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Der Personennahverkehr spielt eine wichtige Rolle: Das wurde beim CSU-Stammtisch sehr deutlich.

CSU-Stammtisch

Wunsch nach mehr Erding-Fahrten

Der Wunsch der Gemeinden Buch, Forstern und Pastetten nach einer besseren Busverbindung nach Erding besteht nach wie vor, wie nun ein CSU-Stammtisch gezeigt hat. Lösungen gibt es zwar noch keine, aber es sind Ansätze entstanden.

Forstern – Vor zwei Jahren wurde bei einer Bürgerbefragung der CSU-Ortsverbände deutlich, dass sich die Einheimischen der Gemeinden Buch am Buchrain, Pastetten, Forstern und Wörth eine optimierte Busverbindung nach Erding wünschen (wir berichteten). Das ist auch heute noch aktuell, wie sich bei einem gemeinsamen CSU-Stammtisch im Kochhaus Oskar in Forstern gezeigt hat. Zwar waren aus Wörth keine Bürger oder CSU-Vertreter anwesend, aber laut Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger seien auch die Wörther noch immer an einer besseren Anbindung an die Große Kreisstadt interessiert.

Zum Stammtisch der Christsozialen eingeladen wurden Georg Gutt, Sachbearbeiter für Personennahverkehr im Bereich Kreisentwicklung, sowie Fachbereichsleiterin Daniela Widl vom Erdinger Landratsamt. Sie arbeiten eng mit dem MVV zusammen und berichteten eingangs über die Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie aktuelle Projekte.

Schnell entwickelte sich beim Stammtisch eine lebhafte Diskussion und die Bürger nutzten die Gelegenheit, die Landkreis-Experten mit Fragen zu löchern. Ein häufiger Diskussionspunkt war die Konzession des Busunternehmen Larcher. Es transportiert Schulkinder aus Buch und Pastetten nach Erding und hat die Genehmigung für diese Verkehrslinie vom früheren Unternehmen Moser übernommen. Wie Gutt mehrmals erklärte, habe Larcher durch diese Konzession einen so genannten „Abwehranspruch“, wenn ein anderer Bus dieselbe Linie fahren möchte. Mehrere Anwesende kritisierten, dass Schulkinder nur mit Larcher kostenlos fahren können und bei veränderten Schulzeiten in MVV-Bussen zahlen müssen. „Das ist gesetzlich so geregelt, dass Kinder nicht Karten für zwei Busunternehmen erhalten, die in dieselbe Richtung fahren“, erklärte Gutt.

Mehrere Gäste, darunter auch Georg Kreuzer aus Buch, fragten, wie man Larcher in den MVV integrieren könne. Damit man die Privatlinie aufkaufen könne, brauche es bestimmt „einen ganz großen Sack Geld“, vermutete Gutt.

Die beiden Experten waren sich einig, dass in den südlichen Landkreisgemeinden nicht alle Transport-Bedürfnisse ersetzt werden können. „Der ÖPNV braucht eine Menge Personen, um mindestens 50 Prozent der Kosten zu decken“, erläuterte Gutt. Der überwiegende Anteil der Gesamtkosten sei für Personal.

Pastettens Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger berichtete, dass vor einigen Jahren eine Lücke des Busses von Ebersberg nach Erding genutzt werden konnte und eine Zeitlang auch der Hauptort Pastetten angefahren wurde. Dieser Service wurde allerdings bald wieder eingestellt, da nach Vogelfängers Aussagen innerhalb eines halben Jahres nur eine einzige Person mitgefahren sei.

Forsterns Vize-Bürgermeister Sebastian Klinger entgegnete, dass sich die Bedürfnisse geändert haben. „Die Jugend möchte heute flexibler sein. Außerdem ist die Anzahl der weniger mobilen Senioren größer geworden.“ Die Landkreis-Vertreter kündigten an, dass es vermutlich im Frühjahr 2018 Workshops mit betroffenen Kommunen zur Personennahverkehrs-Neugestaltung geben soll. Die Umfrageergebnisse der vier Süden-Gemeinden werden hier auch berücksichtigt. Die Teilnehmerkreise der Workshops in den einzelnen Orten stehen laut Widl noch nicht final fest, sollen aber auch nicht zu groß werden.

Zu einer Prognose über mögliche Veränderungen ließen sich die beiden Referenten nicht wirklich hinreißen. „Es gibt schon Überlegungen, aber die sind noch nicht spruchreif“, sagte Gutt. „Ein bisschen was können wir wahrscheinlich schon verbessern, aber wahrscheinlich nicht alle Wünsche“, ergänzte Widl.

Wolfgang Hipper brachte noch einen neuen Lösungsvorschlag. Er berichtete, dass es früher in Buch einen Kleinunternehmer gegeben habe, der jeden Donnerstag für mehrere Stunden nach Erding gefahren ist. Der Bucher Rentner wollte wissen, ob man so etwas nicht heute wieder gemeindeübergreifend organisieren könnte. Gutt erklärte, dass „Theater- oder Markt-Fahrten relativ einfach zu konzeptionieren sind“. Man bräuchte aber einen Fahrer, der eine IHK-Personentransport-Berechtigung hat. Laut dem Landkreis-Mitarbeiter könnten die Kommunen hier aber auch mit dem Unternehmen Larcher zusammenarbeiten.

Dieser Vorschlag gefiel den Stammtischgästen recht gut. „Dann sollten wir zweigleisig fahren und einfach mal mit Larcher darüber sprechen“, sagte Vogelfänger, „auch wenn wir damit nur die Markt-Fahrt erreichen und nicht die Probleme der Schüler lösen würden“. Ihr Bucher Bürgermeister-Kollege Geisberger freute sich über die Aussicht auf mögliche Verbesserungen und sagte: „Als kleinere Kommunen müssen wir eventuell auch etwas kleiner anfangen.“

Markus Ostermaier

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