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Die Maurerarbeiten am neuen Schützenheim in Karlsdorf sind abgeschlossen. Der Dachstuhl liegt bereit.

SG Eichengrün Karlsdorf

Mit vereinten Kräften zum Schützenheim

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Karlsdorf - Seit fast drei Monaten wird an der Forststraße in Karlsdorf Tag für Tag gewerkelt. Die Eichengrün-Schützen bauen ihr Vereinsheim – und das fast komplett in Eigenleistung.

Reges Treiben herrscht seit Mitte Mai in Karlsdorf. Schon frühmorgens rührt sich was an der Forststraße. Josef Estermann und seine Männer sind Tag für Tag am Werk, um der Schützengesellschaft Eichengrün Karlsdorf endlich eine feste Heimat zu schaffen. Sie werkeln am neuen Schützenheim auf einer Wiese, die Fritz und Resi Obermeier dem Verein auf 30 Jahre verpachtet haben.

„Um 7.30 Uhr wird angefangen, manchmal arbeiten wir bis 16 Uhr“, sagt Estermann. Er steht seit 34 Jahren an der Spitze des Vereins – und nun jeden Morgen auf der Baustelle, meist mit mindestens drei Mitstreitern. „Wir sind sieben rüstige Rentner, die sich hier gegenseitig antreiben“, erzählt Estermann, der mit seinen 66 Jahren der jüngste der Truppe mit Hans Jell, Josef Wimmer, Franz Obkirchner, Jakob Freundl, Georg Grundner und Erich Wimmer ist. Letzterer sei der Kapo auf der Baustelle, sagt Estermann mit einem Augenzwinkern. „Er war 45 Jahre lang Maurer. Der beherrscht das alles.“

Stark unterstützt werden die fleißigen Handwerker auch von Franz Numberger und vielen weiteren Mitgliedern des Schützenvereins. Auch der Zweite Schützenmeister Franz-Josef Obermaier, Geschäftsführer des gleichnamigen Bauunternehmens aus Forstern, hilft, wo er kann. „Er kommt immer wieder vorbei und gibt Tipps. Außerdem hat er uns mit Material noch nie im Stich gelassen – denn wenn ich kein Material habe, dann gehen meine Leute heim“, sagt Estermann. Das sei bisher aber noch nie vorgekommen.

Die Handwerker der Eichengrün-Schützen (hinten, v. l.): Jakob Freundl, Georg Grundner, Hans Jell und Erich Wimmer; (vorne, v. l.) Josef Estermann, Josef Wimmer und Franz Obkirchner.

Überhaupt habe es seit Baubeginn Mitte Mai kaum einen Tag gegeben, an dem nicht gearbeitet wurde. Nur bei Starkregen lassen die Männer ihr Werkzeug schon mal liegen. Obwohl die Schützen das Gebäude in ihrer Freizeit erstellen, ist Estermann zufrieden mit dem Fortschritt: „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt er. Die Bodenplatte wurde betoniert, seit Mitte voriger Woche sind die Maurerarbeiten abgeschlossen, für Samstag war die Ankunft der Nagelbinder für den Dachstuhl geplant. Sorgt das Dach erst einmal für Trockenheit, wird Hebweih gefeiert. Einen Teil des Inventars haben die Schützen auch schon: Bei zwei Gasthaus-Auflösungen am Starnberger See und in Unterschleißheim konnten sie Möbel wie Edelstahltische und Schränke günstig erstehen.

Die weiteren Arbeiten am Vereinsheim werden die Eichengrün-Mitglieder zum Großteil ebenfalls in Eigenleistung erbringen. Die Voraussetzungen dafür sind perfekt, haben die Schützen doch zahlreiche Handwerker in ihren Reihen – vom Elektriker bis zum Zimmerer. „Alle unterstützen uns, anders geht es auch nicht“, sagt Estermann stolz über seine Truppe. Und dass sie anpacken können, haben die Schützen schon oft unter Beweis gestellt. Als es zum Beispiel darum ging, den Schießstand in ihrer alten Heimat beim Sattlerwirt abzubauen, wurde fleißig geholfen.

Daneben gibt es viele weitere Bürger, die die Schützen mit Geld- oder Sachspenden unterstützen. Auch die Frauen der Handwerker steuern ihren Teil bei: Sie verköstigen ihre Männer oftmals, bringen zum Mittagessen mal Gulasch mit Spätzle, mal Weißwürst vorbei. „Das ist eine wunderbare Sache“, freut sich Estermann, der noch einen positiven Nebeneffekt durchs Heben der Steine, Schleppen des Materials sowie Rauf- und Runterklettern der Leitern bemerkt: „Ich fühle mich wesentlich fitter.“

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