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In Forstern ist alles im Fluss

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Von: Veronika Macht

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„Alles fließt, nichts bleibt“: Bürgermeister Georg Els (r.) präsentierte in der Bürgerversammlung am Samstagnachmittag im Sportheim jede Menge aktuelle Projekte in Forstern. © Vroni Macht

Forstern – Seine Rechenschaftsberichte stellt Bürgermeister Georg Els gerne unter ein Motto. Für dieses Jahr hat er sich die griechische Formel „panta rhei“ dafür ausgesucht: Der Lehrsatz des Philosophen Heraklit „Alles fließt, nichts bleibt“ passe in Forstern perfekt auf das Jahr 2018, sagte Els in der Bürgerversammlung am Samstagnachmittag im Sportheim.

Mit dem Baubeginn fürs Feuerwehrhaus und dem Abbruch des Wörl-Anwesens sei „die Phase der Umgestaltung des Dorfbildes eingeleitet“ worden. „Der Wörlsaal ist Geschichte, es bleibt nur noch die Erinnerung.“ Der Saal sei über Jahrzehnte ein bisschen der Mittelpunkt der Gemeinde gewesen, und nun stelle sich die Frage: „Kriegen wir es auf die Reihe, wieder eine solche Begegnungsstätte errichten zu können?“ Els dankte besonders Familie Wörl, die vor 15 Jahren entschieden habe, ihr Anwesen nicht an Investoren, sondern an Gemeinde und Kirchenstiftung zu verkaufen.

Vielen Bürgern sei gar nicht bewusst gewesen, welch große Fläche im Dortzentrum freigeworden sei. Neben Rathaus und Pfarrzentrum soll dort auch der Dorfplatz entstehen. Zwischenzeitlich sei der dafür nötige Grundstückstausch zwischen Kirche und Gemeinde erfolgt, verkündete Els. Wie berichtet, hat die Kommune für die Errichtung des Platzes einen Antrag auf Aufnahme in die Städtebauförderung gestellt, ebenso für weitere Bereiche in der Gemeinde. Dazu findet am 23. Januar eine eigene Bürgerversammlung beim Hirschbachwirt statt.

Den Rohbau des Feuerwehrhauses wolle man noch vor den Feiertagen winterdicht machen. Bekanntermaßen soll daneben der neue Bauhof entstehen – und auch der Wertstoffhof wird ausgelagert. Els verkündete, dass man dafür ein Grundstück im Gewerbegebiet gekauft habe, und der Landkreis den Hof dann errichte.

Zu diesem Thema wandte Rudi Püchner vom Forsterner Seniorenbeirat ein, dass der Wertstoffhof unbedingt altersgerecht gestaltet werden müsse. „Der jetzige Hof ist absolut nicht seniorengerecht“, monierte Püchner, der gleich eine ganze Reihe an Anmerkungen vortrug (Bericht folgt). Els versprach, bei der Gestaltung darauf zu achten.

Sind Bauhof und Feuerwehrhaus erst umgezogen, soll an ihrer Stelle sozialer Wohnungsbau entstehen. „Hier wird demnächst das Vergabeverfahren eingeleitet. Der Bescheid der Regierung von Oberbayern zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn ist eingegangen“, so Els. Vermutlich im Januar sollen Details festgelegt werden, bevor europaweit ausgeschrieben wird. Für das Projekt winkt eine Förderung von bis zu 70 Prozent.

Neben dem sozialen Wohnungsbau und einem Betreuten Wohnen, das im Süden der Gemeinde entstehen soll, will Forstern auch eine Kurzzeit- und Tagespflege etablieren. Dafür habe ein Investor sein Konzept an die Kommune herangetragen, das dem Gemeinderat im Dezember vorgestellt werden soll.

Die Arbeiten für das neue Kinderhaus in Karlsdorf werden 2019 ausgeschrieben und umgesetzt. Dann will man auch die Sanierung des Rathauses anpacken, zumindest ein Konzept erarbeiten. Wie mehrfach berichtet, möchte die Gemeinde das um 1910 erbaute Haus, das früher die Schule war, als Kulturgebäude erhalten – dafür ist energetisch und in Sachen Barrierefreiheit einiges zu tun.

Auch in der Schule ist Barrierefreiheit ein großes Thema – für Schüler, aber auch für Lehrer mit Behinderung. Derzeit ist nicht einmal das Lehrerzimmer ohne Treppensteigen zu erreichen. Die Schulsanierung werde eines der größten Projekte in den nächsten Jahren. Heuer habe ein Architekturbüro eine Bestandsaufnahme erarbeitet, deren Ergebnisse der Regierung von Oberbayern vorlägen. Laut Els sind, je nach Wirtschaftlichkeitsberechnung, drei Varianten denkbar: Sanierung während des Schulbetriebs, Teilabriss mit Teilneubau oder kompletter Abriss samt Neubau.

Neuigkeiten hatte Els auch zur Ortsdurchfahrt: Eigentlich sollte die Staatsstraße 2331 saniert werden, wenn die A 94 fertig ist. „Das wäre 2019 so weit. Nun hat uns das Straßenbauamt aber signalisiert, dass die Manpower für die Projektierung fehlt“, erklärte Els. Diese Aufgabe will die Gemeinde deshalb selbst in die Hand nehmen – und dabei für weitere Querungshilfen und im Idealfall Flüsterasphalt kämpfen.

Und dass auch in der Gemeindeverwaltung alles im Fluss sei, so Els, zeige sich am Personal: Es war die letzte Bürgerversammlung für Geschäftsleiterin Christine Pettinger, die bekanntermaßen nach Isen wechselt. Erstmals dabei war ihre Nachfolgerin Petra Süsens. Für beide gab’s Blumensträuße.

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