Nur noch einen Baukörper will die Kirche in der Ortsmitte errichten. Dieser Entwurf zeigt die Wunschvariante der Gemeinde mit dem Pfarrhaus im Norden.
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Nur noch einen Baukörper will die Kirche in der Ortsmitte errichten. Dieser Entwurf zeigt die Wunschvariante der Gemeinde mit dem Pfarrhaus im Norden.

Nur noch ein Baukörper in Forsterner Ortsmitte – Gemeinde wünscht sich Pfarrhaus im Norden

Planung fürs Pfarrzentrum beginnt von vorn

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Lange war es still um das neue Pfarrzentrum im Herzen Forsterns geworden, jetzt heißt es: Alles auf Anfang. Im Gemeinderat berichtete Pfarrer Christoph Stürzer von den aktuellen Plänen des Ordinariats.

Forstern – „Die ursprüngliche Planung hat schon vor langer Zeit begonnen“, erinnerte Pfarrer Christoph Stürzer im Gemeinderat an den Architektenwettbewerb aus dem Jahr 2012. Damals schwebte den Verantwortlichen von Kirche und Kommune ein großer öffentlicher Platz mit Sitzgelegenheiten vor, umrahmt von Pfarrhaus, Pfarrheim und Rathauserweiterung. Bekanntlich wurde daraus nichts, man hat auf beiden Seiten umgeplant – bisher ist es jedoch bei Entwürfen geblieben.

Der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs hatte zwei kirchliche Gebäude vorgesehen: ein Pfarrheim mit großem Saal und Gruppenräumen sowie ein Pfarrhaus mit Büros für die Pfarrei Forstern-Tading und Pfarrerwohnung. „In der Zwischenzeit sind wir aber ein großer Pfarrverband mit Haushalts- und Personalverbund sowie Kindertagesstättenträgerverbund mit fünf Kindertageseinrichtungen in fünf Gemeinden“, sagte Stürzer.

„Angespannte Haushaltslage“ der Erzdiözese

Zudem, so der Pfarrer, seien die Baukosten aufgrund der „angespannten Haushaltslage der Erzdiözese“ gedeckelt. Zuletzt habe es deshalb eine Machbarkeitsstudie gegeben, um zu klären, welche Räume verzichtbar wären und ob nicht ein Baukörper reichen würde.

„Damit sind alle bisherigen Entwürfe vom Tisch, wir fangen ganz neu an“, fasste Stürzer zusammen, und zwar mit nur mehr einem Baukörper. Ziel sei es, ein „helles, freundliches, offenes, möglichst transparentes Gebäude zu schaffen“ – weiter seien die Planungen noch nicht gediehen.

Nur so viel: Das Ordinariat gebe ein Raumprogramm vor, zu dem unter anderem etliche Büros, ein Pfarrsaal mit Erweiterungsmöglichkeit, ein Mehrzweckraum und drei Gruppenräume beispielsweise für Ministranten gehören.

Stürzer blickte zurück, dass das Ordinariat zu Beginn der Planungen die Zusammenarbeit mit der Gemeinde „ziemlich gepusht“ habe – gemeinsamer Architektenwettbewerb, gemeinsame Gestaltung der Dorfmitte. Umso „zerknirschter“ sei man nun, aus finanziellen Gründen einen Rückzieher machen zu müssen.

Vorteile für die Gemeinde

Das mit den Finanzen kann man in der politischen Gemeinde durchaus nachvollziehen: Bekanntermaßen steht es um die Gemeindekasse auch nicht gerade rosig, „ob und wann wir das neue Rathaus bauen können, steht genauso in den Sternen“, formulierte es Bürgermeister Rainer Streu (AWG).

Ihm zufolge besteht im westlichen Bereich der Fläche, wo die Hort-Container stehen, Baurecht – hier könnte die Kirche also schon loslegen. In einer Fraktionssprechersitzung habe man sich jedoch dafür ausgesprochen, das Kirchengebäude quasi um 90 Grad zu drehen und im Norden der Fläche zu bauen – neues Rathaus und Pfarrhaus würden sich dann gegenüberstehen, der Platz in der Mitte bleibe zunächst frei. „Vielleicht könnte man hier der Gemeinde die Planungshoheit überlassen, wie man diese freie Fläche verwertet“, meinte Streu.

Vorteil für die Gemeinde bei dieser Variante: Sie müsste nicht sofort die komplette Erschließung um das gesamte Areal anpacken, sondern zunächst nur einen Stich herstellen.

Dieser Entwurf hatte 2012 im Architektenwettbewerb überzeugt. Damals war noch geplant, das Rathaus (1) zu erweitern (2). Gemeinsam mit Pfarrheim (3) und Pfarrhaus (4) sollten die Gebäude den Dorfplatz umrahmen.

„Das wäre die ideale Lösung, um so schnell wie möglich zu einem Pfarrzentrum zu kommen. Für mich ist das stimmig“, sagte Sebastian Klinger (CSU). Auch Markus Fritsch (AWG) befand den Entwurf als „sehr gut“, die Anordnung der Gebäude als „wunderbar“. Für Georg Els jun. (AWG) bietet die Drehung des Baukörpers „das größte städtebauliche Potenzial“. Und Simona Loupal (SPD/parteifrei) erklärte, dass man die restliche Fläche dann als Dorfplatz nutzen und vielleicht schon mit kleinen finanziellen Mitteln aufhübschen könne.

Stefan Ganghofer (CSU) meinte, bei der Drehung des Pfarrhauses um 90 Grad könnte sich für die Gemeinde die Möglichkeit ergeben, weiteren Grund zu pachten oder zu kaufen. Immerhin müsse man in absehbarer Zeit auch die angrenzende Schule angehen – bekanntermaßen steht eine große Sanierung oder gleich ein Neubau an. „Das Pfarrhaus auf die Nordseite zu verschieben ist ein Riesenvorteil für die Gemeinde“, meinte Ganghofer und ergänzte: „Wir warten schon viele Jahre auf das Ganze. Das Ordinariat braucht Druck, wir können nicht noch mal zehn Jahre warten.“

Zeitfenster: „Es muss die nächsten fünf Jahre passieren“

Zum Zeitfenster, nach dem Gerhard Eicher (CSU) fragte, konnte Stürzer noch nichts sagen. „Wir können erst weiterplanen, wenn der Gemeinderat das weitere Vorgehen mitträgt. Unsere Arbeitsperspektive der Pfarrei ist: Es muss die nächsten fünf Jahre passieren – also fertig sein“, ergänzte Kirchenpfleger Anton Grill, der mit Verwaltungsleiter Gerhard Gaigl ebenfalls zur Sitzung gekommen war.

Einstimmig votierte der Gemeinderat schließlich dafür, die Änderung des Bebauungsplans vorzubereiten. Man richtet zugleich die Bitte ans Ordinariat, das jetzt im westlichen Teil des Areals platzierte Gebäude um 90 Grad zu drehen.

Stürzer freute sich über das wohlwollende Votum des Gremiums. Er ist sich sicher, dass man so „ein ursprünglich gemeinsam begonnenes Projekt doch noch in eine gemeinsame Richtung, wenn auch noch nicht an ein gemeinsames Ziel“ bringen könne.

Vroni Macht

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