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Grün oder Rot: Wer hat ein Kind daheim, das manchmal keine Lust auf Hausaufgaben hat? Bei dieser Frage zeigten fast alle Eltern die grüne Seite eines Heftes. Sie steht für „Ja“. Lerncoach Meike Gottschalk (stehend) gab im Seminar Tipps.

Seminar für Eltern in der Schule Forstern

So macht Lernen Spaß

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In der Schule Forstern bekamen Eltern Tipps, wie ihre Kinder mit dem Lernen mehr Erfolg haben.

ForsternSie lassen sich leicht ablenken, haben einfach keine Lust oder verstehen den Unterrichtsstoff nicht: Viele Kinder haben mit dem Lernen so ihre Probleme, was wiederum die Eltern oft an ihre Grenzen stoßen lässt. Wie sie ihr Kind im Lernalltag optimal begleiten können, erfuhren nun die Mamas und Papas der Forsterner Grund- und Mittelschüler. Schulleitung und Elternbeiräte hatten das Elternseminar „Einfach clever lernen“ organisiert.

Lerncoach Meike Gottschalk vom Verein Stadt Land Schule zeigte nicht nur typische Situationen aus dem Lernalltag von Schülern auf, sondern gab auch konkrete Tipps. Rund 80 Mamas und Papas waren gekommen, davon etwa zwei Drittel Eltern von Grundschülern – „eine tolle Resonanz“, freute sich Konrektor Simon Dörr.

Gottschalk betonte, dass es kein Patentrezept für alle Kinder gebe. Manche lernen besser abends, andere direkt nach dem Mittagessen. Manche brauchen absolute Ruhe, anderen hilft leise Musik. Überhaupt habe sich das Lernen stark verändert, erklärte Gottschalk: „Früher hatte man Bücher, Arbeitsblätter und daheim ein Lexikon. Heute ist das Internet unsere Universalbibliothek.“

Doch wie solle man mit so viel Angebot umgehen? „Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Sie Ihrem Kind mitgeben können, ist, sich selbst zu informieren.“ Bei den Biografien der neuesten Influencer oder dem Spielplan der Bundesliga funktioniere das ganz gut, bei Dreisatz und Französischer Revolution eher nicht. Wie also klappt das Lernen am besten?

„Pro Sekunde prasseln elf Millionen Sinneseindrücke auf uns ein“, sagte Gottschalk. Das alles müsse erst gefiltert werden, bevor die Information im Arbeitsgedächtnis landet. Erst durch Wiederholung kommt der Stoff ins Langzeitgedächtnis, das Gottschalk mit einer „riesigen Bibliothek mit hunderttausenden Büchern“ verglich.

Den Eltern gab Gottschalk drei Lern-Lieblinge an die Hand. Erstens: mit positiven Emotionen lernen, denn unter Stress und Druck funktioniere die Aufnahme von Wissen nicht gut. Lob und Anerkennung hingegen seien besonders wichtig. Zweitens: mit mehreren Sinnen lernen, denn Gesehenes, Gehörtes, Gesagtes und Gefühltes präge sich besser ein. Drittens: mit Geschichten lernen. „Geschichten wecken Neugierde, entfachen Begeisterung, berühren uns“, so Gottschalk.

Das wussten viele Eltern noch aus ihrer eigenen Kindheit – von der Sendung mit der Maus. Mit stetiger Wiederholung bleibt das Wissen dann auch im Kopf. „Vereinbaren Sie mit ihrem Kind eine tägliche Lernzeit“, riet die Expertin den Eltern – für Erst- und Zweitklässler fünf Minuten, für Dritt- und Viertklässler zehn Minuten. Um Ablenkungen zu vermeiden, sollten sich auf dem Schreibtisch nur Dinge befinden, die zum Lernen gebraucht werden.

Konkrete Tipps hatte Gottschalk auch für verschiedene Lernsituationen. Schiebt das Kind die Aufgaben gerne auf, könne eine To-do-Liste helfen, um den Lernstoff in kleine Portionen einzuteilen. Bei Unkonzentriertheit riet die Expertin, äußere Störer wie Spielzeug aus dem Lernbereich zu entfernen. Bei inneren Störern könne es helfen, wenn das Kind laut kommentiert, was es gerade tut – „da rücken alle anderen Gedanken in den Hintergrund“.

Mit der so genannten Pomodoro-Technik wird dem Lernen mit Wecker oder App ein zeitlicher Rahmen gesetzt: 15 Minuten lernen, fünf Minuten Pause, wieder 15 Minuten lernen – solange, bis die To-do-Liste abgearbeitet ist. Ist ein Kind unstrukturiert, kann eine Mindmap, also eine Art Diagramm, Ordnung ins Chaos bringen. Und Null-Bock-Schüler könnten mit Online-Übungen und Belohnungen motiviert werden. „Belohnungssysteme finden ja auch wir Erwachsenen gut“, meinte Gottschalk.

Und wenn ein Kind den Stoff nicht verstanden hat, hilft die Recherche nach weiteren Quellen. Lernvideos auf Youtube oder auch kostenpflichtige Lernplattformen seien ebenfalls oft hilfreich.

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