Südlicher Landkreis

Sichere Versorgung und ihr Preis

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Forstern will sein Wasser in kommunaler Hand behalten. Dafür plant die Gemeinde den Beitritt zum Zweckverband Wasserversorgung Anzing-Forstinning. Der Wasserpreis dürfte dadurch stark steigen. Eine Gebühren-Neukalkulation ist ohnehin überfällig.

Forstern– Einen großen Schritt unternimmt die Gemeinde Forstern: Damit das Trinkwasser in kommunaler Hand bleibt, will sie dem Zweckverband Wasserversorgung Anzing-Forstinning beitreten. Die Vorbereitungen dafür laufen.

Bereits seit Sommer 2012 besteht eine Kooperation mit dem Zweckverband für die technische Betriebsführung. Der bisherige Forsterner Wassermeister war damals in Vorruhestand gegangen, und die Anstellung eines neuen Meisters wäre teurer gewesen als die Kooperation. Seit Anfang 2015 übernimmt der Verband die Wasserabrechnung in der Gemeinde. Schon damals hatte Bürgermeister Georg Els (AWG) erklärt, man wolle bei erfolgreicher Kooperation dem Verband als vollwertiges Mitglied beitreten.

Dazu hat der Gemeinderat nun den Weg frei gemacht. Seit einem guten halben Jahr haben viele Gespräche mit Fachfirmen, Büros und den Landratsämtern stattgefunden. Bevor die Gemeinde dem Zweckverband rechtskräftig beitreten kann, gibt es noch viel zu tun – unter anderem die Neukalkulation der Gebühren und Beiträge.

Das ließ die Gemeinderäte aufhorchen. Sie fürchten, dass der Wasserpreis bei einem Beitritt erheblich ansteigen wird. „Der Preis in Anzing und Forstinning ist fast doppelt so hoch wie bei uns. Das kann eine Menge Geld ausmachen“, warnte Rosa Lehrer (AWG). Seit 2002 kostet in Forstern der Kubikmeter 55 Cent. In Anzing und Forstinning beträgt die Gebühr 1,01 Euro.

Ob mit Beitritt oder ohne: „Wir müssen die Preise so oder so neu kalkulieren. Das haben wir seit Jahren nicht gemacht“, erklärte Geschäftsleiterin Christine Pettinger. „Und wenn herauskommt, dass wir mehr verlangen müssen, dann ist das so.“ Vor zwei Jahren sei die Gemeinde zuletzt aufgefordert worden, neu zu berechnen. Das will sie tun, wenn der Beitritt unter Dach und Fach ist.

Els ergänzte, dass dann auch die Konzessionsabgabe nicht mehr zur Stabilisierung des Preises beitragen werde, was der Gemeinderat bereits vor längerer Zeit beschlossen hat. „Wenn das Wasser in kommunaler Hand bleiben soll, wird es auf Dauer mehr kosten“, stellte Els klar.

Für den Bürgermeister ist ein Beitritt zum Zweckverband unumgänglich. „Wir fördern mehr als 200 000 Kubik im Jahr, das ist nicht wenig. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass wir das über kurz oder lang nicht mehr alleine stemmen können.“ Wer Wasser fördert und verteilt, müsse einen Wassermeister beschäftigen, dazu einen oder zwei Wasserwarte. Zudem würden die rechtlichen Rahmenbedingungen immer strenger. In dem kleinen Verband mit dann drei Mitgliedsgemeinden mit ähnlicher Größenordnung und gleicher Stimmgewichtung biete sich ein Beitritt geradezu an.

Gerhard Eicher (CSU) wollte wissen, ob eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen möglich wäre. „Es waren Kooperationen mit Wörth, Buch, Pastetten und Hohenlinden angedacht, aber die Bereitschaft seitens dieser Kommunen war nicht da“, stellte Els dazu klar.

Derzeit entwirft der Zweckverband eine Vereinbarung zur Aufteilung der Kosten, die für beide Seiten zur Vorbereitung des Beitritts anfallen. Sobald diese geprüft vorliegt, wird Geschäftsführer Thomas Grögler beides vorstellen. „Vorab müssen wir selbst noch einige Aufträge vergeben, um auf den selben Stand wie der Zweckverband zu kommen“, erklärte Els.

Erforderlich sind unter anderem die Bewertung des Leitungsnetzes sowie eine Gebühren- und Beitragskalkulation. Liegen diese Unterlagen vor, wird zusammen mit dem Zweckverband eine Kostenteilungsvereinbarung geschlossen. Außerdem stehen dann unter anderem eine gemeinsame Satzung sowie die gemeinsame Berechnung der Gebühren und Beiträge an.

Das Kommunalberatungsbüro Hurzlmeier aus Straubing übernimmt die rechtliche Beratung und die Kalkulation. Kostenpunkt: 5150 Euro. Das Ingenieurbüro Putz aus Grafing erledigt auf Stundenbasis die Zustandsbewertung des Leitungsnetzes für geschätzt knapp 2000 Euro. Steuerberaterin Margarete Sauter erstellt die Anlagennachweise und eine Eröffnungsbilanz. Sie verlangt auf Stundenbasis zwischen 2100 und 2800 Euro dafür.

Bis alle Voraussetzungen für einen Beitritt erfüllt sind, wird es noch dauern. Die Gemeinde rechnet damit, dass dies vermutlich erst ab 1. Januar 2019 der Fall sein wird.

Von Vroni Macht

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