Interkommunale Zusammenarbeit

Tagespflege als Ziel

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Südlicher Landkreis - Beim Thema gemeinsam betriebene Tagespflege könnten die Gemeinden Buch am Buchrain, Pastetten, Forstern und Hohenlinden kooperieren.

Noch wird es ein langer Weg werden, bis in Buch am Buchrain, Pastetten, Forstern oder Hohenlinden im Kreis Ebersberg ein gemeinsames Altenpflegeheim entstehen kann. Kurz gesagt: Es gibt einfach noch zu viele Unwägbarkeiten. Aber in Sachen Altenpflege könnten die Gemeinden zumindest eine Stufe niedriger kooperieren. Das meint der Sprecher des Hohenlindener Seniorenbeirats, Hermann Müller.

Seine Idee: Eine gemeinsam betriebene Tagespflege. Genau das ist immerhin in einem Schlussprotokoll zu einer Studie mit dem Titel „Älterwerden auf dem Lande“ erwähnt, das alle vier Kommunen in Auftrag gegeben hatten (wir berichteten). Bis diese Einrichtung Wirklichkeit werden kann, ist aber auch noch eine Menge zu tun.

In einem ersten Schritt hat Müller unlängst den vier Bürgermeistern der Gemeinden einen Brief geschrieben und eine Einladung ausgesprochen zu einem ersten Austausch. Der soll am Dienstag, 6. September, in Hohenlinden stattfinden. In dem Schreiben an die Bürgermeister heißt es: „Tagespflege bedeutet ganztägige Betreuung von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Sie dient der Entlastung pflegender Angehöriger und gewährleistet, dass die Senioren in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, etwa nach dem Motto: Tagsüber in angenehmer Runde, abends daheim.“

In dem geplanten Sondierungsgespräch sollen die Interessen der Gemeinden an diesem Projekt erkundet beziehungsweise geweckt und in groben Zügen über Bedarf und Umsetzbarkeit diskutiert werden, so Müller. Er fügt an: „Als Ziel folgender Beratungen stellen wir uns ein belastbares Basiskonzept für das Projekt ,Gemeinsame Tagespflege-Einrichtung für die Gemeinden Hohenlinden, Forstern, Pastetten und Buch am Buchrain‘ vor, das als Diskussions- und Entscheidungsgrundlage für die Bürgermeister, die Gemeinderäte und die kommunalen Verwaltungen herangezogen werden kann.“

Müller weiß, dass es bis zum Start ein schwieriger Weg werden wird. Es muss nicht nur ein Investor für eine passende Immobilie gefunden werden, sondern auch ein Träger, der das nötige Fachpersonal bereitstellen kann.

Pastettens Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger (CSU) hält die Idee einer gemeinsam betriebenen Tagespflege für gut. „Das wäre auf jeden Fall sinnvoller, als wenn jede Gemeinde so ein Projekt einzeln anpackt“, sagt sie auf Nachfrage. Allerdings müsse man dafür auch die Finanzlage der Kommunen im Blick haben. Zum Treffen am 6. September will sie voraussichtlich die Seniorensprecher des Gemeinderates, Hans Kerschbaum (FWE) und Susanne Gerster (WRH), schicken.

Auch für Forsterns Bürgermeister Georg Els (AWG) hat „dieses Thema einen hohen Stellenwert“. Eine Tagespflege sei ein wesentlicher Wunsch der Bürger bei der Studie „Älterwerden auf dem Lande“ gewesen. Els will den Termin am 6. September selbst wahrnehmen und gegebenenfalls die Seniorenbeauftragten Sebastian Hohentanner (SPD) und Helga Wilms (AWG), die zugleich Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe ist, mitnehmen.

Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) findet die Idee zur Einrichtung einer Tagespflege im Bereich der vier Gemeinden, die im Projekt „Älterwerden auf dem Lande“ zusammengearbeitet haben, sehr gut. „Immer mehr Menschen vor Ort sind mit der Pflege von Angehörigen betroffen. Um sie zu entlasten und für die Pflegebedürftigen kurze Wege zur Tagespflege zu ermöglichen, ist eine solche Einrichtung im näheren Umfeld sehr wichtig“, findet Geisberger, der selbst zum Termin nach Hohenlinden fahren will.

Er glaubt jedoch, dass „der Weg bis zur Umsetzung sehr lange dauern und schwierig werden wird. Aber aller Anfang ist schwer. Und wenn man nicht anfängt, wird man nie ein Ziel erreichen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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