+
Der Hirschbachspielplatz soll zum Natur-Erlebnis-Spielplatz werden. Jugendreferentin und angehende Umweltpädagogin Simona Loupal hat die Initiative ergriffen.  

Umgestaltung der Fläche am Hirschbach 

Gemeinsam zum Natur-Erlebnis-Spielplatz

  • schließen

Die Gemeinde Forstern will den Hirschbachspielplatz umgestalten und erweitern. Er soll zur Natur-Erlebnis-Fläche werden. Die Initiative dazu kam von Gemeinderätin Simona Loupal (42). Sie leitet das Projekt.

Forstern– Der Hirschbach-Spielplatz in Forstern ist ein wahres Kleinod für Kinder. Idyllisch gelegen und großzügig angelegt, bietet er viel Platz und ideale Spielmöglichkeiten. Es gibt Rutsche und Schaukel, einen Bolzplatz, einen Kletterturm, eine Seilbahn. Am liebsten aber spielen die Kinder am Hirschbach, der direkt neben dem Platz verläuft. „Da sieht man richtige Trampelpfade, wo die beliebtesten Plätze sind“, erzählt Simona Loupal.

Die 42-Jährige ist Jugendreferentin im Gemeinderat und angehende Umweltpädagogin. Am Ende dieser Weiterbildung, die vom Umweltministerium gefördert wird, steht ein Abschlussprojekt. Loupal hat sich dafür die Projektinitiative und -leitung für die Neugestaltung des Spielplatzes ausgesucht.

„Der Platz ist eigentlich sehr schön, und es kommen auch Kinder her“, berichtet Loupal. „Doch er könnte noch schöner sein und noch mehr Kinder anziehen“, findet die zweifache Mutter, deren eigener Nachwuchs – sechs und zwölf Jahre alt – ebenfalls gerne dort spielt. Die vorhandenen Spielgeräte seien sehr gut, doch es fehlten zum Beispiel Versteckmöglichkeiten oder mehr Pflanzen. „Im Idealfall wird es ein Mehrgenerationenplatz, an dem sich auch die Senioren erfreuen – zum Beispiel weil sie auf Bänken sitzend die Natur genießen“, hofft Loupal, die als Vorbild den Natur-Erlebnis- Spielplatz in Ottenhofen gewählt hat.

Einen festen Plan, wie der Platz aussehen soll, habe sie nicht. Vor allem die Kinder sollen nach dem sogenannten Dillinger Beteiligungsmodell wesentlich mitgestalten können.

Kinder für ihre Umwelt begeistern

Darum ist Loupal kommende Woche in den Kindertageseinrichtungen der Gemeinde unterwegs, um mit den Hauptnutzern des Spielplatzes Ideen zu sammeln. In alten Obstkisten sollen sie ihren Wunsch-Platz erschaffen – mit Moos, Sand oder Steinen, aber nicht unbedingt maßstabsgetreu. Am Freitag, 5. Mai, sind dann nachmittags alle Interessierten jeden Alters eingeladen, beim Modellbau zu helfen. Loupal hofft hier auch auf Interesse bei der Jugend.

Anschließend werden die Entwürfe ausgewertet und in einen Funktionsplan umgesetzt, in dem festgehalten wird, welche Wünsche am häufigsten geäußert wurden. Beim folgenden Umsetzungsplan und bei der Kostenaufstellung hilft Naturgartenprofi Daniela Wiegel. Für die Umsetzung will Loupal Sponsoren gewinnen und auch die Erwachsenen begeistern.

Neben dem Spielplatz selbst besteht zudem die Möglichkeit, am Bach entlang einen Fußweg nach Tading zu gestalten. Außerdem kann eine neue Retentionsfläche in die Spielfläche integriert werden. Alle Überlegungen passieren in engem Kontakt mit der Kommune, die Träger des Projekts ist.

Für die Zukunft kann sich Loupal vielfältige Aktionen am Spielplatz vorstellen, die nachhaltiges Verhalten fördern sollen. Darum geht es bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – eine Bildung, „die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt, also dass sie ihr Verhalten so ändern, dass ein gutes Leben für alle möglich ist – weltweit und auch in Zukunft“. So wären beispielsweise Ferienprogramm-Aktionen denkbar – etwa die Lebenswelt Bach unter dem Mikroskop betrachten. „Ich will die Kinder wieder mehr für Natur begeistern“, sagt Loupal.

Denn die Natur sei schon immer ihre Leidenschaft gewesen. Sie ist seit ihrer Kindheit bei den Pfadfindern und hat Landespflege und Gartenbau in Weihenstephan studiert. Nun, da ihre Kinder größer sind, wollte Loupal in Richtung Umweltpädagogik gehen – um zum Beispiel mit Kindern und Natur arbeiten zu können. „Aber ich will auch die Leute wachrütteln“, sagt sie.

Termine zum Projekt

Die Auftaktveranstaltung mit Vortrag über Natur-Erlebnis-Spielplätze von Dagmar Wiegel ist am Donnerstag, 4. Mai, um 19.30 Uhr in der Sportgaststätte des FC Forstern. Es folgen die Planungen mit Modellbau in den Kindergärten. Zum Mitmachen sind am Freitag, 5. Mai, von 15 bis 17 Uhr alle auf den Spielplatz eingeladen. Die Auswertung und Umsetzungder Modelle in einen Funktionsplan findet am 5. Mai um 18 Uhr im Musiksaal der Grundschule statt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Grünes Licht für Neubau am Kellerberg
Früher war es ein Wohnhaus mit Tierarztpraxis, jetzt soll auf dem Grundstück am Kellerberg-Nord ein Doppelhaus mit Garagen errichtet werden.
Grünes Licht für Neubau am Kellerberg
Röhrende Motoren, wummernde Bässe
Was auf dem Erdinger Volksfestplatz am Samstag an außergewöhnlichen Autos präsentiert wurde, war äußerst sehenswert. Der 2015 gegründete Tuning Club Erding, der …
Röhrende Motoren, wummernde Bässe
Die Familie gibt in der Trauer Kraft
Besonders an Allerheiligen gedenken Christen ihrer verstorbenen Angehörigen. Kurz davor ist die Geschäftigkeit an den Gräbern groß. Ein Besuch auf dem Friedhof St. Paul.
Die Familie gibt in der Trauer Kraft
Forstern gibt das Geld zu langsam aus
Einen teils zufriedenen, aber auch kritischen Zwischenbericht gab Forsterns Bürgermeister Georg Els (AWG) seinem Gemeinderat. Mit einem Rekord-Haushalt wird es wohl …
Forstern gibt das Geld zu langsam aus

Kommentare