Integrativer Treffpunkt: Die ehrenamtlich betreute Radlwerkstatt in Forstern ist eröffnet. Darüber freuten sich (Bild l., vorne, v. l.) Maria Feckl, Mariem, Amira und Sadiya sowie (hinten, v. l.) Sebastian Hohentanner, Bürgermeister Georg Els, Lorenz Nagler, Felix Böhm, Torsten Pavelczyk und Steffen Lieven.
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Integrativer Treffpunkt: Die ehrenamtlich betreute Radlwerkstatt in Forstern ist eröffnet. Darüber freuten sich (vorne, v. l.) Maria Feckl, Mariem, Amira und Sadiya sowie (hinten, v. l.) Sebastian Hohentanner, Bürgermeister Georg Els, Lorenz Nagler, Felix Böhm, Torsten Pavelczyk und Steffen Lieven.
Zur Eröffnung gab es auch eine Graffiti-Aktion, bei der die Kinder fleißig mithalfen (Bild o.). Sie sprayten „Radlwerkstatt“ in leuchtend grünen Lettern an die Container-Wand.
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Zur Eröffnung gab es auch eine Graffiti-Aktion, bei der die Kinder fleißig mithalfen (Bild o.). Sie sprayten „Radlwerkstatt“ in leuchtend grünen Lettern an die Container-Wand.

Werkstatt von Helferkreises Asyl und FC Forstern 

Radl reparieren und einander kennenlernen

Die ehrenamtlich betreute Fahrradwerkstatt zwischen den Wohncontainern der Flüchtlinge im Forsterner Gewerbegebiet und der Dirt-Bike-Anlage ist offiziell eröffnet. Sie soll zum integrativen Treffpunkt werden.

Forstern– Gut ein Jahr, nachdem der Forsterner Gemeinderat grünes Licht für die Radlwerkstatt bei den Wohncontainern der Asylbewerber gegeben hatte, wurden die zwei Garagen mit Werkstatt und Räderstellplatz ihrer Bestimmung übergeben. Die Verantwortlichen hatten sich dafür den Tag ausgesucht, an dem auf der benachbarten Dirtbike-Anlage – auf den Redneck Trails – der zweite Redneck Jam stattfand. Somit stand der Nachmittag beim Gewerbegebiet Am Steinfeld ganz im Zeichen des Radls.

Es sei ein „steiniger, schwieriger Weg“ gewesen, bis man das Projekt endlich auf den Weg bringen konnte, sagte SPD-Gemeinderat Sebastian Hohentanner. Sein besonderer Dank galt Maria Feckl vom Helferkreis, die für die gemeinnützige Einrichtung Sponsorengelder und Sachspenden „losgeeist“ habe, um die Finanzierung zu sichern.

Die Werkstatt wird von Verantwortlichen aus dem Helferkreis Asyl, der Radsportabteilung des FC Forstern und Flüchtlingen betreut. Jeden ersten und dritten Montag im Monat ist sie ab 18 Uhr geöffnet und steht den Asylsuchenden, Vereinsmitgliedern sowie Gemeindebürgern offen, die ihr Rad reparieren wollen. „Do it yourself“, ist die Devise.

Es sei auch eine gute Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, so Hohentanner. Während der Öffnungszeiten stünden Radkundige den Reparierenden zur Seite. Das Wort „Integration“ soll so mit Leben erfüllt werden. Weitere Unterstützer und Radexperten sind willkommen.

Bürgermeister Georg Els meinte, dass die Fahrradwerkstatt mit Kreativität und Engagement verwirklicht worden sei. Er verschwieg nicht, dass das Projekt im Gemeinderat auch auf Skepsis gestoßen sei.

Feckl erläuterte, dass mit der Fahrradwerkstatt Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werde. Gerade Asylsuchende, die auf das Fahrrad angewiesen seien, wie auch Jugendliche, die auf der Dirtbike-Anlage trainieren, könnten hier ihre Räder in Schuss halten. „So werden mit der Fahrradwerkstatt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“

Das Projekt „Radlwerkstatt“ wird mit mehr als 7000 Euro vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung gefördert. Das teilt Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (CSU) mit. „Asylbewerber sind auf den öffentlichen Nahverkehr und das Fahrrad angewiesen. In der Radlwerkstatt haben sie künftig die Möglichkeit, ihre Fahrräder selbst zu warten und zu reparieren“, erklärt Lenz. Darüber hinaus sollen auch die Jugendlichen der Radsportabteilung des FC Forstern, die auf der benachbarten Dirtbike-Anlage trainieren, die Werkstatt nutzen können. Es soll zudem überlegt werden, wie diese auch die Bürger von Forstern nutzen können. Finanzielle Unterstützung kommt auch von der Gemeinde Forstern, vom Flughafen München sowie von der Erzdiözese München und Freising aus dem Projekt „Fremde annehmen – Flüchtlinge in der Erzdiözese begleiten und unterstützen“.

Vroni Vogel

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