Die Gemeinde Forstern hat im vergangenen Jahr stark unter Personalmangel gelitten. Das wurde bei der Vorlage der Jahresrechnung deutlich.
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Die Gemeinde Forstern hat im vergangenen Jahr stark unter Personalmangel gelitten. Das wurde bei der Vorlage der Jahresrechnung deutlich.

Personalmangel im vergangenen Jahr

Rathaus Forstern zeitweise nur mit vier Vollzeitkräften betrieben

  • Veronika Macht
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Die Gemeinde Forstern hat im vergangenen Jahr stark unter Personalmangel gelitten. Das wurde bei der Vorlage der Jahresrechnung deutlich.

Forstern– Die Gemeindeverwaltung von Forstern hatte im vergangenen Jahr mit Lücken in der Personaldecke zu kämpfen. Wie groß diese waren, wurde in der Ratssitzung bei der Vorlage der Jahresrechnung 2019 deutlich. Zeitweise sei das Rathaus in Summe nur mit vier Vollzeitkräften geführt worden, berichtete Bürgermeister Rainer Streu (AWG).

Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt erreicht

Ihm zufolge gibt es bei der Vorlage der Jahresrechnung zwei wichtige Parameter, die der Rat zur Kenntnis nehmen müsse: Ist die Mindestzuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt erreicht, und wie hoch ist der offizielle Verlust im Ist-Ergebnis? Für die Mindestzuführung waren 867 000 Euro angesetzt. Erreicht werden mussten 791 000 Euro, 840 000 Euro sind es am Ende geworden. Die Zuführung wurde also erreicht – wenn auch auf eine Weise, die so nicht gewollt war.

Längere Zeit ohne Geschäftsleitung, ohne Kassenleitung, ohne Liegenschaftsamt

Denn „ausschlaggebend für dieses Ergebnis im Verwaltungshaushalt war, dass im Rathaus zwangsweise Personalkosten eingespart wurden“, musste Streu berichten und sprach dabei von längeren Zeiträumen ohne Geschäftsleitung, ohne Kassenleitung, ohne Liegenschaftsamt. „Mehrere Monate wurde das Rathaus im Jahr 2019 nur mit einer Vollzeit- und fünf Teilzeitkräften betrieben, was in der Summe nur vier Vollzeitkräften entspricht“, rechnete Streu vor.

Laut staatlicher Rechnungsprüfungsstelle sind aber pro 1000 Einwohner drei Vollzeitkräfte im Rathaus notwendig – für Forstern mit 3800 Einwohnern also elf. Zudem habe es einige Krankheitsfälle gegeben, die zeitweise aus der Lohnfortzahlung herausgefallen seien. „Das sind die Gründe, warum der Haushalt doch noch diese Mindestzuführung erreicht hat“, fasste Streu zusammen. Heißt im Umkehrschluss: Wäre das Rathaus personell voll ausgestattet gewesen, wäre die Zuführung nicht erreicht worden.

Fehlende Einnahmen aus Grundstücksverkäufen sorgen für Millionendefizit

Im Vermögenshaushalt, dem Investitionsetat, schaue es anders aus. Durch fehlende Einnahmen aus Grundstücksverkäufen – explizit nannte Streu das Edeka-Areal – sei ein Millionendefizit entstanden. Der offizielle Verlust habe letztlich 1,97 Millionen Euro betragen.

Zum Prozedere erklärte Streu, dass die Jahresrechnung gemäß der Gemeindeordnung zur Jahresmitte vorgelegt werde. „Diese erstmalige Vorlage soll dem Gemeinderat lediglich die Möglichkeit geben, Kenntnis zu nehmen, wie sich der Jahresabschluss nach den Berechnungen der Gemeindeverwaltung darstellt“, erläuterte er. In eine nähere sachliche Prüfung müsse da noch nicht eingetreten werden. Zeitnah – möglichst noch im Juli – tritt der Rechnungsprüfungsausschuss zur örtlichen Rechnungsprüfung zusammen, bevor der Gemeinderat die Jahresrechnung feststellt und entlastet.

Grünen-Rätin Feckl kritisiert „zu dünne“ Zahlen

Maria Feckl (Grüne) monierte, „als Betriebswirtin“ seien ihr die vorgelegten Zahlen „zu dünn“. Sie wollte wissen, warum das gesamte Zahlenwerk nicht digital verschickt oder ins Ratsinfosystem eingestellt werde. Laut Kämmerer Jochen Goldammer umfasst die Jahresrechnung rund 3000 Seiten, „das kann man schlecht verschicken“. Zudem sei es nicht üblich, die Unterlagen zur Jahresrechnung zu versenden. „Aber Sie können sich jederzeit bei mir im Rathaus alles im Detail anschauen“, schlug er Feckl vor. Die wiederum befand, als Gemeinderäte sei es „nicht mehr unsere Position, dass wir reinkommen und Zahlen rausschreiben müssen“.

Streu betonte nochmals, dass der Gemeinderat bei der Vorlage der Rechnung lediglich die Zahlen – darunter auch die Summe der bereinigten Solleinnahmen und
-ausgaben – zur Kenntnis nehmen solle. Den Rest erarbeite der Rechnungsprüfungsausschuss. „Die Message heute ist, dass wir die Mindestzuführung erreicht haben – und was wir fürs nächste Jahr besser machen müssen.“

Letztlich nahm der Gemeinderat die Jahresrechnung zur Kenntnis. Auf die Wörtchen „ohne Einwände“ aus dem Beschlussvorschlag wurde auf Antrag Feckls verzichtet. 

vam

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