Interkommunale Zusammenarbeit

Viele Pflegeangebote unter einem Dach

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Es ist noch ein weiter Weg zur interkommunal betriebenen Tagespflege. Doch das Interesse an einer Einrichtung mit unterschiedlichen Pflegeangeboten unter einem Dach besteht.

Hohenlinden/Forstern/Pastetten/Buch am Buchrain – Die Studie „Älterwerden auf dem Lande“ der Gemeinden Forstern, Pastetten, Buch am Buchrain und Hohenlinden hatte in ihrem Schlussprotokoll zumindest eine Kernaussage zu Tage gefördert: Es ist nötig, in absehbarer Zeit die Infrastrukturen für den Personenkreis zu verbessern, der irgendwann einmal auf pflegerische Dienste angewiesen sein wird.

Ein gemeinsam betriebenes Alten- und Pflegeheim erschien dabei den politischen Mandatsträgern in den vier Kommunen zunächst ein paar Nummern zu groß. Organisatorische und planerische Vorlaufzeit für ein solches Projekt: mindestens sieben Jahre.

Nun war es der Sprecher des Seniorenbeirats in Hohenlinden, Hermann Müller, der den Ball wieder aufnahm und eine interkommunale Debatte anstieß mit dem Ziel, sich intensiver mit einer gemeindeübergreifenden Tagespflegeeinrichtung zu befassen. Die sei schneller zu verwirklichen als ein Heim, hieß es in der Diskussionsrunde im Rathaus Hohenlinden. An ihr nahmen die Bürgermeister sowie Seniorenbeauftragte der Gemeinden teil.

Einigkeit bestand beim ersten Zusammentreffen in dieser Konstellation darin, dass der zitierte Handlungsbedarf nach wie vor bestehe. Was aber genau von den älteren Bürgern dringlichst benötigt werde und folglich politisch angestrebt werden solle, blieb auch nach einer gut zweistündigen Aussprache offen.

Klar wurde, dass es einen Schnellschuss Richtung Tagespflege, so wie sie etwa der Poinger Pflegestern in Grafing betreibt, nicht geben soll. Susanne Gerster, Allgemeinmedizinerin aus Reithofen und Pastettener Gemeinderätin, lieferte dem Forum den nicht unwesentlichen Hinweis, dass es zum größten Teil wohl demenziell Erkrankte sein werden, deren Angehörige eine Tagespflege in Anspruch nehmen würden – sollte es sie einmal geben. Die älteren Mitbürger, die nicht unter einer Demenz litten, würden aus ihrer Sicht ein solches Angebot eher meiden.

„Was genau ist unsere Zielgruppe“, fragte sich folglich Forsterns Rathauschef Georg Els, der sich, wie Gerster, als Anhänger einer Lösung entpuppte, wie es sie vergleichsweise bereits in Finsing unter der Regie des Pflegesterns gebe: eine Einrichtung mit unterschiedlichen Pflegeangeboten unter einem Dach, wo sich jeder das herauspicken kann, was er benötigt.

Zusätzliche Schubkraft bekam dieser Vorstoß, als angesprochen wurde, wie eine betriebswirtschaftlich solide Tagespflegeinrichtung aussehen müsste. Zehn Plätze, so Müller, seien nach seinen Recherchen das Minimum für einen Betreiber. Für jeden müssten rund 16 Quadratmeter Platz sowie ein Ruheraum, eine Küche, ein barrierefreier Zugang oder behindertengerechte Sanitäreinrichtungen zur Verfügung stehen. Um diese zehn Plätze zu füllen, seien selbst die vier Gemeinden im Verbund zu klein.

Berechnungen gehen davon aus, dass dazu in einem Umgriff von 15 Kilometern um den Standort der Einrichtung gut 25 000 Einwohner leben müssten. Els sagte mit Blick auf die Kostenseite, man müsse klären, ob die Kommunen bereit seien, bei Belegungen unterhalb eines betriebswirtschaftlichen Minimums zum Defizitausgleich Steuermittel zuzuschießen.

Jetzt will man – möglichst noch heuer – einen zweiten Gedankenaustausch mit Pflegestern-Geschäftsführer Christian Kerschner-Gehrling anstreben. Es ist auch daran gedacht, passende Einrichtungen mit Tagespflegebereichen anzusehen.

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