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Hochmodern sind die elf Eichengrün-Schießstände , darunter je zwei für Lichtgewehr und Armbrustschießen.  

Schützengesellschaft Eichengrün Karlsdorf

Startschuss für die neue Heimat

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Seit einigen Wochen wird trainiert, die ersten Schießveranstaltungen haben bereits stattgefunden. Jetzt wird das neue Heim der Eichengrün-Schützen Karlsdorf offiziell eingeweiht.

Karlsdorf– Fast genau zwei Jahre sind vergangen, seit auf der grünen Wiese an der Forststraße in Karlsdorf die Arbeiten begonnen haben. Mit dem offiziellen Spatenstich machten sich die Schützen von Eichengrün Karlsdorf auf den Weg zu ihrer eigenen Bleibe. Seitdem wurde auf der Baustelle gewerkelt – und das fast täglich. Inzwischen steht das Schützenheim, und das wird am Sonntag, 17. Juni, gefeiert.

Das Besondere am Eichengrün-Vereinsheim ist, dass die Schützen einen Großteil der Arbeiten selbst erledigt haben – vom Betonieren bis zum Schreinern der Eckbank. Mehr als 70 Mitglieder haben bisher gut 10 700 Arbeitsstunden investiert, was einer Eigenleistung von über 129 000 Euro entspricht. Fast immer mit dabei war der Chef der Truppe, Schützenmeister Josef Estermann. „Er war einfach immer da und hat die Arbeiten koordiniert. So jemanden braucht man“, sagt 2. Schützenmeister Franz-Josef Obermaier, der als Bauunternehmer weiß, wovon er spricht.

Maurer, Elektriker, Schreiner, Heizungsbauer: Überhaupt sind in den Reihen der Schützen jede Menge Fachleute, die mit vereinten Kräften an ihrem Heim gewerkelt haben – darunter Rentner, aber auch berufstätige Mitglieder, die oft bis spätabends und an den Wochenende auf der Baustelle waren. „Es war eine super Zusammenarbeit mit allen“, lobt Estermann und betont: „Nur der enormen Eigenleistung sowie den vielen Geld- und Sachspenden, auch von den Bürgern, ist es zu verdanken, dass der Verein jetzt ohne einen Euro Schulden dasteht“, sagt der Schützenmeister voller Stolz. Bei der Finanzierung geholfen haben zudem Gemeinde, Landkreis und Regierung mit Zuschüssen, und über ein Crowdfunding-Projekt haben die Schützen Geld für den elektronischen Schießstand gesammelt.

Ein paar Kleinigkeiten fehlen zwar noch, aber Estermann und Obermaier sind zuversichtlich, dass bis zur Einweihung in einer Woche das Heim komplett ist – inklusive Stüberl, wo bisher Bierbänke für die Besucher standen. Für deren Bewirtung hat der Verein eine Gaststättenerlaubnis. Immer freitags gibt’s dann auch was zum Essen – „selbst gekochte Hausmannskost“, sagt Estermann, der seit 35 Jahren an der Spitze des Vereins steht. In dessen über 80-jähriger Geschichte ist er erst der zweite Schützenmeister: Georg Wimmer hatte vor ihm diesen Posten sogar 47 Jahre lang inne.

„Aber das Stüberl soll nicht nur für die Schützen sein. Alle Karlsdorfer sollen hier in geselliger Runde zusammenkommen“, sagt Obermaier. Denn freilich gehe man im Verein dem Schützensport nach, aber auch die Geselligkeit dürfe nicht auf der Strecke bleiben. „Es ist gerade heute so wichtig, dass die Leute zusammenkommen und miteinander reden“, sagt Obermaier und hofft, dass die Karlsdorfer den neuen Treffpunkt annehmen. Denkbar wäre freilich auch, dass man sich dort zum Karteln oder zu Gesellschaftsspielen trifft. Solche Veranstaltungen müsse man einfach ausprobieren. Obermaier meint: „Warum sollte es nicht funktionieren?“

Aktuell zählt die Schützengesellschaft rund 150 Mitglieder – Tendenz steigend. Gerade in den vergangenen Wochen haben viele jüngere Neu-Schützen einen Mitgliedsantrag unterschrieben.

Das Schützenheim

von Eichengrün Karlsdorf wird am Sonntag, 17. Juni, eingeweiht. Beginn ist um 10 Uhr mit Gottesdienst und Segnung im Festzelt. Danach messen sich die Ehrengäste – Bürgermeister, Pfarrer, Gauschützenmeister, Sektionsschützenmeister, Vizelandrat und Eichengrün-Schützenmeister Estermann – beim Vergleichsschießen. Es gibt Schweinsbraten, Bier, Kaffee und Kuchen. Zusätzlich zur Besichtigung des Schützenheims können auch der Schießstand mit Licht- und Luftgewehr sowie das Schießen mit der Armbrust ausprobiert werden.

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