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Wer kennt wen? Die Klassenfotos vom großen Klassentreffen 2012 in der Forsterner Heimatstube wurden in der Jahreshauptversammlung des Gartenbauvereins neugierig begutachtet. 

Verein für Gartenbau und Heimatpflege Forstern 

Heimatstube: Zurück auf die Schulbank

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Im Forsterner Heimatmuseum rührt sich was: Dem Themenkomplex „Schule“ ist ein Bereich gewidmet. In der Jahreshauptversammlung des Vereins für Gartenbau und Heimatpflege stellte Vorsitzender Ludwig Hiebinger die Neuerungen vor.

Forstern– Rund drei Jahre ist es her, dass die Forsterner Heimatstube ins Eicher-Museum umgezogen ist. Auch, wenn es aufgrund der angespannten Finanzlage der Gemeinde noch kein richtiges Konzept für Räume gibt, so will der Verein für Gartenbau und Heimatpflege den Besuchern doch immer wieder etwas Neues bieten.

Der Themenbereich „Rund ums Heiraten vor 100 Jahren“ ist nach wie vor ausgestellt. Auch die Hofnamen in den Forsterner Gemeindeteilen um 1840 samt dreidimensionalem Modell gibt es noch zu erkunden – allerdings in aktualisierter Fassung, wie Ludwig Hiebinger in der Jahreshauptversammlung im Eicher-Museum erklärte. „Rund ein Jahr hatten die Besucher Zeit, einen Blick auf die Karte und die Namen zu werfen und eventuelle Korrekturen anzuregen“, erklärte der Vorsitzende der Gartler. Da einige Forsterner dieses Angebot auch genutzt hätten, habe es Änderungen gegeben.

Komplett neu ist der Themenkomplex „Schule“. Das Herzstück ist eine Tafel mit Klassenfotos, die beim großen Klassentreffen beim Doppeljubiläum vor knapp fünf Jahren geschossen wurden. Sie zeigen die ehemaligen Schüler heute – beginnend mit den Jahrgängen 1925 bis 1930. „Dafür suchen wir nun Klassenfotos von anno dazumal. Die Tafel soll voll werden“, sagte Hiebinger.

Aus dem Fundus der Heimatstube stammen die vier Holzbänke samt Stühlen, die wie im Klassenzimmer aufgebaut sind. Die dunkleren Tische dürften aus den 50er/60er Jahren stammen, vermutet Hiebinger. Vorne in der Mitte ist noch das rechteckige Loch zu sehen, wo früher die Tintenfässer standen.

Die unzähligen Kratzspuren und abgestoßenen Kanten zeugen davon, wie viele Kinder im Laufe der Jahre im Unterricht an diesen Tischen saßen. Bürgermeister Georg Els fühlte sich beim Anblick der Bänke gleich in seine eigene Schulzeit zurückversetzt. Kleine Rillen habe man früher über die gesamte Länge in die Tische eingekerbt. „Und mit den kleinen Kugeln aus den Tintenpatronen wurde dann Fußball gespielt“, erzählte er lachend.

Vor den Schülertischen steht ein hölzerner Lehrerpult, der sich von der anderen Seite als Vitrine entpuppt. Gegenstände zum Thema Schule sind dort hinter Glas zu sehen – alte Schulbücher zum Beispiel. Derartige Lektüre soll künftig in einem großen Schrank unterkommen, den Hiebinger als ehemalige „Schülerbücherei“ identifiziert hat. Dieses Wort nämlich steht an der Innenseite der Tür, und tiefblaue Abdrücke im untersten Fach zeugen von den Tintenflaschen, die früher darin standen.

Fritz Dworzak hat den Schrank einst vor der Müllkippe bewahrt. Als das alte Schulhaus in den 90er Jahren zum Rathaus wurde, musste das Mobiliar weichen. „Ich bin zufällig vorbeigeradelt, als ich gesehen habe, wie der Schrank rausgetragen wurde. Da bin ich sofort dazwischengegangen“, erzählte Dworzak, der als erster Vorsitzender des 1990 gegründeten Gartenbauvereins einer der Initiatoren der Forsterner Heimatstube ist.

Er habe noch viel mehr Gegenstände zum Thema „Schule in Forstern“ zuhause, sagte Dworzak. Doch der Platz im Museum ist begrenzt, ebenso die Lagermöglichkeiten für die Stücke. „Wir suchen daher geeignete Flächen, die trocken und einigermaßen luftdicht sind – einen Keller oder eine Garage“, rief Hiebinger die Anwesenden auf, sich umzuhören. Ebenso sollen sich Bürger melden, die passende Gegenstände zum Schulthema zur Verfügung stellen können.

Von Vroni Macht

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