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Maibaumklau unter Freunden: Maximilian Bauer (r.) und Diebstahl-Organisator Bernhard Mittermeir schließen per Handschlag Frieden.

Eichengrün Karlsdorf 

Schützen lösen ihr Prachtstangerl erfolgreich aus

Karlsdorf – Äußerst beliebt ist der Maibaum der Karlsdorfer Eichengrün-Schützen unter den Langfingern, und das über die Landkreisgrenzen hinaus. Im Wachtagebuch sind allein für den 11. April drei versuchte Diebstähle festgehalten – einer davon gelang. Ein weiterer ist bereits angekündigt.

Ereignisreich war die Nacht für das Wachpersonal am vergangenen Montag. In den frühen Morgenstunden meldete sich die eigens für den 28 Meter langen Baum entwickelte Alarmanlage. Die Garkofener Maibaumfreunde hatten sich gemeinsam mit den Anzinger Gespannfreunden und einem durchdachten Plan auf den Weg zum Stüberl in Hartbrunn gemacht. Das Ziel: der Stamm des Karlsdorfer Schützenvereins.

Die 20 Mann starke Gruppe ließ sich von dem ausgeklügelten Alarmsystem nicht verunsichern, dennoch gelang es ihr nicht, den Baum zu stehlen. Die von den Karlsdorfern angeforderte Verstärkung machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Unverrichteter Dinge mussten die Diebe aus dem Landkreis Ebersberg wieder abrücken – gemeinsam mit einer Forstinninger Mannschaft, die es zeitgleich auf den Maibaum abgesehen hatte.

Verschont blieben die Karlsdorfer Wächter dennoch nicht. Während sie gegen 9.30 Uhr unterwegs waren, um Frühstück zu holen, starteten die Anzinger einen neuen Versuch – diesmal mit Erfolg. Der anwesende Aufpasser wurde bereits zum zweiten Mal an diesem Tag im Stüberl eingesperrt. Auch die von ihm angeforderte Unterstützung konnte den Diebstahl nicht mehr verhindern.

Die Karlsdorfer nahmen’s gelassen. „Das gehört einfach zum Brauchtum dazu“, sagt Organisator Maximilian Bauer. Die Auslöseverhandlungen seien dennoch zäh verlaufen. „Die Karlsdorfer sind gute Freunde von uns. Wir sitzen oft in Hartbrunn zusammen. Da haben wir den Baum einfach klauen müssen. Das ist fast eine Pflicht unter guten Freunden“, erzählt Bernhard Mittermeir, Vorsitzender der Gespannfreunde Anzing, mit einem breiten Grinsen und kündigt schon mal an: „In fünf Jahren werden wir den Baum wieder entführen.“

Für die Anzinger haben sich die Anstrengungen gelohnt, denn für sie stehen am 1. Mai als Auslöse 100 Liter Bier, 25 Essen und zwei Flaschen Schnaps bereit. Zuvor müssen sie aber erst einmal die Ärmel hochkrempeln und den Maibaum gemeinsam mit den Karlsdorfern in die Höhe stemmen.

Einem erneuten Diebstahl will man in Hartbrunn mit allen Mitteln verhindern. „Wir haben den Stamm jetzt dreimal so stark gesichert wie davor“, erzählt Bauer. Welche Vorsichtsmaßnahmen die Karlsdorfer genau ergriffen haben, wollte er nicht konkretisieren: „Die Forstinninger haben uns schon angedroht, dass sie es nicht bei einem Versuch belassen werden“, begründet er seine Zurückhaltung.

Julia Adam

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