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Georg Els (AWG): Der 59-Jährige ist seit 1996 Bürgermeister von Forstern.

Serie: Halbzeit zwischen den Kommunalwahlen 

Eine weitere Amtszeit? „Ich fühle mich fit, aber schaun ma mal“

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2014 waren die Kommunalwahlen – Zeit für eine Zwischenbilanz. Heute: Georg Els (59), Bürgermeister von Forstern.

Forstern– Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf bereits umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen. Heute: Georg Els (59), Bürgermeister von Forstern.

Rückblick auf Ihr Wahlprogramm: Was wurde bereits umgesetzt?

Georg Els: Sehr viele Punkte sind derzeit in der Umsetzung, bei der Schule sogar mehr als geplant und beim neuen Feuerwehrhaus liegen wir im Zeitplan. Hier stärken wir den Standort durch die Einführung der Offenen Ganztagsschule zum Schuljahr 2017/2018 und beginnen mit der Generalsanierung. Die Ausweitung der Schulsozialarbeit auf die Grundschule ist im Grunde eingeplant und freigegeben. Das Fußgängerwegekonzept ist zum Teil in der Umsetzung, ansonsten in der Fortschreibung. In der Planung befindet sich die Gestaltung der Ortsdurchfahrt, abhängig von der Voruntersuchung der Städtebauförderung und der Realisierung der Ortsmitte. Die Geschwindigkeit hierfür lässt zu wünschen übrig. Aktuell optimieren wir das Angebot der Kinderbetreuung durch eine weitere Hortgruppe und die Planung eines neuen Kinderhauses. Wir haben die Offene Jugendarbeit vorangetrieben, indem wir die Wünsche der Jugendlichen anhören. Die Vereinsförderung ist generell auf hohem Niveau, besonders beim Sport. Die Unterstützung der Nachbarschaftshilfe durch Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs läuft, und ein Seniorenbeirat wurde gegründet.

Was wurde noch nicht umgesetzt – und warum?

Els:Die Errichtung generationsübergreifender Wohnanlagen am Hirschbachweg konnte noch nicht umgesetzt werden, da hierfür erst Feuerwehrhaus und Bauhof abgesiedelt und neu errichtet werden müssen. Außerdem müssen wir die Ergebnisse der Voruntersuchung für die Städtebauförderung, die in Auftrag gegeben ist, abwarten. Dies wird sich erst 2018/19 konkretisieren. Die Integration ausländischer Mitbürger erfolgt positiv, vor allem durch die Unterstützung des Helferkreises und des Sozialarbeiters, doch mittel- bis langfristig wird die Unterstützung ausgebaut werden müssen. Der Erwerb von Grundstücken zur Baulandrealisierung ist in unserer Region problematisch. Gespräche hierzu sind am Laufen. Grundstückserwerb und -sicherung werden weiter ein großes Problem sein. Die Schaffung von Baurecht auf Grundstücken von Bürgern zur Eigennutzung läuft dagegen erfolgreich. Ebenfalls noch nicht umgesetzt wurden Betreuungseinrichtungen für ältere Bürger. Gespräche mit Betreibern wurden und werden geführt. Eine solche Einrichtung ist nur interkommunal möglich. Dies muss weiter vorangetrieben werden, ebenso ein gemeindeübergreifendes Freizeit- und Erholungskonzept. Die Problematik des Badens in Kiesweihern hat gezeigt, dass wohl eine Steuerung durch die öffentliche Hand förderlich wäre, eine Gemeinde allein aber oftmals überfordert ist.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Gemeinderat?

Els:Das Verhältnis zum Gemeinderat wie auch zu den stellvertretenden Bürgermeistern ist gut. Nach anfänglichen Irritationen hat sich eine zielorientiert geprägte Zusammenarbeit ergeben.

Was war in den vergangenen drei Jahren als Bürgermeister Ihr schönstes Erlebnis?

Els:Die Installation des neuen Pfarrers sowie die Ernennung der neuen Schulleitung.

Welches war besonders ernüchternd?

Els:Das gibt es so nicht, dazu bin ich schon zu lange in der Kommunalpolitik. Die Starkregenereignisse der letzten Jahre geben einem zu denken. Jedoch löst es bei mir schon Stirnrunzeln aus, dass ohne Gutachten nichts mehr geplant werden kann. Wir sind eine gutachtenhörige Gesellschaft geworden. Die Verantwortung für jegliches Handeln soll ein Gutachten übernehmen und damit dauert alles erheblich länger.

Gibt es etwas, das Sie in den nächsten drei Jahren anders machen wollen?

Els:Ich habe mich in den letzten 20 Jahren von der Philosophie leiten lassen: „Modern denken, verantwortungsvoll die Zukunft gestalten, aber dabei stets menschlich handeln“. Darin wird sich nichts ändern, auch nicht in den nächsten drei Jahren.

Vorausschau auf 2020: Machen Sie’s noch einmal?

Els:Unser Ministerpräsident fühlt sich fit fürs weitermachen. Ich fühle mich auch fit, aber schaun ma mal.

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