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Thomas "Rix" Rottenbiller

Thomas „Rix“ Rottenbiller

Ein Nachwuchsstar mit 50

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Forstern - Thomas Rottenbiller, Spitzname Rix, macht erst seit zwei Jahren als Kabarettist die Bühnen unsicher. Doch mit dem Paulaner Solo+ hat er jetzt einen wichtigen und hochdotierten Nachwuchswettbewerb gewonnen.

Den gewissen Blick für die kleinen, manchmal skurrilen Details im Leben, den hatte Thomas „Rix“ Rottenbiller schon immer. Und diese Beobachtungen kann er in Geschichten verpacken, die die Menschen zum Lachen oder auch zum Nachdenken bringen. „Meine Freunde sagen schon seit Jahren, dass ich auf die Bühne gehöre“, erzählt der 50-jährige Forsterner. Zwar gebe es freilich einen Unterschied zwischen Biertischgaudi und zweistündigem Monolog, „aber ich musste es einfach probieren“. Und das Wagnis hat sich gelohnt.

Seine Bühnenpremiere hatte der Rix im November 2013 in seinem Heimatort Forstern im Kochhaus Oskar. Seitdem hat er sein Programm „So kann i ned oawad’n“ achtmal komplett gespielt. 2014 konnte Rottenbiller beim St. Prosper Nachwuchs-Kabarett-Preis in der Schiaßn Platz Zwei abräumen, heuer hat er bei der Tuttlinger Krähe in Möhringen ebenfalls Silber geholt. Höhepunkt seiner noch jungen Karriere dürfte aber der Sieg beim Nachwuchswettbewerb Paulaner Solo+ sein, der von der Paulaner Brauerei München und dem Veranstaltungsforum Fürstenfeld ausgerichtet wird.

Dabei geht es dem 50-Jährigen gar nicht um den Preis an sich. „Es geht um die Chance, mich vor einem Publikum präsentieren zu können“, erzählt Rottenbiller. Das Entscheidende dabei sei: „Ich habe etwas probiert, was viele andere nicht können oder sich nicht trauen.“ Freilich sei er eine Rampensau, die gerne auf der Bühne steht – dabei aber grundsensibel. „Ich erfinde das Rad ja nicht neu“, sagt Rottenbiller, „aber ich erzähle auf meine Weise. Ich trage eben mein Herz auf der Zunge.“

Für sein Programm gehe er mit ganz anderen Augen durch die Welt, nehme seine Umgebung intensiver wahr. Manchmal sitzt er nur an der Bar und beobachtet die Menschen. Auch Vieles aus seinem Privatleben greift er auf – ob die Nachbarin, die mitten in der Nacht lautstark nach ihrer Katze Muschi ruft, kuriose Erlebnisse als Hochzeits-DJ oder Erfahrungen bei der nächtlichen Polizeikontrolle. Nur eines kommt ihm nicht ins Programm: Politik. „Ich will keine große Message verbreiten, sondern dafür sorgen, dass die Zuschauer den Alltag ein bisschen vergessen und Spaß haben, vielleicht auch zum Nachdenken angeregt werden“, erklärt Rottenbiller, der hauptberuflich im Versand einer Markt Schwabener Firma arbeitet.

Er sieht sich mehr als Unterhalter denn als Kabarettist. Wie man seine Kunst letztlich aber nennt, spielt für ihn keine Rolle. Und wenn im Publikum ein Handy klingelt oder jemand lauthals gähnt? „Auf solche Ereignisse warte ich nicht gerade, aber ich habe auch keine Angst davor.“ Ab und zu in anderen Dialekten, ansonsten aber authentisch Boarisch ist sein Programm. „Alles andere kommt nicht in Frage“, sagt er. Manchmal sei das schon provokant. Aber es kommt auch gut an, und hat die Jury beim Paulaner Solo+ überzeugt. „Das war ein kurzweiliger Abend, wir haben uns alle sehr gut verstanden“, erzählt Rottenbiller, der seitdem ein eigenes Management hat, das sich zum Beispiel um Auftritte kümmert.

Vroni Macht

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