Obstbäume angegeben – unter anderem die Apfelsorten Roter Boskoop und Jakob Fischer. Letzterer trägt im Kataster den Vermerk „Vom Winde verweht“, ist also wohl einem Sturm zum Opfer gefallen.

Die Liste hat Hiebinger inzwischen um die Sorten ergänzt, die der Gartenbauverein auf der Tadinger Streuobstwiese gepflanzt hat. Dort stehen vor allem gängige und ältere Sorten, etwa der Altländer Pfannkuchenapfel, die Hauszwetschge, Gellerts Butterbirne, Fromms Goldrenette oder die Gute Graue. Die meisten dieser Bäume hatten heuer einen sehr guten Ertrag, sagt Hiebinger: „Es haben fast alle Bäume getragen, vor allem die Birnen waren sehr fruchtbar.“

Um noch mehr über die Forsterner Obstbäume zu erfahren, kam dem Vorsitzenden die Idee, die Suche mit der Pflanzentauschbörse des Vereins zu kombinieren, die zweimal jährlich stattfindet, das nächste Mal am kommenden Samstag. „Vielleicht gibt es ja Leute, die Obstbäume daheim haben, aber nicht wissen, welche Sorten das sind“, erklärt Hiebinger.

Mit Hilfe von Kreisfachberater Klinger und Walter Hipper, Vorsitzender des Vereins für Gartenbau und Dorfverschönerung Buch/Reithofen, könnten die Früchte vor Ort bestimmt werden. „So bekommen die Leute Infos über ihre Obstsorten, und im Gegenzug bekommen wir die Information, welche Sorten in Forstern wachsen“, so Hiebinger. Zusammen mit Daten wie Standort oder Alter der Bäume könne so ein umfangreiches Kataster entstehen.

Die Forsterner bringen am Samstag, 13. Oktober, jede Art von Obst, vom Apfel bis zur Zwetschge, ab 13 Uhr ins Feuerwehrhaus. „Im Idealfall drei oder vier Exemplare jeder Sorte“, sagt Hiebinger, denn die Experten begutachten die Mitbringsel nicht nur von außen, sondern schneiden sie auch auf, um sie besser bestimmen zu können. Dass das nicht immer unbedingt klappt, müsse klar sein, sagt Hiebinger. Immerhin seien sogar die Experten manchmal überfragt. Die Forsterner Ergebnisse sollen später in ein landkreisweites Obstbaumkataster einfließen. Die Initiative dazu war 2017 bei der Kreisversammlung gestartet worden.

Die 37. Pflanzentauschbörse

des Vereins für Gartenbau und Heimatpflege Forstern findet am Samstag, 13. Oktober, im Feuerwehrhaus statt. Es können Pflanzen, Sträucher oder Sämereien aus dem eigenen Garten, die nicht mehr gebraucht werden, von 12 bis 13 Uhr abgegeben werden. Ab 13 Uhr werden die gelieferten Pflanzen an neue Eigentümer verteilt. Es gibt Kaffee und Kuchen sowie einen Bauernmarkt. Außerdem findet ab 13 Uhr die Sortenbestimmung statt.

Rubriklistenbild: © dpa / Daniel Bockwoldt

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